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Axel Hellmann findet deutliche Worte: „Das ist keine Fankultur mehr“

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Von: Niklas Kirk

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Axel Hellmann
Fand deutliche Worte an den eigenen Anhang: Eintracht-Vorstandschef Axel Hellmann © Arne Dedert/dpa/Archivbild

Im Zuge der Mitgliederversammlung mahnen die Verantwortlichen ein Umdenken von Teilen der Anhängerschaft an. Dabei stellt Axel Hellmann nochmals Prinzipien heraus.

Frankfurt – An Kontroversen wurde während der Mitgliederversammlung von Eintracht Frankfurt am Montag (26. September) nicht gespart. So gehörte zum Thema Europa neben den erfreulichen Dingen, wie dem Europa-League Sieg und der Champions-League Teilnahme, auch die jüngsten Bilder, die in Marseille auf den Rängen produziert wurden.

Dass dabei scheinbar eine rote Linie überschritten wurde, zeigt sich in entsprechenden Redebeiträgen von Peter Fischer und vor allem Vorstandschef Axel Hellmann. Zurück bleibt die Frage, ob das Binnenverhältnis zwischen Verein und Fans durch die jüngsten Ereignisse dauerhaft beschädigt ist.

Axel Hellmann: „Dürfen nicht messen, wer mehr Täter hat.“

Dass Eintracht Frankfurt am heutigen Dienstag die Modalitäten für den Kartenvorverkauf für das Gastspiel bei Tottenham bekannt geben konnte, lag nicht zuletzt am Urteil der UEFA, das eine Auswärtssperre für Eintracht-Fans zur Bewährung aussetze. Dazu passte der mahnende Ton, den Axel Hellmann an die eigenen Anhänger richtete.

Nachdem er die Umstände verurteilt, in denen Frankfurter in Marseille in bestimmten Gegenden keine Vereinsfarben der Eintracht tragen sollten, ging er arsch dazu über, die eigene Anhängerschaft ins Gebet zu nehmen.

So gäbe es keine Rechtfertigung für tätliche Angriffe auf gegnerische Fans, auch wenn im Stadion der Beschuss mit pyrotechnischen Gegenständen vorwiegend aus der Heimkurve ausgegangen war. „Wir dürfen nicht messen, wer mehr Täter oder mehr Opfer hat. Diese Frage dürfen wir nicht stellen“, so Hellmann. „Ich möchte nicht, dass aus einem Eintracht-Block auf andere Blöcke geschossen wird, in dem Menschen stehen.“ unterstrich er ein Prinzip, das nicht verletzt werden dürfe.

Die Vorfälle von Marseille würden weiter intern aufgearbeitet und Konsequenzen nach sich ziehen. Hellmann, der um die Wichtigkeit eines ständigen Dialogs mit der eigenen Kurve weiß, sieht, dass auch das Fehlverhalten von Eintracht-Anhängern Anlass dafür gibt, vor der eigenen Haustür zu kehren, statt allein auf die Anhänger von Olympique Marseille zu zeigen. „Das ist keine Fankultur mehr. Das ist Gewalt und kriminelle Energie“, wurde Hellmann ein weiteres Mal deutlich.

Weiter stellte er nach kritischen Tönen, unmissverständlich klar, dass das Zeigen von Hitler-Grüßen bei Eintracht Frankfurt keinen Platz habe. Dass eine Sanktionierung durch den Verein bisher ausblieb, erklärte er mit den noch immer andauernden Ermittlungen der Polizei. „Es glaubt ja hoffentlich keiner, dass Eintracht Frankfurt Hitler-Grüße im Stadion toleriert“, kam Hellmann auf ein weiteres Prinzip zu sprechen.

Mitgliederversammlung bei Eintracht Frankfurt – Peter Fischer mit Stimmverlusten

Ein weiteres Fragezeichen kam im Zuge der Präsidentenwahl auf, ob das abgeschwächte Ergebnis für Peter Fischer auf ein belastetes Verhältnis mit Teilen der Fans zurückzuführen sei. Je nach Lesart kam Fischer bei der Wahl auf 79,8 Prozent, was nach wie vor ein akzeptables Ergebnis darstellt, jedoch um einiges mehr Gegenwind enthält als das Ergebnis von vor vier Jahren.

Die Vorfälle in Marseille bezeichnete Fischer rhetorisch fragwürdig als „Bürgerkrieg“ bevor er inhaltlich konkreter wurde. „Natürlich gab es auch von unserer Seite Fehlverhalten. Wir haben einen Pyro-Paragraphen als einziger Verein in unserer Satzung. Wir haben klare Linien, zu denen wir immer stehen. Wir sind ein Fan-naher Klub und wollen das bleiben. Wir wissen, was uns das in den letzten 20 Jahren gebracht hat. Aber es gibt eben dicke rote Grenzen: Pyro aus der Hand, Platzsturm, das muss sanktioniert werden. Wir wollen gemeinsam Spiele genießen und ohne Strafen die Champions League feiern.“, so Fischer, ebenso auf Prinzipien verweisend.

Bereits nach dem Pokal-Spiel gegen Magdeburg und dem Liga-Auftakt gegen die Bayern sah sich Fischer dazu genötigt, Fan-Ausschreitungen öffentlich zu verurteilen und auf die Gefahr von Geisterspielen in der Champions League hinzuweisen.

Geisterspiele in der Champions-League sind nun vorerst abgewendet, auch wenn den Verein die „Causa Marseille“ mindestens 45.000 Euro kosten wird. Neben dem Kontrollblick der UEFA auf die Anhängerschaft von Eintracht Frankfurt, wird auch das Binnenverhältnis zwischen Verein und Anhängerschaft aktiv zusammengehalten werden müssen. (nki)

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