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Adi Hütter freut sich über den Sieg.

Europa League

Der nächste Meilenstein für Eintracht Frankfurt

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Eintracht Frankfurt kegelt auch Inter Mailand aus der Europa League - ein weiterer Höhepunkt in der Entwicklung des Traditionsvereins. Ein Kommentar.

Der Traum lebt, die Reise geht weiter. Eintracht Frankfurt hat die nächste hohe Hürde übersprungen und den italienischen Topverein Internazionale Milano an einem geschichtsträchtigen Ort, dem monumentalen San Siro, aus dem Wettbewerb gekegelt – ein weiterer Meilenstein in der beeindruckenden Entwicklung des 120 Jahre alten Traditionsvereins aus Frankfurt am Main. Es ist eine Leistung, die gar nicht hoch genug zu bewerten ist, gerade wenn man bedenkt, dass der Klub vor nicht mal drei Jahren noch mit eineinhalb Beinen in der zweiten Liga stand.

Gegen Inter war die Eintracht in beiden Duellen nicht nur auf Augenhöhe, sondern einen Tick besser als die Lombarden, sie ist verdient weitergekommen. Das ist kein Zufall, es ist ein Ausdruck der Klasse. Und es ist auch kein Zufall, dass der Bundesligist aus dem Hessischen einen wahren Triumphzug über den alten Kontinent gestartet hat. Die Eintracht hat die Europa League geprägt und zeitweise dominiert. Das geht nur, wenn man dem zuweilen belächelten Wettbewerb mit einer großen Seriosität gegenüber tritt. Die Frankfurter zelebrieren die Auftritte, angetrieben von den fanatischen Fans, die die Spiele zu unvergesslichen Erlebnissen machen - bis auf jene unverbesserliche Handvoll Idioten, die auch in Mailand wieder zündelten.

Für Eintracht Frankfurt sind die Reisen durch Europa eine Belohnung

Das Team hat auf dem Platz ihren Beitrag geleistet, sechs Siege in der Gruppenphase hat noch keine deutsche Mannschaft zuvor geschafft – weder in der Europa League noch in der Königsklasse.

Diese Wechselwirkung funktioniert nur, wenn die internationalen Spiele als etwas Besonderes gesehen und entsprechend verkauft werden. Für die Eintracht sind die Reisen durch Europa keine Belastung, sondern eine Belohnung, sie zieht aus ihnen - aller Strapazen zum Trotz – Kraft und nimmt den Schwung mit in den Ligaalltag.

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So geht Europa, da sollten sie in Leipzig und Leverkusen mal genauer hinsehen. Und überhaupt: Warum kämpfen die Klubs eine ganze Saison darum, europäisch spielen zu dürfen, und wenn sie das Ziel dann erreicht haben, tun sie den Wettbewerb als lästiges Beiwerk ab und schenken ihn her. Das ist nicht nur paradox, sondern nahezu irrsinnig. Ein Verein hat zudem auch eine Verantwortung dem deutschen Fußball gegenüber – und um den ist es ja wirklich nicht berauschend gut bestellt. Die Eintracht ist dieser Verantwortung vollauf und sehr stilvoll gerecht geworden, sie ist der einzige verbliebene Bundesligist auf internationalem Terrain – darauf kann sie stolz sein, dem deutschen Fußball sollte es hingegen zu denken geben.

Adi Hütter hat ein Ensemble mit Charakter geformt

Die Eintracht hat gezeigt, dass mit ihr zu rechnen sein wird. Alle Parameter stehen auf Wachstum, da ist ein Klub im Aufbruch, ein expandierender Großverein, der sich nach oben orientiert, sportlich wie wirtschaftlich. Allein in der Europa League haben die Hessen schon richtig viel Geld kassiert, rund 26 Millionen Euro. Jetzt werden noch ein paar Milliönchen oben draufgepackt.

Und wer weiß, wann Endstation sein wird. Am 29. Mai wird in Baku das Finale angepfiffen. Das Wunschziel nimmt klarere Konturen an. Denn dieser Mannschaft ist vieles zuzutrauen, Adi Hütter hat ein Ensemble mit Charakter geformt, das neben Mentalität auch fußballerische Qualität mitbringt. Nun steht aber erst mal das Brotgeschäft an, Bundesliga gegen Nürnberg, Letzter im Tableau. Da muss man mental umschalten. Aber vielleicht treibt die Spieler ja jetzt auch die Aussicht auf die Champions League an. In dieser Verfassung sind der Eintracht kaum Grenzen gesetzt.

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