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Es wird eng auf dem Platz: Trainer Oliver Glasner und sein Co Michael Angerschmid üben mit den Profis an der Taktiktafel.
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Es wird eng auf dem Platz: Trainer Oliver Glasner und sein Co Michael Angerschmid üben mit den Profis an der Taktiktafel.

Kampf um Stammplätze beginnt

Eintracht Frankfurt sucht die erste Elf: Wer rangelt mit wem?

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Auf dem Trainingsplatz von Eintracht Frankfurt tummeln sich bald 33 Spieler – es gibt ein paar Spannungsfelder und dichtes Gedränge im Mittelfeld sowie Sturm

Frankfurt - Am Montag wird das selbsternannte Feierbiest die Ferien in Österreich beendet haben und sich wieder in Frankfurt einfinden. Hoffentlich gut erholt, schließlich ist so eine Ernennung zum Ehrenbürger im Heimatdorf ja keine staubtrockene Angelegenheit. Doch Eintracht-Unikum Martin Hinteregger, der Mann aus den Bergen, freut sich darauf, wieder in seiner Wahlheimat mit den alten Kumpels seiner Arbeit nachzugehen. Woanders will er ja gar nicht kicken. Weder in Bella Italia noch bei Ziehvater Adi Hütter am Niederrhein.

Stefan Ilsanker, der andere österreichische EM-Fahrer (29 Spielminuten), wird Anfang der kommenden Woche ebenfalls zur Mannschaft stoßen, gefolgt von den Schweizern Steven Zuber und Djibril Sow. Der eine, Zuber, wird nach seinen vier EM-Vorlagen (Rekord) vor Selbstvertrauen strotzen. Der andere, Sow, nach zwei Kurzeinsätzen eher Aufbauhilfe benötigen.

Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche will den Kader verschlanken

Auch die beiden Ersatztorhüter, der Däne Frederik Rönnow und der Deutsche Kevin Trapp, sollen alsbald wieder am Main aufschlagen, als letzter Akteur wird Neuzugang Rafael Santos Borré erwartet, der kolumbianische Nationalspieler war bis vor kurzem noch bei der Copa America am Ball.

33 Profis wird Eintracht-Trainer Oliver Glasner dann auf dem Übungsplatz begrüßen können. Das ist zu viel Personal, Sportvorstand Markus Krösche will den Kader verschlanken. In den Mannschaftsteilen herrscht dennoch dichtes Gedränge.

Nicht überall ist die Situation so einfach wie im Tor: Dort ist Kevin Trapp die unangefochtene Nummer eins. Der 31-Jährige ist das Aushängeschild des Vereins, hat Ambitionen aufs Kapitänsamt. Doch was wird aus Vertreter Rönnow? Der EM-Tourist, 28, blickt auf ein vermurkstes Jahr auf Schalke zurück, er ist in Frankfurt bis 2022 gebunden. Nicht mehr auszuschließen, dass er seinen gut dotierten Vertrag erfüllen und in einem Jahr ablösefrei gehen wird. In seinem Schatten könnte Diant Ramaj noch ein Jahr reifen, der 19-Jährige zeigt sich selbstbewusst.

Eintracht Frankfurt: Links gepolt, rechts gespielt

Die Ausrichtung von Eintracht Frankfurt wird davon abhängen, ob Glasner die Viererkette implementieren wird, wonach es zumindest zurzeit aussieht. Diese Systematik hat Auswirkungen auf die Statik des Spiels. Zuvorderst natürlich auf die Abwehr. Da stellt sich die Frage, ob sich Glasner traut, beide zentralen Positionen mit den Linksfüßern Hinteregger und Evan Ndicka zu besetzen. Beide sind im Grunde gesetzt, klar die stärksten Verteidiger. Doch eben links gepolt. Für Vorgänger Hütter war es undenkbar, einen Abwehrmann auf der „falschen“ Seite aufzubieten. Und Glasner? Abwarten. Für die rechte Position steht ansonsten der Brasilianer Tuta bereit, der nach seiner 14-Tage-Quarantäne das Training wieder aufgenommen hat. Als Backups gelten Almamy Touré, blöderweise verletzungsanfällig, und Haudegen Ilsanker.

