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Donnerstagabend, Flutlicht, Choreo: Europapokal können sie in Frankfurt, hier 2019 gegen den FC Chelsea.
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Donnerstagabend, Flutlicht, Choreo: Europapokal können sie in Frankfurt, hier 2019 gegen den FC Chelsea.

SGE

Eintracht Frankfurt kann wieder in der Europa League zaubern

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Eintracht Frankfurt versucht den bitteren Beigeschmack des Saisonendspurts loszuwerden und sich auf die Europa League einzustimmen.

Frankfurt am Main - Einmal seien sie an dieser Stelle noch erwähnt, die Träume, die aufkeimten und gar nicht mal als fiese Täuschungen der Fantasie anmuteten, irgendwann im Frühjahr, nach Bayern, Dortmund, Wolfsburg, selbst nach Augsburg noch. Da blühte die Vorstellung auf bei vielen, vielen Sympathisanten von Eintracht Frankfurt, von den Angestellten des Fußballbundesligisten ganz zu schweigen, selbst bundesweite Medien wie „Spiegel“, „SZ“, die „11 Freunde“ - alle gönnten sie dem Traditionsklub aus dem Hessischen den Erfolg, und träumten einfach mit. Da fielen sie also die Namen der – jetzt wird’s pathetisch - heiligen Kathedralen des rollenden Balles. Camp Nou, Estadio Bernabéu, Parc des Princes, Anfield Road, hach, Anfield ...

Mittlerweile wissen alle: Es kam anders. Die Frankfurter Eintracht hat eine sehr gute Saison im Endspurt noch in eine gute verwandelt, oder anders formuliert: Sie hat’s versemmelt. Die Gründe des Abschmierens sind längst breit diskutiert. Langweilig war es jedenfalls nicht. In dieser Woche dann auch noch: die Verpflichtung des Trainers Oliver Glasner aus Wolfsburg.

Eintracht Frankfurt: Interessante Gegner warten

Statt in der Champions League tritt der neue Übungsleiter mit Eintracht Frankfurt kommende Saison in der Europa League an, zum dritten Mal innerhalb von vier Spielzeiten sind die Hessen in diesem Wettbewerb dabei. Rein objektiv betrachtet: ein außerordentlicher Erfolg. Und daher bemühen sich die Verantwortlichen des Klubs so langsam ihren Schmerz des späten Scheiterns abzuschütteln, hilft ja eh nix, macht nur miese Laune. In den Worten von Axel Hellmann, Vorstandssprecher und ein Eintrachtler durch und durch, klang das vor einigen Tagen so: „Ich schaue mir an, wer in den Ligen auf den Euro-League-Plätzen steht und denke mir: Das ist schon nicht so schlecht.“

Und natürlich hat er Recht, da kicken bald spannende Kontrahenten mit. Neben den deutschen Vertretern, Frankfurt und Leverkusen, sind bisher qualifiziert aus Spanien: Real Sociedad San Sebastián und Betis Sevilla; aus England: Leicester City und West Ham United; aus Frankreich: Olympique Lyon und Olympique Marseille; aus Italien: SSC Neapel und Lazio Rom; aus Portugal: Sporting Braga; aus Russland: Lokomotive Moskau.

Eintracht Frankfurt: Vorfreude bei Oliver Glasner

Zudem: Auch aus der Champions-League-Quali könnten interessante Klubs abrutschen, etwa Celtic Glasgow, Benfica Lissabon, oder AS Monaco mit dem früheren Frankfurter Trainer Niko Kovac. „Das sind große und gute Namen, das wird ein heißes Thema und hat eine hohe Attraktivität“, sagt Hellmann, der als Marketingvorstand neben den sportlichen Aspekten stets auch wirtschaftliche im Blick hat. Entscheidend für ihn: „Wir brauchen wieder Zuschauer im Stadion.“ Dann sei es gerade in Frankfurt, wo der Europapokal zweifelsohne überschwänglicher als an vielen anderen Standorten zelebriert wird, mit zauberhaften Choreos und Gänsehaut-Garantie, fast schnuppe, ob nun die Hymne der Champions- oder Europa League erklingt.

„Der Run auf den Klub wird sich rechtzeitig in einer attraktiven Nachfrage widerspiegeln.“ Darin ist sich Hellmann sicher, darauf könnten sich die neuen Sportverantwortlichen, Vorstand Markus Krösche und Trainer Glasner, freuen. Sie wollten die erfolgreiche Arbeit fortführen, tat der Coach gleich mal kund und verwies auf die „großartigen Auftritt“ der Eintracht in den zurückligenden Europapokaljahren.

Eintracht Frankfurt: Neuer Modus in Europa League

Zumal die Uefa versucht hat mit ihrer Reform den Reiz des Wettbewerbs zu steigern. Der künftige Modus: Statt bisher 48 treten nur 32 Teams an, entsprechend reduzieren sich die Gruppen von zwölf auf acht. Die Tabellenersten der jeweiligen Tableaus ziehen direkt ins Achtelfinale ein, überspringen damit eine Zwischenrunde, in der sich die Zweiten in Hin- und Rückspielen mit den Absteigern aus der Champions League ums Weiterkommen balgen müssen.

Die Dritten der Europa League müssen die internationale Fußballbühne ebenfalls nicht verlassen, sie dürfen im Sechzehntelfinale der neugeschaffenen Conference League weiterspielen. Viel Theorie, die in der Praxis bedeutet: Hat die Eintracht ein wenig Losglück und stellt sich nicht gänzlich ungeschickt an, ist das Überwintern im Europapokal ins Jahr 2022 hinein absolut machbar - entweder halt in Europas zweiter oder dritter Liga.

Eintracht Frankfurt: Axel Hellmann kritisiert die Politik

Und so blicken sie in Frankfurt bei aller schmerzhafter Erinnerung an verpuffte Träume mittlerweile auch erwartungsfroh auf zwei Termine voraus: Den 27. August, den Tag der Auslosung, und den 16. September, den Abend des ersten Spiels. Freilich war und bleibt da noch diese nervige Variable Corona. Hellmann, ein Macher, ein Antreiber, der die Fähigkeit besitzt, langfristig zu denken und handeln, der Projekte schon dann aufs Gleis setzt, wenn andere nicht mal drüber nachdenken, vermutet, dass die Realität für etliche Fans weiterhin eine vor der Flimmerkiste sein wird: „Dass wir bald 51.500 Zuschauer mit Ticket und Bier in der Hand durch Tore reinlassen, ist geträumt.“ 15.000 Fans, ohne sich auf diese Zahl festnageln lassen zu wollen, hält er für realistisch, viel mehr nicht.

Dazu kommt aus Sicht des 49-Jährigen eine weitere Problematik: „Wir können nicht Ordner postieren, die sich dann die gelben Impfpässe anschauen. Das wird nicht funktionieren.“ Dass Deutschland nach 15 Monaten Pandemie noch keine digitale Plattform habe, aus Sicht von Hellmann ein Versäumnis, „das ist mein Vorwurf an die Politik“. Denn ohne eine digitale Lösung, „kann ich mir eine größere Rückkehr von Zuschauern nicht vorstellen.“ (Daniel Schmitt)

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