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Beim Spiel gegen AS Monaco lies Eintracht Frankfurt einige Stars auf der Bank.

1:1 im Test gegen Monaco

Ohne Pokal-Helden: So lief die Generalprobe für Eintracht Frankfurt gegen den AS Monaco

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Zur Generalprobe für den Europapokal musste die Eintracht Frankfurt gegen den AS Monaco ran. Dort zog man nicht alle Register.

  • Beim 1:1 gegen den AS Monaco ließ sich Eintracht Frankfurt nicht in die Karten schauen.
  • Gacinovic und Torro blieben bei der SGE auf der Bank.
  • Als nächstes steht für die Eintracht das Rückspiel gegen den FC Basel an.

Frankfurt - Ohne Mijat Gacinovic, der jetzt von seinem Klub freigestellt wurde, um sich einen neuen Arbeitgeber zu suchen, wäre die Frankfurter Eintracht nicht da, wo sie heute steht. Hätte der Serbe nicht im Mai 2016 zweimal ganz entscheidend seine Beine ins Spiel gebracht, Eintracht Frankfurt würde womöglich immer noch eine Rolle spielen wie, sagen wir, der 1. FC Nürnberg, gerade mit Mühe in der zweiten Liga geblieben.

Denn Mijat Gacinovic war es, der seinerzeit in den beiden Relegationsspielen gegen den Club sowohl ein Tor im Hinspiel erzielte als auch im Rückspiel den sieg-bringenden Treffer von Haris Seferovic fein vorbereitete. Die Hessen haben dem immer noch schmächtigen, mittlerweile 25-Jährigen ziemlich viel zu verdanken. Dass er es zudem war, dessen spektakuläres Solo zum 3:1 im Berliner Endspiel 2018 den Klub in bis dato ungeahnte Sphären katapultierte, ist ein zweiter unvergesslicher Höhepunkt seines Wirkens in Frankfurt. Das Bild des vor den eigenen Fans allein aufs leere Tor zustürmenden Gacinovic wird ewig bleiben.

Was wird aus dem Pokalhelden der Eintracht Gacinovic?

Nun deutet vieles darauf hin, dass Mijat Gacinovic nach fünf Jahren Eintracht Frankfurt den Klub verlassen wird. Für das erste Testspiel der neuen Runde, am Samstag gegen den vom Ex-Eintracht-Trainer Niko Kovac gecoachten AS Monaco (1:1), war der Mittelfeldspieler nicht nominiert. Er und Lucas Torro kümmerten sich um ihre Zukunft, die für den Spanier mit einiger Sicherheit bei CA Osasuna in Pamplona liegen dürfte; sogar 2,5 Millionen Euro wollen die Spanier laut der Zeitung „AS“ bereit sein, für den defensiven Mittelfeldspieler zu investieren.

Gacinovic wird mit dem Bundesligisten TSG Hoffenheim in Verbindung gebracht, womöglich in einer Art Tausch mit dem Schweizer Steven Zuber, den sich Trainer Adi Hütter durchaus als Backup für Filip Kostic auf der linken Seite vorstellen könnte.

Ein Bock kostet Eintracht Frankfurt den Sieg gegen Monaco

Mijat Gacinovic, ein sehr freundlicher, höflicher Zeitgenosse, gehört zu den dienstältesten Profis bei Eintracht Frankfurt. Doch er hat in 157 Pflichtspielen für die Hessen in fünf Jahren nie den Durchbruch geschafft, aktuell stagniert seine Leistung, zuletzt kam er meist als Einwechselspieler zum Einsatz. Sein Einsatz war immer vorbildhaft, er hat Herzblut gegeben für den Klub, doch seine Harmlosigkeit vor dem Tor war frappierend. In all den Spielen für die Hessen hat er ganze zehn Tore erzielt, 18 Vorlagen gegeben - viel zu wenig für einen offensiven Mittelfeldspieler. Dazu pflegte er, häufig den gut gemeinten Pass zu schlagen, der in der Liga freilich selten ankommt. Womöglich tut dem Familienvater aus Novi Sad ein Ortswechsel ganz gut.

