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Eintracht Frankfurt: Spiele für noch mehr Prestige

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Von: Ingo Durstewitz

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Einer der bisher sechs Neuen bei der Eintracht: Jerome Onguene, Verteidiger mit Champions-League-Erfahrung (13 Spiele)
Einer der bisher sechs Neuen bei der Eintracht: Jerome Onguene, Verteidiger mit Champions-League-Erfahrung (13 Spiele). © Matthieu Mirville/Imago

Die Frankfurter Eintracht eröffnet offenbar die Bundesligasaison – auch im DFB-Pokal ist sie live zu sehen. Und im Supercup wird die Strahlkraft noch höher sein.

Frankfurt – Wenn nicht alles täuscht, wird der Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt zu Beginn der neuen Saison gleich dreimal wieder im Blickpunkt stehen. Klar ist, dass der hessische Bundesligist den ersten Block der ersten Runde des DFB-Pokals abschließen wird. Am 1. August gastiert die Eintracht beim Zweitligaaufsteiger FC Magdeburg, die Partie am Montag (20.45 Uhr) ist zum Live-Spiel auserkoren worden, die ARD hat sich die Rechte gesichert. Natürlich ist das eine Auszeichnung und der gestiegenen Popularität der Eintracht geschuldet.

Zudem wird der Klub am 10. August in Helsinki das Uefa-Supercup-Finale gegen den Champions-League-Sieger Real Madrid bestreiten. Da geht es um eine Siegprämie von einer Million Euro, die zum Startgeld von 3,5 Millionen addiert würde. Das ist ein großes Duell mit einiger Strahlkraft, ein Spiel, das überall auf der Welt zu sehen sein wird.

Eintracht Frankfurt: SGE will nächsten Titel an den Main holen

Die Marschroute ist längst abgesteckt: Die Frankfurter wollen nicht nur dabei sein, sondern den nächsten Titel an den Main holen. „Wir gehen immer mit Sieg-Ambitionen rein, wir wollen den Supercup gewinnen“, sagt Trainer Oliver Glasner. Aber es geht auch ums Prestige und Bekanntheit. Die Eintracht ist durch ihren Titel im Europapokal noch mal attraktiver geworden, es ist schick, die Eintracht zu mögen, sie ist cool und en vogue.

Und genau deshalb wird sie dem Vernehmen nach auch das Auftaktspiel der Bundesligasaison bestreiten. Die DFL veröffentlicht den Spielplan am Freitag um 12 Uhr, im Frankfurter Führungszirkel gehen sie schwer davon aus, dass die Hessen am Freitag, 5. August, die Spielzeit 2022/23 offiziell eröffnen werden – natürlich gegen den Abomeister FC Bayern München.

Eintracht Frankfurt – Eine „Botschaft an den Fußball“

Diese Ansetzung wäre nur zwingend logisch, es würden die beiden aktuell bekanntesten deutschen Mannschaft gegeneinander antreten, der heiße Europapokalsieger aus Frankfurt mit seiner gewaltigen Fankraft und den schönen Bildern im Rücken sowie die Bayern als Aushängeschild Deutschlands – gerade für die internationale Vermarktung ist das ein Pfund, mit dem die Liga gerne wuchert. „Unser Sieg war ein wichtiges Zeichen. Nicht nur für Deutschland, sondern für den Fußball insgesamt“, sagt Sportvorstand Markus Krösche. „Wir haben gezeigt, dass man Außergewöhnliches erreichen kann, wenn man geschlossen ist und alle fokussiert sind, wenn alle daran glauben und man eine große Einheit herstellt. Das ist die Botschaft an den Fußball, und das ist nicht hoch genug einzuschätzen.“

Dass sich die Partie im Sandwich zwischen Pokal und Supercup einnistet und nur vier Tage zwischen den ersten beiden Pflichtspielen liegen würde, ist zum Beginn der Runde zu verkraften und der Eintracht ohnehin egal: Je mehr Aufmerksamkeit, desto besser. Außerdem wären die Frankfurter einfach mal dran. Das letzte Mal waren sie vor fast 20 Jahren zu Beginn am Start, 2003 verloren sie im Münchner Olympiastadion mit 1:3, als damaliger Aufsteiger war die Eintracht ein willfähriger Sparringspartner und völlig chancenlos.

Eigentlich hätten die Hessen 2019 schon die Ehre gehabt, das war von der DFL so geplant. Doch ausgerechnet da mussten sie in die Qualifikation zur Europa League und durch die europäische Provinz touren. Einen Tag vor dem Eröffnungsspiel der Saison waren die Hessen noch gegen den FC Vaduz aus Liechtenstein gefragt. Damals spielten dann die Bayern gegen die Berliner Hertha, 2:2 übrigens.

Die Frage bleibt natürlich, mit welcher Ausstattung die Frankfurter die Saison angehen werden. Der Kader soll eigentlich fast komplett sein, wenn Trainer Oliver Glasner am 27. Juni zum Trainingsauftakt bittet. Sechs Neuzugänge hat die Eintracht bisher fix, zudem das türkische Toptalent Ridvan Yilmaz, 21, an der Angel. Interessant ist, dass alle Neuen (Jerome Onguene, Marcel Wenig, Faride Alidou, Randal Kolo Muani, Hrvoje Smolcic und Aurelio Buta) relativ jung sind. Das ist vernünftig, weil der Weg der Eintracht ja auch der ist, Spieler früh zu sichten, sie möglichst ablösefrei zu holen, sie auszubilden und besser zu machen, um Werte für die Zukunft zu schaffen. Genauso klar und von enormer Wichtigkeit ist aber, dass der Mannschaft noch Erfahrung zugeführt wird. Mit einer grünschnäbligen Rasselbande lässt sich auf diesem Niveau und in der Champions League eher nicht reüssieren. (Ingo Durstewitz)

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