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Eintracht Frankfurt - Stehplätze statt Sofa

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Von: Niklas Kirk

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Die Fans von Eintracht Frankfurt beim Spiel in der Europa League gegen Barcelona.
Mehr Stehplätze sollen junge Fans an Eintracht Frankfurt und den Stadionbesuch binden © osnapix/Imago

Der seit längerem geplante Umbau des Waldstadions beginnt im Spätherbst. Dabei haben die Vereinsverantwortlichen auch kommende Fan-Generationen im Blick.

Frankfurt - Wenn Eintracht Frankfurt und die Bundesliga aufgrund der Winter-WM früher und länger pausieren als üblich - nämlich von Mitte November bis Ende Januar - werden im Frankfurter Stadtwald die lang geplanten Umbaumaßnahmen am Stadion und die damit einhergehende Erhöhung der Stehplatzkapazität umgesetzt.

Bereits vor 5 Jahren als das Projekt vorgestellt wurde, war die Rede von einem „sozial verträglichen Umbau“. Schon damals war der Gedanke, jungen Fans mit geringem Einkommen den Stadionbesuch erschwinglich zu machen. Nachdem vonseiten der Stadt im April dieses Jahres grünes Licht gekommen war, nahm Vorstandssprecher Alex Hellmann den Gedanken im Kicker-Interview wieder auf und wendete sich dabei unter anderem an künftige Fan-Generationen.

Eintracht Frankfurt-Vorstand Hellmann: „Kommt, ich nehme euch morgen mit ins Stadion.“ 

Die Preisfrage dürfte dabei aktueller denn je sein. Im Zuge der Inflation und wirtschaftlich rauen Pandemiejahren, wird der Anteil derjenigen, die sich einen spontanen Stadionbesuch leisten können, tendenziell gesunken sein. Dies gilt vor allem dann, wenn nur noch teurere Preiskategorien verfügbar sind.

Eine erhöhte Verfügbarkeit soll dem entgegenwirken und so betont Hellmann im Gespräch mit dem Kicker, dass es auch in Zukunft möglich sein muss, dem Nachwuchs die Faszination eines Stadionbesuchs spontan nahezubringen. „Die Mama und der Papa müssen abends beim Grillen zu den Nachbarskindern sagen können: ‚Kommt, ich nehme euch morgen mit ins Stadion.‘ Deshalb werden wir für jedes Spiel, auch wenn es eigentlich ausverkauft ist, 1000 Stehplatzkarten für Spontanentschlossene bereithalten“, so Hellmann „diese Spontanität ist wichtig, um neue Fans für den Fußball zu begeistern. Je jünger sie sind, umso günstiger muss man das gestalten.“

Eintracht Frankfurt: Der Stadionbesuch in Konkurrenz zum TV

Dass sich Fußballvereine wie Eintracht Frankfurt diese Begeisterung erkämpfen müssen und dabei in Konkurrenz zu anderen Freizeitgestaltungen stehen, ist auch Hellmann nicht entgangen. Es sei eine „große Herausforderung, die jungen Leute vor unserer Haustür“ zu gewinnen. Als Konkurrenten im Bereich des Zuschauersports nennt er die als Beispiel NFL. Diese erkennt das Potenzial des deutschen Marktes und wird aufgrund dessen erstmals ein Saisonspiel in München abhalten.

Dass es dabei nochmals gesteigert zum Profi-Fußball um Erlösmöglichkeiten im Zuge einer Sportveranstaltung geht, statt Zuschauer als Vereinsmitglieder und gleichberechtigte Gestalter anzusehen, wird gerne betont. Doch auch im Profi-Fußball muss dieser Status aktiv verteidigt werden, vor allem dann, wenn europäische Spitzenklubs offene Gedankenspiele um eine exklusive Liga erlauben, in denen Gedankenspiele um sozial-verträgliche Eintrittskarten hinten anstehen dürften.

Eintracht Frankfurt-Vorstand Hellmann: „Auf der Couch wirst du bestenfalls Man City-Fan“

Für Hellmann besteht die entscheidende darin „Wie bekommen wir in diesem Medien- und Konsumumfeld die Aufmerksamkeit der jungen Leute für die Bundesliga? Auf der Couch wirst du bestenfalls ManCity-, Bayern- oder Dortmund-Fan.“ sagt Hellmann zugegebenermaßen etwas reißerisch in Richtung der Branchen-Riesen. „Wenn du aber den Fußball bei uns live erlebst, wirst du Fan von Eintracht Frankfurt. Das ist in Stuttgart oder Bremen nicht anders. Das gesamte Stadionerlebnis dringt tief in dich ein und gibt dir eine ganz andere emotionale Energie.“

Im Kampf um die beliebteste Freizeitbeschäftigung der Zukunft sieht sich Eintracht Frankfurt somit gut gerüstet. Durch die Aufstockung der Stehplatzkapazität dürften sich in Zukunft noch viele Generationen vom Stadion begeistern lassen und der Eintracht gleichzeitig Loyalität entgegenbringen und notwendige Einnahmen bescheren. (nki)

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