Vor dem Duell mit Basel schafft Eintracht Frankfurt nur ein Remis gegen Monaco

Die Generalprobe für das Europa-League-Rückspiel am kommenden Donnerstag in Basel ist den Frankfurter allenfalls in Teilen gelungen. Das 1:1 gegen die Monegassen schmeichelte den Franzosen, denn sie kamen im Grunde nur einmal gefährlich vor das Tor der Gastgeber. Eintracht-Linksverteidiger Evan Ndicka spielte einen viel zu kurzen Rückpass, den Willem Geubbels leicht erlief. Dessen Schuss wehrte Torwart Kevin Trapp, der als einziger Profi 90 Minuten durchspielte, zwar noch ab, gegen den Nachschuss von Anthony Musaba (85.) war er dann machtlos. Solche „Eigenfehler“ freilich darf sich die Eintracht in Basel am Donnerstag nicht erlauben, wenn sie „das Unmögliche möglich machen“ will, wie der Coach sagte. „Das Ergebnis passt nicht“, urteilte Trainer Adi Hütter, „weil wir eigentlich über die 90 Minuten hinweg das bessere Team waren.“ Und effizienter müssten die Frankfurter spielen.

Es war, mal wieder, Daichi Kamada, ansonsten sehr agil und spielfreudig, der die hochkarätigste Möglichkeit alleine vor dem Tor ausließ und nur den Pfosten traf (78.) . Es wäre das 2:0 gewesen. Ohnehin agierte die Mannschaft im zweiten Abschnitt besser, auch fußballerisch habe man vieles „richtig gut gelöst.“, lobte Hütter. In der zweiten Halbzeit erzielte zudem Stürmer Goncalo Paciencia das wunderschöne 1:0 (58.), vor allem sein erster Kontakt, der ein bisschen an Ronaldinho erinnerte, war sehenswert. Erneut traf der Portugiese an seinem Geburtstag, wie so häufig in der Vergangenheit, 26 wurde er am Samstag.

Gegen Basel muss es für die Eintracht besser laufen als gegen Monaco

Alles in allem war Adi Hütter „sehr zufrieden“ mit dem ersten Testspiel, Kollege Niko Kovac, erstmals wieder im Stadtwald seit der 1:5-Schlappe der Bayern gegen die Eintracht, sah eine „eingespielte Frankfurter Mannschaft“. Kovac zeigte sich erfreut, mal wieder in Frankfurt zu sein, „hier trifft man immer nette Menschen“, sagte der Coach, auf dessen neues Team bis Saisonstart am 23. August „wirklich viel Arbeit wartet“. Seinem Ex-Klub traut er dennoch einiges zu: „Ich bin Mitglied auf Lebenszeit, das wird auch so bleiben, deswegen fiebere ich weiter mit und bin überzeugt, dass Adi das hier gut hinbekommen wird.“

Der hat freilich bis zum Donnerstag viel zu tun. Denn es lief natürlich noch nicht alles rund nach dem vierwöchigen Urlaub, was völlig normal ist. Hütter hatte zwei komplette, gemischte Mannschaften nominiert, und eben nicht die wahrscheinliche Elf für das Rückspiel. Die drei „Neuen“ Tuta, Aymen Barkok und Ragnar Ache, die spielten, kamen über Ansätze nicht hinaus. Tuta erwies sich, trotz eines Stellungsfehlers, noch als solidester, er agierte resolut, kompromisslos. Barkok fand nur sehr schwer ins Spiel, hatte kaum Ballkontakte, schoss aber einmal gefährlich aufs Tor (34.), es war seine beste Aktion. Ache bringt ein anderes Element in den Sturm, er ist mutig, schnell, attackiert und ist gut im Kopfball - ob er sich durchsetzen kann, wird sich zeigen. Erstaunlich auch: Makoto Hasebe stand nach seiner Knie-Operation gleich wieder seinen Mann auf dem Rasen - nur einmal patzte er, sah prompt die Gelbe Karte.

Große Fingerzeige für die Begegnung im St. Jakob-Park habe er von dem 90-minütigem Aufgalopp am Samstag nicht bekommen, sagte Hütter ehrlicherweise. Er hat das auch nicht erwartet. Nach drei weiteren Trainingstagen fliegt die Mannschaft am Mittwoch nach Basel, durchaus, wie die Frankfurter Entourage findet, nicht gänzlich chancenlos: „Wir brauchen einen guten Spielverlauf. Wenn vieles aufgeht, ist im Fußball alles möglich“, hofft Adi Hütter auf eine Überraschung. Es wäre eine faustdicke.

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