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Viele Bälle, ein Haller - das verspricht Tore.

Werder Bremen - Eintracht Frankfurt

Adi Hütter macht vor dem Spiel in Bremen Druck

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Für Eintracht Frankfurt beginnen mit der Begegnung gegen Werder Bremen die Wochen der Klarheit, denn danach kommen große Gegner.

Am Ende hat sich dann doch einer getraut, die Frage nach den magischen Drei zu stellen. Spielen sie denn am Samstagabend im Bremer Weserstadion von Anfang an, die stürmischen Herren Jovic, Rebic und Haller? Der Herr Hütter hat da nur milde gelächelt, netter Versuch, aber: „Es wäre von mir nicht sehr intelligent, wenn ich das jetzt verraten würde“, beschied der Frankfurter Trainer Adi Hütter freundlich, aber bestimmt. Ganz so leicht wolle er es dem Bremer Kollegen Florian Kohfeldt dann doch nicht machen. In die Karten mag sich der österreichische Fußballlehrer nicht so gerne gucken lassen.

Also wird man sich bis eine Stunde vor Spielbeginn am Samstag um 18.30 Uhr gedulden müssen, um zu erfahren, ob die Frankfurter Eintracht auch im hohen Norden mit offenem Visier und drei Torjägern am Stück agiert oder doch eine Idee zurückhaltender auftritt und stattdessen drei Mann ins zentrale Mittelfeld beordert. Für beide Varianten gibt es gute Argumente, Hütter wird dabei auch die Leistungen aus der Trainingswoche nicht vernachlässigen. „Grundsätzlich bin ich ein Trainer“, sagt der Frankfurter Trainer, „der auf das Training großen Wert legt“, und der sehr genau schaut, wie sich ein Spieler unter der Woche bei der täglichen Arbeit präsentiert. Immerhin gab es ja in den zurückliegenden Tagen, trotz Kälteeinbruchs, wieder ein normales Trainingsprogramm ganz ohne Jetlag.

Nach dem Spiel bei Werder Bremen beginnen die Wochen der Klarheit mit „hochinteressanten“ Partien gegen Teams, die allesamt in der Tabelle vor den Hessen stehen, sowie gegen Schachtjor Donezk. „Danach wissen wir, wo wir wirklich stehen und wohin die Reise geht“, sagt Adi Hütter, in diesen Begegnungen gehe „es um unglaublich viel“. Er verortet die Partie gegen Werder „als absolutes Schlüsselspiel“.

In der Hinrunde holten die Frankfurter gegen Bremen, Dortmund, Mönchengladbach und Leipzig genau einen Punkt, beim 1:1 zu Hause gegen RB. Das wäre dem 48-Jährigen mittlerweile zu wenig, aber er weiß natürlich auch sehr genau, dass der Blick auf das Spiel aus der Hinrunde eher trübe ist. „Beide Teams kann man nicht vergleichen.“

Mittlerweile stünden sich zwei Mannschaften gegenüber, „die beide schnell nach vorne“ kommen wollen, die ihr Heil in der Offensive suchen. Ein blasses Null-zu-Null ist aus seiner Sicht ein Ergebnis, das es sicherlich nicht geben wird, genauso wenig wie „ein 7:6“ für Werder Bremen, mit einem solchen Ausgang liebäugelte, halb im Scherz, der Kollege Kohfeldt.

Adi Hütter erwartet bessere Vorstellung

Adi Hütter hat aber auch keinen Hehl daraus gemacht, dass er eine bessere Vorstellung seiner Mannschaft als gegen den SC Freiburg erwartet. Trotz aller Kritik: „Das Wichtigste war, dass wir nach zwei Spielen ohne Sieg mit einem Sieg in die Erfolgsspur zurückgekehrt sind“, sagt Hütter, der dennoch volle Konzentration verlangt. „Wenn wir so spielen wie gegen Freiburg, dann wird es schwer für uns.“ Neben der fehlenden Griffigkeit vermisste er vor einer Woche auch Bissigkeit und Aggressivität. „Und es kann nicht sein, dass wir zu Hause nur dem Ball hinterherlaufen.“ Da werden die Profis in dieser Woche einiges zu hören bekommen haben. „Wir müssen gegen eine tolle Bremer Mannschaft gewappnet sein und Antworten finden.“

Im Vergleich zum 3:1 gegen Freiburg kehrt Mijat Gacinovic zurück in den Kader, „er ist ein Thema“. Dafür muss der Dauerläufer im Mittelfeld, Gelson Fernandes, wegen einer Gelbsperre pausieren. „Es gibt nur einen Gelson Fernandes, trotz allem muss ich eine Lösung finden. Wir haben Spieler, die Gelson auf eine andere Art ersetzen können“, kündigte Hütter an. Jonathan de Guzman könnte genauso ins Team rücken wie Rückkehrer Gacinovic, wenn Hütter eben nur zwei seiner Angreifer in die Anfangsformation beruft. Sebastian Rode wird in erster Linie im defensiven Mittelfeld Löcher stopfen müssen.

Ob auch das Loch, das der Weggang von Verteidiger Carlos Salcedo gerissen hat, gestopft werden soll, ist offen, man müsse „immer in Bewegung sein“, sagte der Coach, dessen ungeachtet sei er „mit dem Kader sehr zufrieden“. Allerdings stehen ihm - nimmt man mal die Rekonvaleszenten (Timothy Chandler, Luca Torro, Allan Souza) sowie Marco Fabian und Branimir Hrgota aus, die keine Rolle mehr spielen und gehen sollen - derzeit 20 bundesligataugliche Spieler zur Verfügung.

Heute Abend steht übrigens Kevin Trapp zum 100. Mal im Tor von Eintracht Frankfurt, und da will der ehrgeizige Schlussmann nach Möglichkeit seine weiße Weste behalten. So oft ist ihm das in der Liga nicht gelungen, erst zweimal. Ohnehin gehört Trapp zu der Kategorie von Torleuten, die jedes Gegentor als persönliche Beleidigung auffassen. Adi Hütter ist da viel entspannter. „Wenn wir gewinnen, ist mir ein Gegentor nicht so wichtig.“ Aber Hütter steht ja nicht unter der Latte.

Zum Spiel

Bremen: Pavlenka – Gebre Selassie, Langkamp, Moisander, Augustinsson – Bargfrede – M. Eggestein, Klaassen – J. Eggestein, Rashica – Kruse. 

Frankfurt: Trapp – Abraham, Hasebe, Ndicka – Rode, de Guzman – da Costa, Kostic – Jovic, Haller, Rebic. 

Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart). 

Es fehlen der Eintracht: Fernandes (5. Gelbe Karte), Torro, Chandler, Allan Souza (alle Trainingsrückstand).

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