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Spieler und Fans bejubeln das 5:1.

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Eintracht Frankfurt spielt sich gegen Bayern München in einen Rausch

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    Thomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt zerlegt Bayern München mit 5:1. Der Kommentar.

Freud und Leid liegen zuweilen dicht beieinander, manchmal getrennt von einem Meter oder vielleicht zwei. Am frühen Samstagabend ließ sich der höchst unterschiedliche Gemütszustand zweier Menschen an ihren Mienen und Stimmen ablesen: Hier saß Niko Kovac, der angeschlagene und angezählte Trainer der Bayern, und presste mit stockender und belegter Stimme hervor: „Ich kann mich nicht erinnern, als Trainer höher verloren zu haben, man darf hier nicht 1:5 verlieren, das ist enttäuschend und ärgerlich, aber das ist die Realität.“ Ende der Durchsage. „Vielen Dank.“ Ein Häufchen Elend. 

Dort, eineinhalb Meter entfernt, saß Adi Hütter und wählte fast schon pathetische Worte, um das Erlebte wiederzugeben: „Das war ein Riesenerlebnis, ein besonderer Tag und ein besonderer Sieg. Das ist nicht alltäglich. Ich bin glücklich und extrem stolz auf meine Mannschaft.“ Pardauz. Zwei Männer, ein Spiel, zwei verschiedene Welten. 

Sieg von Eintracht Frankfurt war auch in der Höhe verdient

Mit sage und schreibe 5:1 hat Eintracht Frankfurt am Samstagnachmittag den Abomeister von der Isar zerlegt, die Hessen haben ihren hoch dekorierten Widersacher, man muss das klar so sagen, demontiert, ihn nach allen Regel der Kunst auseinandergenommen. Der Erfolg ging auch in der Höhe in Ordnung, die Bayern waren sogar noch gut bedient, hätten sich über ein 1:6 oder 1:7 auch nicht beschweren können, nur dank Nationaltorwart Manuel Neuer setzte es keine historische Pleite für den berühmtesten Verein Deutschlands. 

So konnten die Bayern am Ende mit dem 1:5 noch ganz gut leben. „Es ist ein unglaublicher Tag. Ein 5:1 hätten wir uns vor dem Spiel nicht erträumt, aber der Sieg ist in der Höhe verdient“, sagte der starke Mittelfeldmotor Sebastian Rode, der einst selbst das Dress der Münchner trug. 

Früher Platzverweise von Boateng hilft Eintracht Frankfurt

Begünstigt wurde das Resultat, da gibt es natürlich keine zwei Meinungen, durch die frühe Rote Karte gegen Ex-Nationalverteidiger Jerome Boateng, der sich nach nicht mal zehn Minuten nicht anders zu helfen wusste, als den auf ihn zustürmenden Goncalo Paciencia kurz vor dem Strafraum von den Beinen zu holen. Platzverweis. Eine vertretbare Entscheidung. „Sicher die Schlüsselszene“, wie Adi Hütter richtig analysierte. Der bärenstarke Filip Kostic brachte die Eintracht in Führung (25.), Djibril Sow erhöhte, ehe Robert Lewandowski die Münchner heranbrachte. 

Die Demontage: Eintracht Frankfurt zeigt dem FC Bayern München beim 5:1-Triumph Grenzen auf

Die Hessen machten aber unbeirrt weiter und spielten sich, wie ihr Coach befand, in einen „Rausch“, Kapitän David Abraham (49.), Martin Hinteregger (61.) und Paciencia (85.) sorgten für den Kantersieg. „ Das war eine Riesen-Mentalität“, sagte der herausragende Hinteregger. „Wir sind eine richtig geile Mannschaft, genau so müssen wir immer auftreten.“ Die Eintracht ist die beste Heimmannschaft der Liga, hat keine Partie verloren, von den sechs Spielen vier gewonnen. 

„Um vorne dabei zu bleiben, müssen wir aber auch auswärts ein bisschen zulegen“, forderte der Trainer, der überraschenderweise „Schlüsselspieler“ (Hütter) Makoto Hasebe auf der Bank ließ. Eine Entscheidung, die der 49-Jährige selbst als „mutig“ bezeichnete. Zum Schluss feierte auch der länger verletzte Angreifer André Silva sein Comeback, übrigens nach nur einem – sehr gemächlichen – Training mit der Mannschaft. Der Portugiese bereitete den 5:1-Endstand dann gleich mal mustergültig und sehr hübsch vor. 

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Sieg gegen die Bayern war eminent wichtig für Eintracht Frankfurt

Der erste Bundesligasieg gegen die Bayern seit neun Jahren schmeckte süß, war aber auch „eminent wichtig“, wie Hütter sagte. Denn mit einer Niederlage hätten die Frankfurter den Anschluss nach oben erst einmal verloren. So musste Hütter gar eine Frage zur deutschen Meisterschaft beantworten und welche Rolle Eintracht Frankfurt da womöglich spielen könne. „Lassen wir mal die Kirche im Dorf“, entgegnete der Fußballlehrer lächelnd. 

Und bei der Bayern? Nach der abermals indiskutablen und alarmierend blutleeren Vorstellung steht Niko Kovac vor dem Aus. Es wäre keine Überraschung, sollte der 48 Jahre alte Kroate noch vor dem Champions-League-Spiel gegen Piräus die Papiere in die Hand gedrückt bekommen. Einen Rücktritt schloss der frühere Eintracht-Coach aus. „Einfach kann jeder“, wählte er einen seiner Wahlsprüche, den er schon bei der Antrittspressekonferenz in Frankfurt im März 2016 zum Besten gegeben hatte. „Ich werde jetzt nicht aufgeben.“ Er sei aber weder „naiv noch blauäugig“, er wisse, wie das Geschäft läuft. Und klar ist, dass die Bayern-Bosse um Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß über seine Ablösung beraten. Die beiden Alphatiere verfolgten die Schmach von Frankfurt mit versteinerten Mienen. 

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Überraschend kam die Abreibung offenbar nicht für alle, Kapitän Manuel Neuer merkt schon lange, dass einiges im Argen liegt. „Es ist kein riesiges Wunder, was hier passiert ist. Es hat sich angebahnt.“ Die Tage in München, da macht sich Neuer nichts vor, werden gewiss nicht besinnlich werden. „Es wird unruhig.“ Garantiert.

Von Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein

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