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Auf der Jagd nach einem Champions-League-Rang: Eintracht Frankfurt.

Eintracht Frankfurt - 1. FC Nürnberg

„Wir sind ein Spitzenteam“

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  • Ingo Durstewitz
    Ingo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt hat sich heimlich, still und leise an die Schwelle zu den Champions-League-Rängen gerobbt.

Aus gegebenem Anlass erinnerte der Frankfurter Trainer Adi Hütter am Sonntag an eine Szene aus dem Bundesligaspiel gegen Mönchengladbach Mitte Februar. Borussen-Stürmer Josip Drmic hatte da in der Nachspielzeit den Siegtreffer auf dem Fuß, doch er verzog einigermaßen kläglich, die Partie endete 1:1, für die Gladbacher etwas schmeichelhaft. Wenn Drmic aber vor gut einem Monat eingenetzt hätte, rechnete Adi Hütter vor, wären die Frankfurter exakt zwölf Punkte hinter der Elf vom Niederrhein gewesen. So blieb der damalige Abstand bei neun Zählern, auch noch eine gewaltige Hausnummer, doch jetzt, vier Wochen später, trennt den Fünften aus Frankfurt vom Vierten aus Mönchengladbach nur ein einziger Punkt, bei der Tordifferenz ist die Eintracht schon um sieben Treffer besser. Eine imposante Aufholjagd. „Das sind Fakten“, sagte der Coach nach dem 1:0-Arbeitssieg gegen das Schlusslicht aus Nürnberg. „Und das macht mich sehr, sehr stolz.“

Eintracht siegt gegen Nürnberg: Dreckig, aber hochverdient

Die Hessen eilen aktuell von einem Erfolg zum nächsten, in diesem Kalenderjahr haben sie noch gar kein Spiel verloren, 13-mal blieben sie unbesiegt, neunmal in der Bundesliga, viermal in der Europa League. Von den vergangenen sieben Begegnungen haben sie sechs gewonnen, davon fünfmal zu Null gespielt. „Das ist nicht selbstverständlich, wenn man sieht, wie offensiv wir spielen“, sagte der bärenstarke Verteidiger Martin Hinteregger.

Die Frankfurter haben Lunte gerochen, in der derzeitigen Verfassung sind sie ein klarer Kandidat für die Champions League, RB Leipzig ist als Dritter auch nur drei Punkte vor der Eintracht, und gerade bei Borussia Mönchengladbach auf dem ersten Königsklassenplatz ist der Trend gegenläufig zu dem der Hessen: Nur ein Sieg aus den vergangenen sechs Partien, glücklich 1:0 in Mainz, dafür aber drei deutliche Niederlagen, 0:3 gegen Hertha, 0:3 gegen Wolfsburg, 1:5 gegen die Bayern.

Eintracht-Verteidiger Hinteregger: „Es ist herausragend, was wir geleistet haben“

„Wir sind Adler, wir jagen gerne“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic lächelnd und fügte ernsthaft an: „Wir haben eine gute Ausgangslage, wir knabbern am Traum, vorne reinzurutschen.“

Martin Hinteregger erstaunt die jüngste Erfolgsgeschichte selbst ein bisschen: „Wahnsinn, manchmal muss ich echt schmunzeln, wie gut es läuft. Es ist herausragend, was wir geleistet haben.“

Der Vorsprung auf Bayer Leverkusen auf Rang sechs beträgt vier Punkte, der Ausrutscher der Werkself am Sonntagmittag gegen Werder Bremen (1:3) kam der Eintracht zupass. „Das war für uns gut, wir hingegen haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagte Hütter.

Frankfurt schlägt den Club

Fussball, 1. Bundesliga, Eintracht Frankfurt - 1. FC Nürnberg
Letztes Spiel von der Länderspielpause - und Eintracht Frankfurt fährt wieder einen Dreier ein. © E. Krieger
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Letztes Spiel von der Länderspielpause - und Eintracht Frankfurt fährt wieder einen Dreier ein. © E. K rieger
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Letztes Spiel von der Länderspielpause - und Eintracht Frankfurt fährt wieder einen Dreier ein. © E. Krieger

Der Österreicher ist mittlerweile längst so selbstbewusst, seine Mannschaft auch offiziell in Gefilden zu verorten, die für gewöhnlich anderen Kalibern vorbehalten sind. „Wir sind ein Spitzenteam geworden“, sagte der 49-Jährige, und als er ob der forschen Aussage dann noch mal dezidiert befragt wurde, konkretisierte er: 46 Punkte nach 26 Spielen, die zweite Erfolgsserie in dieser Saison, acht Siege in zehn internationalen Spielen, Einzug ins Viertelfinale der Europa League. „Das können Mannschaften, die zur Spitze gehören. Und dann kann man das ja auch sagen, andere sagen das ja auch über uns.“ Es ist zudem eine Einschätzung, die zutreffend ist, alles andere wäre alberne Kleinmacherei.

Eintracht Frankfurt mit Geduld zum Erfolg

Die Eintracht, das muss man klar so sagen, tritt wie ein Topteam auf, spielt mittlerweile gegen minderbemittelte Teams wie Nürnberg geduldig und routiniert, wartet auf ihre Chancen – von denen sie allerdings zu viele auslässt.

Das Restprogramm ist ebenfalls machbar, aus der ersten Hälfte des Tableaus warten nur noch drei Gegner, die allerdings allesamt auswärts: Leverkusen, Wolfsburg und Bayern München am letzten Spieltag.

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Was sich auch immer deutlicher zeigt: Die These, wonach die Eintracht den eher schwächeren oder durchschnittlichen Mannschaften klar überlegen ist, verfestigt sich. Da geben sich die Hessen kaum mal eine Blöße, zuletzt gar nicht mehr, wie die Siege gegen Hannover (3:0), Düsseldorf (3:0) und eben Nürnberg (1:0) zeigen – zwischendurch wurde mal eben Donezk (4:1), Hoffenheim (3:2) und Inter Mailand (1:0) bezwungen. Coach Hütter warnt aber eindringlich: „Die hinter uns schlafen nicht. Es wird ein beinharter Kampf, aber wir sind gut in Schuss und werden bis zum Schluss alles versuchen.“

Pyrovorfälle von Mailand: Kaum Hoffnung auf ein mildes Urteil der Uefa

Eintracht-Justiziar Philipp Reschke macht sich nach den Pyrovorfällen von Mailand wenig Hoffnung auf ein mildes Urteil der Uefa. „Wir kämpfen darum, einen Strohhalm zu erwischen. Aber das wird sehr schwer“, sagte er. Da Leuchtspuren zwischen Menschen auf der Tribüne gelandet waren, seien die Vorkommnisse für die Uefa „ein erheblicher Tatbestand“. Die Eintracht-Fans sind nach den unschönen Vorkommnissen von Rom im Dezember zurzeit nur auf Bewährung unterwegs. Nun droht ein Fans-Ausschluss beim Viertelfinalhinspiel in Lissabon.

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Derweil entschuldigten sich die Ultras Frankfurt für die Leuchtraketen in Mailand. „Das Spiel gegen Inter war eines der größten der jüngeren Vereinsgeschichte. Dass die Stimmung im Anschluss trotzdem eisig war, lag vor allem an den Leuchtspuren. Das war scheiße und ist durch nichts – gar nichts – zu entschuldigen“, hieß es in einer Mitteilung auf im Stadion verteilten Flugblättern. „Wir übernehmen die Verantwortung dafür uns ziehen daraus interne Konsequenzen.“ (dur)

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