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Konnte sich wahrlich nicht aufdrängen: Jetro Willems (links) im Zweikampf mit dem Schalker Breel Embolo.

Eintracht Frankfurt

In der Spitze noch nicht breit genug

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  • Ingo Durstewitz
    Ingo Durstewitz
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Die Schalke-Partie zeigt deutlich, dass sich bei der Frankfurter Eintracht nicht mehr viele Leistungsträger verletzen sollten.

Eigentlich ist Martin Hinteregger hart im Nehmen. So leicht wirft den österreichischen Nationalspieler nichts um, es sei denn, er wird von Suat Serder angesprungen. Ein paar Minuten hielt der Verteidiger nach dem kapitalen Foul (25.) durch, dann musste er vom Feld, Schwindelgefühle peinigten ihn, zudem habe er schlecht Luft bekommen, die Blessur wurde anderntags als Kehl- und Brustkorbprellung diagnostiziert. Dazu hatte er sich die Mittelhand gebrochen. „So richtig gemerkt habe ich das gar nicht“, sagte er. Am Sonntag, beim Auslaufen, war er wieder im Kreis der Mannschaftskollegen. Und auch am Donnerstag im Hinspiel in der Europa League gegen Benfica Lissabon will der 26-Jährige unbedingt dabei sein. „Ich bekomme eine Schiene für die Hand und denke, dass bis Donnerstag alles wieder in Ordnung ist. Aktuell fühle ich mich gut“, sagte Hinteregger am Sonntag.

Auf Martin Hinteregger können die Frankfurter nicht so leicht verzichten, der Leihspieler des FC Augsburg hat sich binnen kurzem als unverzichtbar herausgestellt.

Hinteregger mit Handbruch

So schnell, wie der kantige, solide Verteidiger hat sich lange keiner mehr ins Team gespielt, „15 Minuten“, so Trainer und Landsmann Adi Hütter, habe er allenfalls gebraucht, um in Frankfurt angekommen zu sein. Hintereggers Einsatz wäre auch deshalb von Bedeutung, weil Ersatzmann Almamy Touré nicht für die Europa League gemeldet wurde, Marco Russ weiterhin an Beschwerden an der Achillessehne laboriert. Auch David Abraham, der lange verletzungshalber pausieren musste, ist noch nicht in Topform.

Es ist jetzt nicht so, dass Eintracht Frankfurt bedenkenlos auf Leistungsträger verzichten könnte. Zwar ist richtig, dass der Kader in der Breite deutlich besser besetzt ist als in der Hinrunde, aber es ist ein Qualitätsunterschied festzustellen, wenn gewisse Spieler ausfallen. Das hat die Partie auf Schalke mehr als deutlich gezeigt. Dort fehlten insgesamt acht Profis, drei, nämlich Sebastien Haller (Bauchmuskelzerrung), Sebastian Rode (Wade) und Mijat Gacinovic zählen zu den Stammkräften. Und zumindest Haller und Rode sind adäquat kaum zu ersetzen. Beide haben auch am Sonntag nicht trainieren können, Gacinovic (Fersenprellung) immerhin ein bisschen. Ob sie bis Donnerstag wieder fit werden? „Hoffnung habe ich immer“, sagt Trainer Hütter.

Vor der Partie auf Schalke hat Hütter sinngemäß gesagt, er finde es gut, dass sich jetzt jene Spieler präsentieren können, die zuletzt eher weniger zum Einsatz gekommen waren. Er setze großes Vertrauen in den sogenannten zweiten Anzug, diese Spieler übten im Training enormen Druck aus und hätten somit auch ihren Anteil am Frankfurter Höhenflug. Jonathan de Guzman und Jetro Willems durften sich angesprochen fühlen, beide haben mittlerweile längst ihren Stammplatz verloren. Beide haben ihre Chance auf Schalke nicht nutzen können, beide fielen deutlich hinter das Leistungsvermögen der Kollegen, de Guzman entpuppte sich bald als Sicherheitsrisiko. Auch Willems ließ Gradlinigkeit vermissen, sein Spiel ist sinnfrei verschnörkelt.

Und wenn zwei Spieler auf zentralen Positionen im Mittelfeld ihre Leistung nicht abrufen, gerät auch das ansonsten wie geschmiert laufende Spiel der Frankfurter ins Stocken. Dann kommen Ungenauigkeiten auf, Fehlpässe häufen sich, die ganze Statik des Spiels stimmt dann nicht mehr. „Ich habe Vertrauen in jeden Spieler, der das Dress von Eintracht Frankfurt trägt“, sagt Hütter, der aber auch gespürt hat, dass mit Rode deutlich mehr Qualität im Spiel ist. Nach 45 Minuten korrigierte er, nahm de Guzman vom Feld und brachte einfach einen dritten Stürmer.

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