Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Bald Kollegen? Andre Hahn (links) im Zweikampf mit David Abraham. 	imago
+
Bald Kollegen? Andre Hahn (links) im Zweikampf mit David Abraham. imago

Ante Rebic

Eintracht Frankfurt verleiht Flügel

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
    schließen

Weshalb Ante Rebic verwunderlicherweise gehen muss und ob der Gladbacher André Hahn ihn ersetzen kann.

Noch vor ein paar Monaten schien es sonnenklar, dass der Frankfurter Flügelspieler Ante Rebic seine nähere sportliche Zukunft in Frankfurt verbringen wird. Der Kroate war einer der wenigen Lichtblicke in einer immer weiter abstürzenden Mannschaft, er sorgte für Wirbel, für andere Akzentuierungen im gleichförmigen Eintracht-Spiel. Dass die Hessen den Leihspieler vom AC Florenz fest unter Vertrag nehmen würden, stand eigentlich außer Frage. Trainer Niko Kovac, so etwas wie der Ziehvater des als schwer erziehbar geltenden Kraftpakets, äußerte sich im Laufe der Rückrunde lobend über seinen Landsmann, und Sportdirektor Bruno Hübner sagte im Interview mit der FR: „So, wie es aussieht, werden wir die Option ziehen.“ Das liegt erst zweieinhalb Monate zurück.

Rebic nervt und ist genervt

Am Montag dann verabschiedete der Bundesligist seine „scheidenden Adler“ via Pressemitteilung und bedankte sich „herzlich für Engagement und Einsatz in schwarz und weiß“. Bei den nur bedingt tauglichen Zeitarbeitern Michael Hector, Guillermo Varela und Shani Tarashaj war klar, dass sie zurück zu ihren Stammvereinen gehen müssen, doch dass auch Ante Rebic in der Aufzählung vorkam, war doch überraschend, ein wenig zumindest.

Natürlich hatte sich angedeutet, dass die Sportliche Leitung auf die Dienste des 23-Jährigen nicht mehr so wirklich viel Wert legte. Sportdirektor Bruno Hübner watschte den Außenstürmer nach dessen seltsam wirren Kurzauftritt und einer völlig dämlichen Gelben Karte (seiner zehnten) in Mainz öffentlich ab. Schon in den Partien zuvor zählte Rebic nicht mehr zum Stammpersonal. Und auch nach der Aufholjagd am letzten Spieltag gegen RB Leipzig (2:2 nach 0:2) und dem späten Tor von Danny Blum tadelte Trainer Niko Kovac indirekt auch den damals gesperrten Rebic. Blum habe in jener Szene vorgemacht, wie sich schnelle und durchsetzungsstarke Stürmer zu verhalten haben: Ball vorbei legen, hinterher keilen und dann den Abschluss mit vollem Risiko suchen. Alles andere, und da bezog der Coach Rebic explizit mit ein, sei viel zu viel „Rumgeeier“. Das ist korrekt. Rebics Spiel ist zwar von Dynamik und Draufgängertum geprägt, wirkt dennoch zu schnörkelhaft, er hätte häufiger mal spielen sollen, wenn er ins Dribbling gegangen ist – und umgekehrt. Der Kroate ist insgesamt zu unstet, schwer zu greifen, unberechenbar. Doch genau diese Schwäche ist auch seine Stärke. Er ist der Einzige, der Zug und Dampf ins Spiel brachte, weil er etwas versuchte, auch wenn es nicht immer klappte. Rebic stach im zweiten Halbjahr aus dem Einheitsbrei heraus. Und deshalb ist es umso verwunderlicher, dass Eintracht Frankfurt nicht bereit war, die festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von 3,2 Millionen Euro nach Florenz zu überweisen. Leicht haben sich die Verantwortlichen die Entscheidung nicht gemacht, die Eintracht versuchte bis zum Schluss, den Preis zu drücken – erfolglos. Und doch muss man festhalten, dass rund drei Millionen Euro für einen Spieler dieses Kalibers – auch wenn das Budget begrenzt ist – nicht besonders viel Geld ist. Offensivmänner mit diesen Fähigkeiten, die nachgewiesen haben, dass sie etwas können und von denen man weiß, was man bekommt, sind für solche Summen eher selten zu haben. Gegen Rebic sprach indes sein unsauberes Spiel, die vielen Verwarnungen, sein ungezügeltes und oft in falsche Bahnen laufendes Temperament auf dem Platz. Und, na klar, wirklich torgefährlich präsentierte sich der Rechtsaußen auch nicht. Was hinzukommt: Kovac war über seinen einstigen Lieblingsschüler mitunter verärgert, weil er aus der Reihe tanzte und auf dem Feld zu wenig Defensivarbeit verrichtete, seine Körpersprache war nicht immer positiv. Rebic seinerseits war von den strengen Methoden seines früheren Ziehvaters schwer genervt, die ständige Überwachung, der ewige Druck ging ihm zusehends auf den Zeiger. So schaukelte sich das Ganze hoch.

Hahn soll kommen

Bei der Entscheidungsfindung muss man freilich immer beachten: Es ist eine Frage der Alternativen. Gibt es für das Geld einen besseren oder nicht? Die Eintracht glaubt, einen gefunden zu haben. Sie möchte den Gladbacher André Hahn als Nachfolger holen. Die Hessen sind mit dem Spieler weitgehend einig, doch Borussia Mönchengladbach stellt sich bislang quer, ruft weit mehr auf, als die von der Eintracht gebotenen fünf Millionen Euro. Die beiden Parteien liegen weit auseinander, es ist nicht so, dass der Deal kurz vor dem Abschluss stünde. Deshalb ist auch die Frage, ob es so klug war, Rebic quasi offiziell zu verabschieden und ihm, wenn man so will, die Tür vor der Nase zuzuschlagen. Damit beraubt man sich womöglich einer Option, auf die man noch mal hätte zurückgreifen könnte. Es ist ohnehin die Frage, ob sich die Investition in Hahn lohnt. Der frühere Offenbacher, 26, hat zwei durchwachsene Jahre hinter sich, eines mit zwei langen Verletzungspausen, das letzte mit mäßigen Leistungen. In der vergangenen Spielzeit gehörte der schnelle Flügelspieler nicht zum unangefochtenen Stammpersonal, kam zwar auf 30 Einsätze, wurde aber zwölfmal ein- und neunmal ausgewechselt, drei Tore stehen zu Buche. Seine mit Abstand erfolgreichste Runde war die Saison 2013/14, als er zwölf Tore machte und neun vorbereitete. Schon länger her.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare