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Eintracht Frankfurt
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Ein Fan von Eintracht Frankfurt sucht auf der spärlich besetzten Tribüne nach seinem Sitzplatz.

Rückkehr des Publikums

Eintracht Frankfurt spielt vor 10.000 Fans

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Das Land zieht seine Einwände gegen die Genehmigung des Frankfurter Gesundheitsamts zurück. Eine Klage des Fußball-Bundesligisten ist nicht mehr nötig.

Frankfurt - Alleine die hessischen Gesundheitsämter tragen die Verantwortung für die Genehmigung großer Veranstaltungen. Mit dieser Klarstellung des Landes steht dem Testspiel von Eintracht Frankfurt am Samstag vor bis zu 10.000 Gästen nichts mehr entgegen. Fast einen ganzen Tag hatte das Sozialministerium für die Entscheidung gebraucht, wie es die Kuh vom Eis bringen will. Die Stadt war Wiesbaden nicht gefolgt, weil sie an der Rechtssicherheit zweifelte. Der Verein hatte mit Klage gedroht und für Mittwoch den Start des Verkaufs von 10.000 Tickets für die Partie gegen den französischen Erstligisten St. Etienne angekündigt.

Eintracht Frankfurt: Wie viele Fans dürfen dabei sein?

Los ging es mit einer „Klarstellung“ des Sozialministers Kai Klose (Grüne) am Sonntag. Lediglich 5000 Fans seien bei dem Match erlaubt. Montagabend teilte der Frankfurter Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) dann mit, diese Auflage entbehre jeglicher rechtlicher Grundlage. Das städtische Gesundheitsamt hatte 10.000 Zuschauende genehmigt - die Hälfte davon müsse geimpft oder genesen sein. Daran werde er nicht rütteln

Hinzu kam die Ankündigung der Eintracht, vor das Verwaltungsgericht zu ziehen. Offenkundig hätte der Bundesligist dort gute Siegeschancen gehabt. So lässt es sich erklären, dass Kloses Ministerium am Dienstag zurückruderte.

Der juristische Streit drehte sich um die Frage, welchen Wert eine so genannte Leitlinie besitzt. Auf diese hatte sich Klose in seiner Klarstellung vom Sonntag berufen. Und war dabei offenkundig über das Ziel hinausgeschossen. Sie habe lediglich „empfehlenden Charakter“, korrigierte sich der Minister am Dienstag. Besagte Leitlinien basieren auf einen Beschluss der Chefinnen und Chefs der Staats- und Senatskanzleien von Anfang diesen Monats. Sie betreffen „große Sportveranstaltungen mit länderübergreifendem Charakter und für andere Großveranstaltungen“. Bei diesem Treffen sei auch angeregt worden, bereits erteilte Genehmigungen immer auch unter Berücksichtigung der regionalen Infektionslage zu überprüfen, heißt es aus dem Ministerium. „Diese Information hat empfehlenden Charakter.“ Die Entscheidung selbst liege in der Verantwortung der Gesundheitsämter vor Ort.

Frage nach der inzidenz

Nach der Leitlinie, die Hessen in seine Auslegungshinweise, nicht aber in die Verordnung selbst übernommen hatte, sind bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 bis zur Hälfte der Zuschauerkapazität nutzbar – maximal 25.000. Bei höherer Inzidenz liegt die Grenze bei 5000 Zuschauenden. Eine Unterscheidung zwischen Geimpften und Ungeimpften sieht der Beschluss der Länder nicht vor. Die Inzidenz in der Stadt Frankfurt lag am Dienstag bei 33. In den vergangenen Tagen war sie mehrfach über den Grenzwert von 35 gestiegen.

Seit Wochen mehren sich die Stimmen, die die Orientierung alleine an Inzidenzen für nicht mehr zeitgemäß halten. Aus dem Sozialministerium hieß es dazu, man warte auf eine Entscheidung des Bundes, wie der Impffortschritt oder die Auslastung von Krankenhäusern stärker in die Genehmigung von Veranstaltungen einfließen kann.

Gesundheitsdezernent Stefan Majer erleichtert

In den Konflikt hatte sich am Ende auch der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) eingeschaltet. In einem Offenen Brief hatte er an Klose und den Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) appelliert, die Menschen nicht über einen Kamm zu scheren. Feldmann ging aber noch weiter: „Erlauben Sie Geimpften und Genesenen den Zutritt zu Veranstaltungen über die jeweilige Höchstgrenze hinaus.“

Gesundheitsdezernent Stefan Majer sagte am Dienstagabend der FR: „Ich freue mich, dass unsere Entscheidung Bestand hat.“ Die Stadt Frankfurt könne nun „den Weg, den wir im Konsens mit der Eintracht gefunden haben, weitergehen.“ (Jutta Rippegather)

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