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Eintracht-Ultras im Clinch mit der Polizei: Fans werfen Einsatzkräften überzogenes Vorgehen vor

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Von: Georg Leppert

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Beim Bundesliga-Spiel gegen TSG Hoffenheim brennen Eintracht-Fans Pyrotechnik ab.
Beim Bundesliga-Spiel gegen TSG Hoffenheim brennen Eintracht-Fans Pyrotechnik ab. © Arne Dedert/dpa

Beim Bundesliga-Spiel gegen die TSG Hoffenheim kritisieren Fans der Eintracht das Vorgehen der Frankfurter Polizei. Das Verhalten der Beamten sei ein „absoluter Hohn“.

Frankfurt – Gut war sie nie, die Beziehung zwischen den Ultras der Eintracht und der Frankfurter Polizei. Nun hat das Verhältnis einen Tiefpunkt erreicht. Auf Plakaten, die beim Fußball-Bundesligaspiel der Eintracht gegen die TSG Hoffenheim am Samstag (23.04.2022) im Waldstadion hingen, kritisieren die Fans die Polizei massiv und attackieren vor allem den hessischen Innenminister Peter Beuth (CDU). Hintergrund ist der Streit um Pyrotechnik und eine Lautsprecheranlage.

Bei den Eintracht-Heimspielen gegen den FC Barcelona und den SC Freiburg in diesem Monat hatten die Fans in der Nordwestkurve Pyrotechnik gezündet. Als Reaktion darauf stellte die Polizei mehrfach zeitweise eine Lautsprecheranlage ab, mit dem die Vorsänger der Eintracht-Ultras auch im Oberrang der Kurve und in Teilen der Gegentribüne zu hören sind. Mit der Technik wollen die Fans die Stimmung im Stadion koordinieren.

Eintracht Frankfurt: Polizei verteidigt Abstellen der Lautsprecheranlage

Die Polizei sieht dieses Vorgehen als notwendig an. Behördensprecher Thomas Hollerbach wies nach den beiden Partien auf FR-Anfrage auf die Gefahr durch Pyrotechnik hin. Das Abbrennen sei zumindest eine Ordnungswidrigkeit, im Einzelfall könne auch ein Straftatbestand erfüllt sein. Die Polizei habe die Anlage der Fans kurzzeitig abgestellt, damit die über die Stadionlautsprecher getätigte Aufforderung, das Abbrennen von Pyrotechnik zu unterlassen, überall im Stadion verstanden werden konnten. Auch in Zukunft würden bei Bedarf „alle anderen Medien heruntergeregelt, um die volle Aufmerksamkeit der Besucher zu erlangen“, so Hollerbach: „Das betrifft nicht nur, aber auch die Lautsprecheranlagen der Ultras.“

Auch beim 2:2 der Eintracht gegen Hoffenheim am Samstagnachmittag zündeten die Fans in der Nordwestkurve einzelne Bengalische Feuer. Wieder meldete sich die Sicherheitssprecherin der Polizei zu Wort. Doch die Lautsprecheranlage der Fans konnten die Beamtinnen und Beamten diesmal nicht abstellen. Sie war nämlich gar nicht in Betrieb. Als Reaktion auf das Vorgehen der Polizei, das die Ultras in ihrer Stellungnahme als „albernes Bestrafungsinstrument“ bezeichnen, hatten die Fans auf die Technik verzichtet und nur eine kleinere Anlage eingesetzt, auf die die Polizei keinen Zugriff hat. Die Vorsänger waren deshalb aber nur in einem Teil der Kurve zu verstehen.

Eintracht Frankfurt: Ultras bezeichnen Vorgehen der Polizei als „absoluten Hohn“

In ihrer Stellungnahme weisen die Fans darauf hin, im Spiel gegen Freiburg sei lediglich ein Rauchtopf gezündet worden. Die Bengalischen Feuer gegen Barcelona seien kontrolliert abgebrannt worden. Eine Gefahr habe nicht bestanden – anders als beim Vorgehen der Polizei an einem Eingang zum Stadion, so die Ultras. Sie bezeichnen es als „absoluten Hohn, dass Beamte in so einem Spiel aktiv versuchen, den Erfolg des größten hessischen Vereins zu sabotieren“.

Verantwortlich für dieses Vorgehen sei Innenminister Peter Beuth, so die Fans. In ihrer Stellungnahme gehen sie auch auf die Landtagswahl im Herbst 2023 ein: „Wir als Nordwestkurve werden uns niemals parteipolitisch äußern – aber sind Personen, die Eintracht Frankfurt aktiv schaden möchten, dazu geeignet, dieses Bundesland zu regieren?“ (Georg Leppert)

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