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Eintracht Frankfurt und der Stabilitätstest im DFB-Pokal

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Von: Daniel Schmitt

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Altbekannte Erfolgsgaranten: Mit den Angreifern Rafael Borré (links) und Jesper Lindström flutscht es schon ganz gut.
Altbekannte Erfolgsgaranten: Mit den Angreifern Rafael Borré (links) und Jesper Lindström flutscht es schon ganz gut. © Jan Huebner/Imago

Eintracht Frankfurt fiebert nach einer guten Vorbereitung dem Saisonstart in Magdeburg entgegen - ganz frei von Baustellen ist das Team aber nicht.

Frankfurt - Dass einem Testspielsieg nicht allzu große Bedeutung beigemessen werden sollte, vor allem einem gegen einen schwach auftretenden Viertligisten, steht ziemlich außer Frage. Natürlich auch für den Frankfurter Fußballlehrer Oliver Glasner. Da ist der Eintracht-Coach Realist genug, um aus dem 5:0 vom Mittwochabend bei Astoria Walldorf nicht zu viel Zuversicht zu ziehen für die am Montag (01. August) anstehende Prüfung, den schwierigen Auftakt im DFB-Pokal beim Zweitligisten 1. FC Magdeburg. Test ist Test, Ernstfall ist Ernstfall - andere Fußballwelten.

Gewisse Rückschlüsse aber zog Glasner nach dem Auftritt von Eintracht Frankfurt doch, ist auch nur logisch, ansonsten hätte die Partie ja überhaupt nicht angepfiffen werden müssen. Der Europapokalsieger-Trainer also stand dann direkt nach dem Spiel auf dem Rasen und ließ im Mediengespräch durchblicken, wie er sich das am Montag so vorstellt: viel Spielkontrolle, sofortiges Pressing nach Ballverlusten, schnelles Umschalten bei Ballgewinnen, zielstrebiges Angriffsspiel, Abschlüsse, Tore, ein Sieg. Klingt plausibel und recht einfach, wird es vermutlich aber nicht sein. „Wir sehen uns gut gerüstet für Magdeburg. Wir müssen dort einen geschlossenen Auftritt hinlegen. Dann gehen wir auch als Sieger vom Platz“, sagt Glasner. Es wird darum gehen, die richtige Mischung zu finden zwischen fußballerischen Mitteln und Härte, sich vom bereits zweimal in Pflichtspielen aktiven Gegner nicht den Schneid abkaufen zu lassen, sondern selbst stets die Initiative zu ergreifen - ohne, wie Glasner warnt, sich am „reinen Ballbesitz zu ergötzen“.

Eintracht Frankfurt: Neue Offensiven müssen Geduld aufbringen

Wenn der Eindruck nicht täuscht, müssen die neuen Offensiven derweil noch etwas Geduld aufbringen, werden Randal Kolo Muani, Lucas Alario und Faride Alidou vorerst auf der Bank Platz nehmen. Dass Glasner in Magdeburg auf die überzeugenden Europa-League-Sieger Rafael Borré, Daichi Kamada und Jesper Lindström verzichtet, ist kaum vorstellbar. Sie sind mit einem kleinen Vorsprung auf die interne Konkurrenz in die Vorbereitung gestartet und haben ihn nicht eingebüßt. „Ein, zwei Neue“ ließen sich immer gut in die Startelf integrieren, so Glasner, bei „fünf, sechs auf einmal“ gestalte sich das schwieriger und benötige etwas mehr Zeit. Zeit, die er seinem Team und den Zugängen geben will.

Und sollte Kamada nicht wie zuletzt in Walldorf als defensiver Mittelfeldmann auflaufen, also diese Variante bei einem Zweitligisten samt Hexenkessel-Kulisse als zu gewagt eingeschätzt werden und somit Kapitän Sebastian Rode oder Kristijan Jakic als Sechser auflaufen, könnte es gar für Mario Götze im offensiven Mittelfeld eng werden. Kamada jedenfalls wusste bisher mehr Akzente zu setzen als der Neue aus Eindhoven.

Eintracht Frankfurt: Oliver Glasner begeistert von Mario Götze

Freilich alles Luxusprobleme, die Glasner keine Sorgen zu bereiten scheinen. Der 47-Jährige jedenfalls ist begeistert von Götzes fußballerischen Fähigkeiten, erkennt den Wert, den sie haben - nicht nur gegen Magdeburg oder darauf gegen die Bayern und Real Madrid, sondern für die komplette Saison. Er habe zu Götze gesagt, so Glasner, dass er sich im eigenen Ballbesitz „von mir keinen Blödsinn einreden lassen soll“, dass der erfahrene Profi gerne auf seine Intuition, seine Kreativität, seine fußballerische Gabe vertrauen könne. „Du findest die Räume viel besser, als ich sie sehe“, so der Coach zu Götze. Fußballerisch kann die Eintracht im Spiel nach vorne mit dem 30-Jährigen, mit Kamada, Lindström, Borré, Kostic, Sow, Rode, Knauff, Muani, Alidou ohnehin eine Reihe von Jungs aufbieten, die einem flüssigen Kombinationsspiel zuträglich sind.

Hinten dagegen ist die Personaldecke momentan ein wenig ausgedünnt. Torwart Kevin Trapp ist krank, Evan Ndicka plagt sich mit Wadenschmerzen herum, Jerome Onguene mit Oberschenkelproblemen - ihre Einsätze sind fraglich. Zudem wird Hrvoje Smolcic in Magdeburg wohl nicht mitmachen dürfen. Der Neuzugang von HNK Rijeka hatte im kroatischen Pokalfinale die Gelb-Rote Karte gesehen. Die Eintracht versucht zwar noch, eine Sperre für den deutschen Cupwettbewerb abzuwenden, die Chancen dafür aber stehen gering.

Eintracht Frankfurt: Übungsfreier Tag am Donnerstag

So wird Glasner, der seinen Mannen am Donnerstag einen übungsfreien Tag gewährte, abwarten und reagieren müssen. Werden Trapp und Ndicka rechtzeitig fit, stehen sie in der Startelf. Ansonsten stünden für das Tor der junge, aber nicht immer sicher wirkende Diant Ramaj parat sowie für die Abwehr der alte, nahezu immer souverän agierende Makoto Hasebe. Tuta könnte in der abwehrenden Dreierkette nach rechts rutschen, Touré nach links.

Unabhängig davon wie es letztlich personell aussehen wird: Oliver Glasner vermittelt glaubhaft den Eindruck, sich auf den Saisonstart wie Bolle zu freuen - auf Magdeburg, „das attraktivste Los“ in des Pokals erster Runde, auf den FC Bayern, „den attraktivsten Gegner in der Bundesliga“, auf Real Madrid, „den wohl weltweit attraktivsten Gegner.“

In der Tat: spannende Spiele.

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