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Eintracht Frankfurt: Möller hört als Jugendboss auf, Reserveteam soll kommen

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Von: Ingo Durstewitz, Daniel Schmitt

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Andreas Möller in der Commerzbank-Arena
Andreas Möller © Fredrik von Erichsen/dpa

Andreas Möller hört zum Saisonende als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums bei Eintracht Frankfurt auf. Zudem: Das geplante Reserveteam könnte künftig in Dreieich die Heimspiele austragen.

Frankfurt - Bewegung im fußballerischen Unterbau des Bundesligisten Eintracht Frankfurt: Nachdem die Hessen am Montag verkündet hatten, die Aufnahme einer zweiten Mannschaft beim Hessischen Fußball-Verband (HFV) beantragt zu haben, folgte am Dienstagabend die nächste Meldung: Andreas Möller, seit Oktober 2019 der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums am Riederwald, verlässt die Eintracht auf eigenen Wunsch zum Saisonende. „Ich möchte mich nach Vertragsende wieder vorrangig privaten Dingen widmen und mehr Zeit für die Familie haben“, ließ sich Möller in einer Mitteilung des Vereins zitieren.

Der Weltmeister von 1990 war trotz manch Protests vor zweieinhalb Jahren von Ex-Sportvorstand Fredi Bobic zum Jugendboss gemacht worden. Bobic-Nachfolger Markus Krösche dankte Möller nun für dessen Arbeit: „Andreas Möller hat in einer sehr schwierigen, durch die Corona-Pandemie geprägten Zeit, einen großen Einsatz für die Eintracht erbracht.“ Der Klub respektiere Möllers Entscheidung. „Andy hat uns frühzeitig in seine Gedanken einbezogen. Somit haben wir die Möglichkeit, dementsprechend zu reagieren und die Weichen für die Zukunft zu stellen.“ Ein Nachfolger ist noch nicht bekannt.

Wahrscheinlich ist, dass Krösche nun einen Mann seines Vertrauens an die Spitze der Eintracht-Jugend setzt, um für kommenden Jahre gewappnet zu sein. Zudem soll dem Vernehmen nach auch die Zukunft von U19-Trainer Jürgen Kramny, ebenfalls von Bobic verpflichtet, über die Saison hinaus ungewiss sein.

Eintracht Frankfurt: Krösche legt Fokus auf Talente

Sicher ist dagegen, dass die Hessen gerne künftig wieder eine Reservemannschaft in den Spielbetrieb integrieren wollen. „Wir hoffen, zur neuen Saison in der Hessenliga spielen zu können“, sagt Krösche. Den Frankfurtern geht es vor allem darum, ihren jungen Spielern den Einstieg in den Erwachsenenfußball zu erleichtern. So ist es nicht der Plan, erfahrene Ergänzungskräfte wie, sagen wir, Sam Lammers, Erik Durm oder Stefan Ilsanker, in der fünftklassigen Liga zu Spielpraxis zu verhelfen, sondern „jungen Perspektivspieler aus der ersten Mannschaft, die noch nicht kontinuierlich zum Stammkader gehören, Spiel- und Wettkampfpraxis auf höchstmöglichem Niveau“ zu geben. Spielern wie Fabio Blanco, 17, der nach nur einem halben Jahr bei der Eintracht und ohne Chance auf Profieinsätze den Rückzug nach Spanien zum FC Barcelona antrat, oder auch Enrique Herrero García, 17, der sich alsbald Real Madrid anschließen wird.

Vergleichbaren Spieler – auch aus der eigenen Jugend – sollen künftig bessere Chancen zur Entwicklung gegeben werden. Die Mannschaft soll daher im Wesentlichen einer U21 gleichen. Im Idealfall, das dürfte den Bossen klar sein, wäre auf Sicht dann auch der Aufstieg in die viertklassige und zumindest teil-professionelle Regionalliga nötig, um das Niveau der Gegner anzuheben.

Eintracht Frankfurt: Spiel Reserve künftig in Dreieich?

Doch Schritt für Schritt. Schon in den vergangenen Jahren hatte es immer mal das Ansinnen gegeben, die Reserve neu aufzubauen. Manch einer, wie Ex-Boss Bobic, ließ den Worten jedoch keine Taten folgen. Auch weil die HFV-Spielordnung einen Einstieg in eine vergleichsweise hohe Amateurliga nicht zuließ. Bis September 2021. Da beschloss der HFV-Verbandstag: „Der Verbandsausschuss für Spielbetrieb und Fußballentwicklung kann eine untere Mannschaft eines Vereins der Lizenzligen (Bundesliga und 2. Bundesliga) sowie der 3. Liga bei Aufnahme des Spielbetriebs, nach vorheriger Anhörung des zuständigen Kreisfußballwartes in eine Spielklasse auf Verbandsebene eingruppieren.“ Heißt: Der Einstieg in die Hessenliga ist möglich. Nicht nur für die Eintracht, auch für andere Profiklubs. Darmstadt 98, Zweitligist ohne Reserve, wiegelt auf FR-Anfrage ab: „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt und unter Berücksichtigung der infrastrukturellen sowie wirtschaftlichen Möglichkeiten ist dies für uns schwer darstellbar“, so Lilien-Sportchef Carsten Wehlmann.

Eintracht Frankfurt: Gespräche mit HFV

Die Eintracht dagegen, die im Hintergrund bereits länger mit dem HFV im Gespräch ist, stellte den Hessenligisten am Dienstagabend ihr Konzept vor. Unter ihnen war auch der SC Hessen Dreieich, zu dem die Frankfurter seit längerer Zeit eine gewisse Nähe pflegen. Einst war die Klubikone Charly Körbel Vizepräsident beim SC Hessen, aktuell werkelt Ex-Eintracht-Profi Patrick Ochs als Sportvorstand für Dreieich.

Der SC Hessen teilte seinen Spielern am Dienstagabend mit, die eigene Mannschaft zur neuen Saison zurückzuziehen. Die Eintracht könnte nun vom HFV den freigewordenen Platz zugewiesen bekommen. Wichtig: Das wäre keine Voraussetzung, erleichtert aber das Frankfurter Vorhaben. Zudem ist es längst kein Geheimnis mehr, dass der Regionalliga-taugliche Dreieicher Sportpark als Spielstätte der Eintracht-Reserve dienen könnte.

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