Auf der defensiven Außenbahn würde momentan alles für Danny da Costa sprechen, der hochmotiviert auftritt. Der junge Familienvater scheint wie befreit, das Nicht-Verhältnis zu Ex-Coach Hütter hatte ihn erst in die Innere Emigration und dann zum Nachbarn Mainz 05 getrieben. Timothy Chandler und Erik Durm sind die Alternativen.

Die gibt es auf der anderen Seite zu Christopher Lenz nicht. Das Experiment mit Filip Kostic wird nicht wiederholt. Der famose Serbe wird weiter vorne gebraucht – ganz Fußball-Frankfurt hofft, dass er nicht weggekauft wird. Steven Zuber indes könnte für gutes Geld gehen.

Am anderen offensiven Flügel versuchte sich zuletzt Aymen Barkok – mit mäßigem Erfolg. Der junge Fabio Blanco hat großes Potenzial, das er auch im Training andeutet, der 17-Jährige soll aber nicht verheizt werden.

Wer macht das Rennen im Eintracht-Mittelfeld?

Das größte Gerangel herrscht im Mittelfeld und im Angriff. Auf den sogenannten Sechser- oder Achter-Positionen tummeln sich viele potenziellen Stammspieler. Doch wer macht das Rennen? Sebastian Rode ist eigentlich gesetzt, doch sein Körper ist nicht mehr jungfräulich, die vielen Jahre Hochleistungssport samt seiner schonungslosen Spielweise haben Tribut gefordert. Makoto Hasebe ist noch immer Kopf der Mannschaft, wird aber 38. Wie lange wird der alte Hase noch sein Niveau halten können? Im Training performt er ganz hervorragend.

Djibril Sow gilt als unsicherer Kantonist, wird sich von Förderer Hütter emanzipieren und sich unter einem neuen Trainer beweisen müssen. Könnte schwierig werden für den sensiblen Schweizer. Auch Ajdin Hrustic, technisch beschlagen, guter linker Fuß, ist ein Kandidat für diese Positionen; Ilsanker hingegen nur Backup.

Überraschend: Der von St. Pauli zurückgeholte Rodrigo Zalazar, eine wilde Hummel, präsentiert sich ausgesprochen gut, spielfreudig, frech, unbekümmert, aggressiv. Da steckt was drin, das könnte was werden.

SGE: Vorne heißt es zwei aus vier

Getümmel gibt‘s auf der Spielmacherposition, wo Barkok nur Außenseiterchancen hat. Amin Younes ist eine Klasse für sich, aber seit Monaten angeschlagen oder verletzt. Zurzeit keine verlässliche Größe. Und dann sind da noch Daichi Kamda und Neuzugang Jesper Lindström. Um Kamada ranken sich nach wie vor Abwanderungsgerüchte, doch konkrete Offerten gibt es nicht. Der Japaner, ein Freigeist, ist wertvoll fürs Team, doch auch der Däne Lindström macht einen frischen, agilen Eindruck.

Und im Sturm wird noch nach einem Mittelstürmer gefahndet, im Werben um Randal Kolo Muani vom FC Nantes herrscht wegen unterschiedlicher Ablösevorstellungen Stillstand. Als sicher gilt aber: Ein Stoßstürmer wird noch anheuern. Und dann ist es nur schwer vorstellbar, dass die Eintracht hintendran mit Dejan Joveljic, Ali Akman, Goncalo Paciencia und Ragnar Ache, der gerade über den Umweg Tokio einen neuen Anlauf bei der Eintracht nimmt, in die Saison geht. Womöglich werden zwei von ihnen ausgeliehen oder abgegeben. Drei, vier Wochen bleiben ihnen noch, um sich für eine Weiterbeschäftigung zu empfehlen. (Ingo Durstewitz)

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