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Ein Fan im ansonsten leeren Block: Eintracht Frankfurt bekommt das Stadion nicht voll.
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Ein Fan im ansonsten leeren Block: Eintracht Frankfurt bekommt das Stadion nicht voll.

Fans bei Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt vor halbleeren Rängen: Teure Tickets, Fanfrust und 2G

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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Bei den letzten Spielen von Eintracht Frankfurt füllte der Fußball-Bundesligist aus Frankfurt das Stadion nicht mal ansatzweise – dafür gibt es viele Gründe.

Frankfurt - Ganz am Ende war es fast so wie früher, bevor das Virus alles beherrschte: Der Brasilianer Tuta köpfte in der letzten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich, auf der Tribüne lagen sich wildfremde Menschen in den Armen, betrunkene Fans stürzen zwei bis drei Sitzreihen hinunter, und als die Partie Sekunden später vorbei war, ging die Mannschaft von Eintracht Frankfurt auf eine Ehrenrunde durchs ganze Stadion. Jubelstimmung im Stadtwald – für einige wenige Momente.

Tatsächlich war die Atmosphäre im Stadion am Samstagabend eher trist, was vor allem an den vielen freien Plätzen lag. Nur 31.000 Zuschauerinnen und Zuschauer waren gekommen, obwohl die Eintracht in Verhandlungen mit dem Gesundheitsamt die Möglichkeit der Vollauslastung erreicht hatte. 51.500 Menschen hätten sich das Spiel anschauen dürfen. In manchen Blöcken in der Ostkurve saß so gut wie niemand. Und auch sehr viele der teuren Sitze in der Mitte von Gegen- und Haupttribüne blieben frei.

Gründe für Fernbleiben der Fans von Eintracht Frankfurt: Hohe Preise, schlechte Leistung

Neu ist dieses Phänomen nicht. Schon zu Beginn der Saison, als nur 25.000 Fans zugelassen waren, schaffte es die Eintracht mehrfach nicht, alle Tickets zu verkaufen. So kam es zu Zuschauerzahlen, wie es sie (in der ersten Liga) zuletzt in den 80er und 90er Jahren gegeben hatte, als die riesige Betonschüssel Waldstadion regelmäßig nur gegen Bayern München ausverkauft war.

Die Preispolitik ist einer der Gründe für die schlechte Resonanz. Die teuerste Karte kostet 70 Euro und selbst sehr mittelmäßige Plätze in der Kurve sind nur für 30 Euro aufwärts zu haben. Viel zu viel, finden viele Fans, vor allem Familien. Ein Ausflug zum Fußball würde sie – jenseits von limitierten Angeboten im Familienblock – mit Verpflegung und Parkplatz um die 200 Euro kosten. Und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt angesichts dieser Summen definitiv nicht. Die Mannschaft spielt zu schlecht – womit der zweite Grund für das Fernbleiben vieler Fans genannt wäre. Vor allem das Heimspiel gegen Hertha hatte keinerlei Unterhaltungswert.

Eintracht Frankfurt: 2G-Regel im Stadion erhitzt die Gemüter - Karg besetzte Ränge

Entscheidend ist zudem, dass große Teile der aktiven Fanszene, allen voran die Ultras und große Fanclubs, derzeit nicht ins Stadion gehen. Grund sind die Corona-Beschränkungen. So galt gegen Leipzig auf den Stehplätzen das 2G-Modell. Nur geimpfte oder genesene Zuschauer:innen durften in die Blöcke. Die Ultras aber hatten bereits Anfang November klar gestellt, dass sie sich eine Rückkehr unter diesen Bedingungen nicht vorstellen können.

Damit sich daran etwas ändern, müsste wohl auch in der Kurve das 3G-Modell gelten. Fans könnten dann auch auf ihre Plätze hinter dem Tor, wenn sie einen negativen Schnelltest vorweisen. Angesichts steigender Infektionszahlen ist aber zweifelhaft, ob es in der Hinrunde noch solche Lockerungen geben wird. Und so werden sich viele Fans wohl weiter auf dem Parkplatz Gleisdreieck oder im Fanhaus an der Louisa treffen und dort die Partien auf Leinwänden schauen.

Alle oder keiner: Mehrere Tausend Fans bleiben Spielen von Eintracht Frankfurt fern

Dass mehrere Tausend Anhängerinnen und Anhänger der Eintracht wegen dieser Alle-oder-keiner-Haltung nicht ins Stadion gehen, hat zudem weitere Konsequenzen. Auch Menschen, die selbst nicht zur Fanszene gehören, bleiben fern, weil die Stimmung ohne die Ultras und die großen Fanclubs eine andere ist als vor dem Lockdown. Die Stehplätze waren am Samstag weitgehend gefüllt mit Leuten, die dort normalerweise nicht stehen. Sie und der Oberrang taten ihr Bestes, um die Eintracht zu unterstützen. Der laute, wuchtige und vor allem organisierte Support aber fehlte. Für Teile des Publikums gehört er zum Stadionerlebnis dazu.

Immerhin: Bei den Spielen in der Europa League kann die Eintracht mit vollem Haus rechnen. Die Faszination Europacup – das zeigte sich zuletzt gegen Piräus – zieht genügend Menschen an. (Georg Leppert)

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