Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Doppeltorschütze beim 2:0-Hinspielsieg der Eintracht in Mainz: André Silva (rechts), Frankfurter Goldjunge. hübner
+
Doppeltorschütze beim 2:0-Hinspielsieg der Eintracht in Mainz: André Silva (rechts), Frankfurter Goldjunge. hübner

SGE

Eintracht Frankfurt und die heiße Phase – auf die besseren Nerven kommt es an

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
    schließen

Eintracht Frankfurt, seit dem 19. Spieltag unter den ersten Vier der Tabelle, hat die Königsklasse in eigener Hand.

Frankfurt – Am heutigen Mittwoch und nach drei freien Tagen biegen die Profis von Eintracht Frankfurt endgültig in die siedendheiße Phase dieser bislang so prima verlaufenen Saison ein. Drei Spiele sind es noch, dann ist klar, ob diese Runde mit dem größten Erfolg in der jüngeren Vereinshistorie gekrönt wird, dem Erreichen der Champions League, oder eben nicht. Die Europa League, das nur nebenbei, ist den Hessen nach dem Einzug von RB Leipzig und Borussia Dortmund ins Pokalfinale am übernächsten Donnerstag ohnehin nicht mehr zu nehmen. Könnte zu einer gewissen Beruhigung beitragen. Einerseits.

Eintracht Frankfurt: Speckpolster schnell abgeschmolzen

Andererseits: Seit dem 19. Spieltag und einem 3:1-Sieg gegen Hertha BSC am 29. Januar dieses Jahres steht Eintracht Frankfurt auf einem Platz, der für die Königsklasse berechtigt, meist auf dem vierten Rang. Und am 28. Spieltag verfügten die Hessen noch über ein sehr komfortables Speckpolster, sieben Punkte betrug der Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund. Da sollte nichts mehr schiefgehen, frohlockte die Gemeinde Mitte April. Doch dann verkündete Trainer Adi Hütter seinen Abschied, eine Zäsur, die Mannschaft verlor in der Folge zwei ihrer drei Begegnungen, der schöne Vorsprung ist zum 32. Spieltag an diesem Wochenende auf ein mickriges Pünktchen geschmolzen.

Bruno Hübner: Können nur gewinnen

Eintracht Frankfurt, 13 lange Spieltage unter den ersten Vier der Tabelle, hat auf einmal wieder etwas zu verlieren. Sportdirektor Bruno Hübner, ein zu überbordenden Optimismus neigender Mann, findet das nicht: „Wir dürfen nicht denken, dass wir viel zu verlieren haben, sondern, dass wir Großes erreichen können.“

Amin Younes: „Spielen nicht um die Goldene Ananas. Das ist fantastisch“

In eine ähnliche Kerbe schlägt Amin Younes, seit einiger Zeit offiziell an Adduktorenbeschwerden laborierend und deshalb vorübergehend in Belgien „bei einem Vertrauensmann“ in guten Händen: „Wir müssen uns bewusst werden, dass diese Situation doch eigentlich Spaß macht: Wir können Champions League spielen! Das ist doch etwas Fantastisches.“ Als Belastung empfinde er und die Mannschaft diesen Druck nicht, sagte er jetzt in der „FAZ“, es mache viel mehr „Spaß, nicht um die Goldene Ananas zu spielen“. Der 27-Jährige, zuletzt erstaunlicherweise nur als Einwechselspieler gebraucht, meldet sich zurück. „Mein Einsatz gegen Mainz ist aus meiner Sicht nicht gefährdet.“

Eintracht Frankfurt hat es in der eigenen Hand

Nach wie vor haben es die Frankfurter ganz allein in der eigenen Hand - gewinnen sie ihre drei „machbaren Spiele“ (Hütter) am Sonntag (15,30 Uhr) gegen Mainz 05, danach auf Schalke und zu Hause gegen den SC Freiburg kann ihnen keiner an den Karren fahren. Drei Siege sind aber keinesfalls garantiert, schon die nächste Begegnung gegen den Nachbarn aus Mainz birgt ihren speziellen Reiz. Gegen die Rheinhessen tut sich die Eintracht oft schwer, die letzten beiden Heimspiele verloren die Frankfurter jeweils 0:2.

Ein Mainzer Sieg gegen Berlin hätte vieles erleichtert

Vermutlich wäre es für Eintracht Frankfurt auch ein bisschen einfacher, hätten die Mainzer am Montag ihr Nachholspiel gegen Hertha BSC gewonnen, mit einem Sieg (statt des 1:1) wären die Nullfünfer aller Abstiegssorgen ledig. So fehlt ihnen - bei fünf Punkten Vorsprung auf den ersten Nichtabstiegsplatz - noch der eine oder andere Zähler zum sicheren Verbleib in der Liga.

Nullfünfer noch gegen alle Champions League-Anwärter

Zumal die Mainzer in den letzten drei Spielen gegen alle drei Champions-League-Anwärter antreten müssen, neben Frankfurt noch gegen Dortmund und am 34. Spieltag beim VfL Wolfsburg. Mainz 05, fünftbestes Rückrundenteam, könnte also das Zünglein an der Waage im Königsklassen-Rennen werden.

Eintracht Frankfurt: Einen Punkt Vorsprung auf den BVB

Freilich muss aus Frankfurter Sicht auch die Konkurrenz erst einmal punkten, und deren Restprogramm ist ebenfalls nicht ohne: Der BVB, dessen heißer Atem die Hessen spüren, empfängt schon am Samstag RB Leipzig, nicht gerade ein Selbstgänger. Allerdings könnten die Leipziger, die keine realistische Chance auf die Meisterschaft, dafür die Champions League sicher haben, Leistungsträger schonen für das an Christi Himmelfahrt anstehende Pokalfinale gegen Borussia Dortmund. Und am letzten Spieltag muss der BVB gegen Bayer Leverkusen spielen.

Selbst der VfL Wolsburg kann noch eingefangen werden

Selbst der aktuelle Dritte VfL Wolfsburg (einen Punkt vor Frankfurt, zwei Punkte vor Dortmund) könnte noch durch den Rost fallen, auch die Wölfe haben anspruchsvolle Hürden mit den Spielen gegen Union Berlin (H), Leipzig (A) und eben Mainz am 22. Mai vor der Brust. Und auch in der Autostadt lodert ja, wie man hört, genügend Störfeuer, gibt (und gab) es Unruhe wegen der Wechselabsichten des längst nicht mehr unumstrittenen Trainers Oliver Glasner (die FR berichtete).

Der Trend spricht klar für Borussia Dortmund

Der momentane Formtrend der drei Aspiranten spricht aktuell für die Dortmunder, die seit der 1:2 Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt die folgenden vier Bundesligaspiele gewonnen haben und zudem im Pokalhalbfinale gegen Zweitligist Holstein Kiel beim 5;0 schnell für klare Verhältnisse sorgten.

Eintracht braucht starke Nerven, einen guten Matchplan und Fortune

Sicher ist: Das Rennen um die Champions League, die jedem Teilnehmer per se um die 20 Millionen Euro garantiert, wird spannend bleiben, es wird auf die besseren Nerven, die bessere Tagesform, den besten Matchplan ankommen, auf eine gewisse Locker- und Leichtigkeit, trotz allem. Und auf das Quäntchen Glück, das jeder braucht, der erfolgreich sein will. (Thomas Kilchenstein)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare