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Endlich geschafft, die anstrengende Vorbereitung ist vorbei: Fabio Blanco (von links), Djibril Sow, Danny da Costa und Rafael Borré gefällt’s. hübner
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Endlich geschafft, die anstrengende Vorbereitung ist vorbei: Fabio Blanco (von links), Djibril Sow, Danny da Costa und Rafael Borré gefällt’s. hübner

SGE

Eintracht Frankfurt: Traum von der Champions League lebt weiter

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Trotz bevorstehender Dreifachbelastung rechnet sich Eintracht Frankfurt gute Chancen auf eine erneute Europa-Quali aus - manch einer träumt von der Champions League.

Frankfurt - Auch wenn es am Sonntag erstmal mit dem DFB-Pokal losgeht, fühlt sich Eintracht Frankfurt ordentlich gerüstet für den Ligastart kommende Woche in Dortmund. Kann sie auch. Die beiden Neuen, Sportvorstand Markus Krösche und Trainer Oliver Glasner, leisteten bisher gute Arbeit. Unaufgeregt geht es trotz einer gewissen personellen Fluktuation bisher im Stadtwald zu. Ob das auch für eine ähnlich erfolgreiche Saison wie die vergangene taugt? Die FR vermutet schon, aber, ganz ehrlich: Wenn es am Ende doch schiefgehen sollte, wenn es bergab gehen sollte, dann haben wir es doch eh immer geahnt. Zumindest insgeheim.

Wie stark ist der Kader?

In der Spitze haben die Frankfurter an Qualität verloren - im doppelten Sinne. Angreifer André Silva will nun lieber für Leipzig Torschützenkönig werden, hat er zumindest so formuliert. Da werden die Lewandowskis und Haalands dieser Welt wohl nur gelangweilt drüber lächeln. Sei’s drum. Silvas Abschlussqualität wird der Eintracht auf alle Fälle fehlen. In der Kaderbreite aber haben die Frankfurter zugelegt, spannenden Leute kamen, vor allem schnelle. hungrige Profis. Jesper Lindström aus Dänemark, Rafael Borré aus Kolumbien, auch der junge Fabio Blanco aus Spanien. Vorerst müssen es aber erstmal die Arrivierten wuppen. Kevin Trapp im Tor, Martin Hinteregger in der Abwehr, Makoto Hasebe, Djibril Sow und Neu-Kapitän Sebastian Rode im Mittelfeld, vor allem Filip Kostic auf dem Flügel (siehe auch: Wer sticht heraus?). Genügend Personal mit vernünftiger Qualität ist also vorhanden.

Worauf steht der Trainer?

Er mag es gerne sachlich, der Oliver Glasner. Er ist kein Lautsprecher, keiner für markige Sprüche, Privates gibt er selten preis. Muss er auch nicht. Ins Reden kommt er immer dann, wenn es um die Belange seiner Truppe geht, vor allem um deren taktisches Verhalten. Darauf legt er großen Wert. Die Gegentorflut der Vorsaison soll eingedämmt werden, ohne dabei an Offensivpower einzubüßen. Gar nicht so einfach, dafür feilt er an Details, unterbricht häufig die Trainingseinheiten, Glasner arbeitet eng zusammen mit Sportvorstand Krösche, sie harmonieren gut. Privat mag er offenbar die kurzen Wege – zum Stadion und in die Stadt. Er wohnt in Sachsenhausen, auch das dort ansässige, österreichische Lieblingsrestaurant seines Vorgängers Adi Hütter soll der gebürtige Salzburger längst ausprobiert haben.

Wo hapert es noch?

Bisher darf Trainer Glasner eigentlich zufrieden sein. Natürlich, weiter einspielen müssen sich die Frankfurter, gewöhnen an die Ideen ihres neuen Chefs - aber bei welchem Verein ist das während einer Vorbereitung nicht der Fall? Ansonsten: Dem Kader fehlt weiterhin ein Mittelstürmer, am besten ein großgewachsener, der an der Seite von des wuseligen Rafael Borré die Bälle für die Kollegen ablegen und - noch wichtiger - selbst versenken kann. Die 28 Ligatreffer von André Silva wollen schließlich irgendwie auf andere Leute verteilt werden, soll die Saison tatsächlich ähnlich erfolgreich wie die vorherige verlaufen.

Zu- und Abgänge

Zugänge : Jens Grahl (VfB Stuttgart), Jesper Lindström (Bröndby IF), Rafael Borré (River Plate), Fabio Blanco (Valencia CF), Diant Ramaj (1. FC Heidenheim), Christopher Lenz (1. FC Union Berlin), Enrique Herrero Garcia (FC Villarreal), Danny da Costa (FSV Mainz 05, Leihe endet), Goncalo Paciencia (Schalke 04, Leihe endet).

Abgänge : Ali Akman (NEC Nijmegen, Leihe), Fynn Otto (Hallescher FC, Leihe), Rodrigo Zalazar (Schalke 04, Leihe), Frederik Rönnow (Union Berlin), André Silva (RB Leipzig), Elias Bördner (Viktoria Köln, Leihe), Luka Jovic (Real Madrid, Leihe endet), Markus Schubert (Schalke 04, Leihe endet), Yannick Brugger (Admira Wacker), Dejan Joveljic (LA Galaxy), Nils Stendera (Hessen Kassel), Jetro Willems (Vertragsende), Jabez Makanda (Vertragsende), Lukas Fahrnberger (Vertragsende), Dominik Kohr (Mainz 05, Leihe verlängert).

Wer sticht heraus?

Nachdem der Knipser weg ist, muss es der Vorarbeiter des Knipsers mehr denn je richten: Filip Kostic ist der beste Frankfurter Feldspieler, auch in der Vorbereitung wieder. Er flankt, rennt, schießt, und dann wieder alles von vorne, unermüdlich der Mann. Wichtig, dass er bleibt - danach sieht es zumindest aktuell aus. Defensiv soll Martin Hinteregger den Laden zusammenhalten, das kann er, das hat er längst bewiesen.

Wie geht’s dem Schatzmeister?

Persönlich wieder gut. Finanzboss Oliver Frankenbach hat eine recht schwere Corona-Infektion zum Glück hinter sich gebracht. Seinen Job verrichtet er mit gewohnter Akribie und Augenmaß, geklotzt wird nicht. Lediglich Lindström kostete bisher eine Ablöse: sieben Millionen Euro. Aber klar, der angegebene Verlust aus der ersten Corona-Saison ist groß, auf 45 Millionen Euro beziffert ihn die Eintracht. Auch sei nicht viel Spielraum für weitere Monate ohne Fans im Stadion, wie Aufsichtsratchef Philip Holzer im FR-Interview betont. Alles in allem aber geht’s anderen Klubs schlechter – ein kleiner Trost in schweren Zeiten, irgendwie zumindest. Der Verkauf von Silva brachte viel Geld, dazu kommen Einnahmen für Ex-Trainer Adi Hütter und Ex-Vorstand Fredi Bobic. Zuletzt mussten einige Kicker aus der Tiefe des Kaders gehen (u.a. Zalazar, Joveljic, Rönnow). Auch wichtig für den Geldbeutel.

Was ist drin?

Manch Spieler träumt vom Einzug in die Champions League, andere von europäischen Festtagen. Beides zu vereinen wird schwierig, wäre dann schon ein hartes Programm. Dennoch: In der Liga sind nur wenige Teams deutlich besser besetzt, im Grunde nur die Top drei (Bayern, Dortmund, Leipzig). Leverkusen und Gladbach könnten ein bisschen besser sein, dahinter aber wird sich die Eintracht mit einer Reihe von Klubs um die erneute Quali für die Europa League balgen. Die FR tippt gewohnt optimistisch: Dafür langt’s!

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