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Muss erst mal wieder gesund werden: Sebastian Rode.

Kaderplanung

Eintracht Frankfurt strebt „ein Wachstum mit Augenmaß“ an

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Eintracht Frankfurt wird mit Geduld und Nerven die offenen Personalfragen klären müssen.

Die letzte zündende Idee hatte Stefan Effenberg, der Hitzeblitz von einst. Der frühere Nationalspieler kam dieser Tage mit dem Vorschlag um die Ecke, Borussia Dortmund möge sich doch bitte Gedanken darüber machen, den bei Bayern München in Ungnade gefallenen Jerome Boateng aus seinem Vertrag auszulösen und den Verteidiger unter seine Fittiche zu nehmen. Boateng sei der „perfekte Stabilisator“, um den Bayern im Meisterschaftskampf Paroli zu bieten. So sieht’s aus.

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In Dortmund haben sie das nicht ganz so ernst genommen, sie haben ihre Hausaufgabe ja ohnehin schon gemacht, gleich dreimal sehr hochpreisig und hochkarätig auf dem Transfermarkt zugeschlagen: Julian Brandt, Thorgan Hazard und Nico Schulz heuern für rund 80 Millionen Euro in Westfalen an. Üppig, üppig. Hinzu kommen 21 Millionen, die der BVB in diesem Sommer noch für die feste Verpflichtung von Paco Alcacer an den FC Barcelona überweisen muss. Das sind horrende Ausgaben – die Millionengehälter der Spieler und die Beraterhonorare, bei denen der BVB ganz vorne mit dabei ist (siehe weiteren Bericht), nicht mit eingerechnet.

Für Haller würden bis zu 35 Millionen fällig

Kein Wunder, dass die Verantwortlichen der Borussia erst einmal schauen, den aufgeblähten Kader zu verschlanken. Die immer wieder mal ins Spiel gebrachten Profis wie Mario Mandzukic von Juventus Turin, Malcom vom FC Barcelona oder Duvan Zapata von Atalanta Bergamo sind da zunächst einmal kein Thema. Genauso wenig wie Sebastian Haller von Eintracht Frankfurt.

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Der Franzose galt nicht erst als Kandidat, seit das Wettportal (!) Sportwetten24 diese Meldung jüngst in die Welt setzte und Gott und die Welt sie ungefiltert abschrieb. Nein, die Dortmunder hatten den Mittelstürmer tatsächlich auf dem Schirm, schon im Herbst des vergangenen Jahres und auch im Frühjahr 2019 befassten sie sich mit dem fast 25 Jahre alten Angreifer. Sie stuften ihn als interessanten Mann ein. Der aber seinen Preis hat: 30, 35 Millionen Euro würden für Haller fällig.

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Auch West Ham und Newcastle United haben ein Auge auf den wuchtigen Stürmer geworfen, in England, das ist kein Geheimnis, würde Haller, vor zwei Jahren für sieben Millionen Euro vom FC Utrecht gekommen, gerne mal unterkommen. Nach dem letzten Saisonspiel in München äußerte er sich etwas kryptisch bezüglich seiner Zukunft. Versprechen, ließ er verlauten, könne er nichts, im Fußball könne alles passieren.

Zurzeit passiert erst einmal nichts. Die Eintracht-Verantwortlichen sind nicht besonders erpicht darauf, ihren Topstürmer abzugeben, auch wenn Vorstand Axel Hellmann zu bedenken gibt: „Wenn Spitzenvereine anklopfen, werden wir nicht jeden Spieler halten können.“ Da geht es weniger um die vertragliche Bindung, sondern eher darum, dass man einen Spieler, der unbedingt weg will, nur in absoluten Ausnahmefällen halten kann. Ein Verein muss da auch immer rational abwägen und wirtschaftliche Vernunft walten lassen. Zumal die Eintracht zwar eine Menge Geld in ihr Personal steckt, 2018 bereits 72 Millionen Euro, aber dennoch „ein Wachstum mit Augenmaß“ (Hellmann) anstrebt.

