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Als Kapitän gefordert: Martin Hinteregger (rechts) würde auch gerne mal wieder ein Spiel gewinnen.
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Als Kapitän gefordert: Martin Hinteregger (rechts) würde auch gerne mal wieder ein Spiel gewinnen.

SGE

Eintracht Frankfurt: Spiel gegen extrem unangenehme Kölner kein Selbstläufer

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Das Team von Trainer Oliver Glasner musste schon fünf Unentschieden verbuchen – dadurch wächst die Gefahr, weiter abzurutschen.

Frankfurt - Der Retter des stolzen 1.FC Köln, der weise Fußballgelehrte Friedhelm Funkel, hatte zu seiner Frankfurter Zeit das eine oder andere Sträußchen mit den Medienvertretern auszufechten. Immerhin fünf lange Jahre hielt es der Bundesliga-Methusalem im Stadtwald aus, und zumeist war ihm die Berichterstattung in toto zu negativ. Das, keine Frage, ist systemimmanent, typisch für die Branche. „Bei Ihnen“, setzte Dino Funkel also im Gespräch mit dem einen oder anderen Pressemenschen sehr gerne an, „ist das Glas immer halb leer. Bei mir ist es immer halb voll.“

Eintracht Frankfurt noch ohne Sieg

So hat es der heute 67-Jährige, dessen hohe fachliche und menschliche Qualität viel zu spät erkannt wurde, zu einer bemerkenswerten Karriere gebracht, 596 Profispiele als Aktiver, 903 als Trainer – die meisten davon übrigens an der Seitenlinie von Eintracht Frankfurt, 194 Spiele, 70 Siege, 74 Niederlagen. Seine letzte Mission schloss er in Köln erfolgreich ab, Klassenerhalt über die Relegation. Und Abgang.

Die Rheinländer haben es also dem Rheinländer Funkel zu verdanken, dass sie in dieser Saison noch in der Bundesliga spielen dürfen und am Samstag nach Frankfurt kommen, um mit der wackelnden Eintracht die Kräfte zu messen. Der Frankfurter Großklub steht nach fünf Spieltagen schon unter Druck, denn vier Punkte und Platz 15 sind nun eher bescheiden für einen Verein, der in den vergangenen Jahren vom Erfolg verwöhnt war und bei dem die Ansprüche enorm gestiegen sind.

Einen Sieg konnte die Eintracht in dieser Runde in sieben Anläufen noch nicht verbuchen, zwei Niederlagen zu Beginn (eine im Pokal in Mannheim, die andere im ersten Spiel in Dortmund) stehen fünf Remis gegenüber, vier in der Liga, eines im Europapokal gegen Fenerbahce Istanbul. Die vielen Unentschieden helfen tabellarisch nicht weiter, sie führen erst zu einem Tippeln auf der Stelle und dann zumeist zu einem seichten, aber stetigen Abrutschen.

Oliver Glasner, der immer noch neue Trainer der Eintracht, sieht das ein bisschen anders, denn es komme ja auch auf den Blickwinkel an, schließlich bedeuten fünf Unentschieden in Serie nicht nur fünf Spiele ohne Sieg, sondern natürlich auch fünf Spiele ohne Niederlage. Weshalb Oliver Glasner – Obacht – im Brustton der Überzeugung bekundet: „Bei mir ist das Glas immer halb voll.“ Friedhelm lässt grüßen.

Eintracht Frankfurt: „Achtmal sieglos, Drama“

Der 47-Jährige kennt sich mit ganz vielen ausgeglichenen Spielen aus, in seiner ersten Saison in Wolfsburg startete er mit fünf Remis aus zehn Begegnungen (aber vier Siegen), in seiner zweiten Runde mit sechs Unentschieden (ebenfalls vier Siege). Auch die Eintracht hatte in der letzten Spielzeit eine ähnliche Phase, in sieben der ersten zehn Partien holte sie nur einen Punkt. Und dann folgte das Aufeinandertreffen mit Glasners VfL Wolfsburg, die Niedersachsen siegten spät mit 2:1, in der 88. Minute durch einen Treffer von Wout Weghorst – und über dem Mittellandkanal lachte die Sonne.

Glasner kann sich noch bestens an die enge Partie erinnern und auch an die Auswirkungen des Ergebnisses: „Da hieß es bei uns: ,Wow, toll, elf Spiele ungeschlagen.‘ In Frankfurt hieß es: ,Acht Spiele sieglos, Drama.’“ Der Fußballlehrer schiebt zur Verdeutlichung der emotionalen Diskrepanz nach: „Wegen eines Tores in der 88. Minute.“ So eng liegen Triumph und Fall beisammen.

Die Eintracht legte übrigens noch ein Remis nach, 3:3 gegen Borussia Mönchengladbach, und es ist heute ein offenes Geheimnis, dass Adi Hütter längste Zeit Trainer gewesen wäre, wenn das folgende Auswärtsspiel in Augsburg nicht gewonnen worden wäre. Der 2:0-Erfolg beim FCA markierte wiederum den Startschuss zu der imposanten Serie von neun Siegen in zehn Spielen. So läuft das im Fußball manchmal.

Eintracht Frankfurt: Jakic bei der Nationalelf

Für die Eintracht ist es am Samstag dringend erforderlich, endlich drei Punkte am Stück einzufahren, zum einen weil sie im Klassement Boden gutmachen muss, wenn sich nicht in Verdrückung kommen und sich ihre Ziele frühzeitig abschminken will. Schließlich geht es nach der Köln-Partie zu den Bayern, und in München setzte es regelmäßig eine ordentliche Tracht Prügel. Aber es wäre auch psychologisch enorm wichtig, viele hoffen darauf, dass irgendwann der Knoten einfach platzt und dann alles fließt, was jetzt noch stockt. Ob es so einfach ist? Die Saison könnte auch eine eher schwierige, knifflige werden, ein Übergangsjahr eben.

Dessen ungeachtet ist die Aufgabe gegen den 1.FC Köln eine extrem unangenehme, gewiss kein Selbstläufer. Acht Zähler haben die Domstädter auf ihr Konto gepackt, sie sind giftig und gallig, ungemein schwer zu bespielen. Steffen Baumgart, der etwas andere Trainer, hat einen wahren Hype um den FC entfacht, die Fans liegen dem unverstellten, lauten und extrovertierten Fußballlehrer zu Füßen. Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche hat eine ungefähre Idee, was auf sein Team zukommen wird. Er hat den Offensivliebhaber Baumgart 2017 zum SC Paderborn geholt. „Alle seine Mannschaften spielen offensiv und mutig“, sagt Krösche. „Aber wir wollen endlich die ersten drei Punkte holen.“

Dazu müsste die Eintracht, bei der Kristijan Jakic nach nur drei Spielen im Frankfurter Dress erstmals eine Einladung für die kroatische Nationalmannschaft erhalten hat, an ihrer Konzentrationsfähigkeit gegen Ende der Spiele arbeiten: In der Tabelle der zweiten Halbzeit ist sie Letzter.

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