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Mag Rockmusik: Eintracht-Cheftrainer Oliver Glasner.
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Mag Rockmusik: Eintracht-Cheftrainer Oliver Glasner.

SGE

Eintracht Frankfurt plant „wenig bis gar nichts“ auf dem Transfermarkt

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Die Hessen wollen beim vormals ungeliebten FC Augsburg zurück ins Gleis finden. Das ist ihnen durchaus zuzutrauen.

Frankfurt - Der Arbeitstag des Oliver Glasner begann früh an diesem Mittwoch, draußen im Stadtwald war es noch dunkel. Doch der Coach der Frankfurter Eintracht, zugeschaltet ab kurz vor sieben Uhr von Radio FFH, durfte aus dem Proficamp das eine oder andere im Sender moderieren, und auch, wie man früher gesagt hätte, ein paar Platten auflegen, U2, Guns & Roses, Cat Stevens waren die Lieblingshits des früheren Mathe-Studenten.

Natürlich ist Trainer Glasner dann auch nach den Chancen für das Erreichen der internationalen Ränge gefragt worden, ja selbst zur Champions League, wofür die Eintracht wohl „60 Punkte plus“ benötigen dürfte, wie der Fußballlehrer sagte. Also noch eine ganze Menge mehr als die 27 jetzt. Eines freilich wollte der 47 Jahre Österreicher den Hörern noch mit auf den Weg gegeben: Auf all seinen Stationen, seien seine Mannschaften „jedes halbe Jahr besser geworden“. Das hört man in Frankfurt mit einiger Freude, aber auch mit der gebotenen Skepsis: Hierzulande pflegt man in der zweiten Hälfte der Runde traditionell eher einzubrechen, gerne auch erst ganz zum Ende.

Eintracht Frankfurt: Der Wendepunkt

Nach 90 Minuten Geplauder war dann Schluss, die Arbeit rief, zweimal bat der Trainer seine Recken an diesem Mittwoch zum Dienst. Immerhin geht es am nächsten Sonntag (15.30 Uhr) gegen den FC Augsburg, und die bayerischen Schwaben gelten nicht gerade als Lieblingsgegner der Hessen. Gerade in deren Stadion tut sich Eintracht Frankfurt meist schwer, der FC ist für gewöhnlich ein nickliger, unangenehm zu bespielender Widerpart, bissig, gallig, ein Gegner, der einem den Spaß am Fußballspiel nimmt. Von den letzten zehn Auswärtsspielen in Augsburg konnten die Hessen nur zwei gewinnen - sie verloren aber fünf Partien.

Umso überraschender war es, dass ausgerechnet im letzten Aufeinandertreffen in Augsburg Mitte Dezember 2020 den Frankfurtern ein 2:0-Sieg gelungen war. Es war nicht einfach nur ein Sieg, es war eine Initialzündung: Und der Beginn einer imposanten Frankfurter Erfolgsserie, die sie hart auf Champions League-Kurs segeln ließ. Mit dem Augsburg-Spiel landete die Eintracht in 16 Spielen stolze zwölf Siege und drei Remis. Lediglich ein Spiel war verloren gegangen, 1:2 beim späteren Absteiger Werder Bremen. In Bayern fand der seinerzeit arg unter Druck stehende Trainer Adi Hütter auch seine Erfolgstaktik mit zwei Zehnern und einer Spitze - eine strategische Ausrichtung, die heute noch unter Oliver Glasner weitgehend Bestand hat.

Eintracht Frankfurt: Ziel sind die internationalen Plätze

Auch die aktuelle sonntägliche Begegnung mit dem FCA ist mal wieder eine, nach der man klarer sieht, wohin die Reise gehen kann. Nach der unnötigen 2:3-Niederlage gegen Borussia Dortmund, sollte die Eintracht wieder mutig sein, den Vorwärtsgang einlegen und was Zählbares aus der Fuggerstadt mitbringen, um vorne dabei zu bleiben. Das Ziel, an der internationalen Plätzen zu schnuppern, hat niemand aus den Augen verloren.

Dazu kommt: Die nächsten drei Gegner - Augsburg, Bielefeld, Stuttgart - gelten nach der Papierform als lösbare Aufgaben. Genau das macht es für die Hessen bisweilen so schwierig, die sich gegen die vermeintlich Kleinen ganz gerne Ausrutscher leisten und Punkte liegen lassen. Bayern, Leverkusen, Freiburg, Union Berlin hingegen wurden geschlagen, gegen Leipzig unentschieden gespielt.

Eintracht Frankfurt: „Wenig bis gar nichts“

Was den inzwischen auch spielerisch auf anspruchsvollem Level agierenden Frankfurtern womöglich in die Karten spielen könnte, ist das Fehlen von Fans - womit der Heimvorteil weitgehend wegfällt. Dadurch hat die von äußeren Einflüssen unbelästigte Mannschaft einen kleinen Vorteil, die den besseren Fußball spielt. Ohnehin kann sich die Eintracht angesichts des Spielplans nicht beschweren: Einem fußballerischen Schwertgewicht folgen in dieser Saison Gegner von der leichteren Sorte: Nach Augsburg, Bielefeld, Stuttgart folgt der VfL Wolfsburg, danach der 1. FC Köln, schließlich Bayern München zu Hause, danach warten Hertha und Bochum, ehe Leipzig wieder die Favoritenrolle hat. Aber mit Prognosen kann man sich naturgemäß auch kräftig in die Nesseln setzen.

Für die Partie am Sonntag kann Trainer Oliver Glasner jedenfalls wieder mit Djibril Sow und Almamy Touré planen, die wegen unklarer Testergebnisse am vergangenen Wochenende vorsichtshalber nicht berücksichtigt wurden. Beide nahmen gestern absprachegemäß wieder am Mannschaftstraining teil.

Beim frühmorgendlichen Radioauftritt ist Glasner noch gefragt worden, ob er denn damit rechne, dass in den Transfermarkt noch Bewegung kommen werde. Er sei lange genug im Geschäft, um auszuschließen, dass sich bis zur Schließung des Wechselfensters am 31. Januar nichts mehr tut. „Da passiert meist noch was.“ Allerdings ist der Frankfurter Plan eher der, dass „wenig bis gar nichts geschieht“. (Ingo Durstewitz)

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