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Und natürlich ist ein Klub bestrebt, den besten Preis für sich zu erzielen, so wie es die Eintracht mit Luka Jovic versucht. Und der FC Augsburg mit dem nach Frankfurt verliehenen Abwehrrecken Martin Hinteregger, der mit der Eintracht über eine Festanstellung längst handelseinig ist. FCA-Manager Stefan Reuter aber will sich nicht abspeisen lassen, pocht auf einen zweistelligen Millionenbetrag als Ablöse. Er bringt auch andere, womöglich zahlungskräftigere Klubs ins Spiel. Doch gegen die Interessen des Spielers ist es nicht möglich, ihn andernorts unterzubringen. Das Ganze ist eher Teil eines Pokerspiels, bei dem Geduld und Nerven gefragt sind.

Auch bei Sebastien Haller werden die Frankfurter vieles versuchen, um ihn argumentativ von einem Verbleib zu überzeugen. Welchen Wert er für den Klub hat, zeigte sich deutlich wie nie, als er unpässlich war: Da purzelte die Eintracht aus den Champions-League-Rängen hinaus und fast gänzlich aus dem europäischen Geschäft. Haller fehlte an allen Ecken, ohne ihn holten die Hessen in sechs Bundesligaspielen nur einen Sieg und schossen fünf Törchen. Die gesamte Statik des Spiels änderte sich durch seine Absenz. Das Erfolgsgeheimnis des lange Zeit so famos aufspielenden Sturmdreiecks um Haller, Luka Jovic und Ante Rebic war auch ihre Ungleichheit und die daraus entstehenden Ergänzungsmöglichkeiten.

In Dortmund haben sie Haller nicht aus ihrem Kopf gestrichen, aber sie wägen genau ab, zumal BVB-Boss Hans-Joachim Watzke generell Bedenken hat, zu viel Personal für eine Position zu haben. „Je mehr Mittelstürmer-Konkurrenz du hast, desto mehr wirst du sehen, dass alle schwächer werden. Warum holt denn Bayern seit Jahren keine Alternative für Lewandowski?“ Trainer Lucien Favre favorisiert ohnehin eher weniger wuchtige und kantige Stürmer.

Was passiert mit Rode?

Auch Sebastian Rode spielt beim eigenwilligen Schweizer keine Rolle. Der so schwer am Knorpel im Knie verletzte Spieler wurde schon aussortiert, als er noch gesund war. Der 28-Jährige, zuletzt nach Frankfurt ausgeliehen, hat in Dortmund noch einen Vertrag bis 2020 – doch keine Perspektive mehr. „Mir fällt spontan keiner ein, der eine Option für uns wäre“, sagte Boss Watzke hinsichtlich einer möglichen Rückkehr der sieben Leihspieler, darunter auch André Schürrle oder Shinji Kagawa.

Auf eine Ablöse dürfen die Westfalen für Sebastian Rode freilich nicht hoffen, es wäre ja widersinnig, wenn die Eintracht für einen schwer verletzten Profi eine Entschädigungszahlung tätigen würde, zumal er, im besten Fall, erst in einem halben Jahr wieder zur Verfügung steht. In drei Wochen muss der Verein nicht mehr für das Gehalt des Südhessen aufkommen, dann wird die Berufsgenossenschaft und eine private Zusatzversicherung einspringen. Die Eintracht würde den Mann aus Alsbach-Hähnlein, der sich sofort zum Leistungsträger aufschwang, trotz des maladen Knies gerne halten – und sie hat ja durchaus die Möglichkeit, ein Vertragswerk zu modellieren, um dem Spieler ein gewisses Maß an Sicherheit zu geben, für den Klub selbst das Risiko aber zu minimieren. Von heute auf morgen geht aber auch das nicht.

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