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Sebastian Rode musste reichlich einstecken.

Eintracht-Bayer

Eintracht auf der Suche nach der Kraft für den Kopf

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Eintracht Frankfurt muss hundemüde zum Sechs-Punkte-Spiel nach Leverkusen.

Zum Beispiel Sebastian Rode. „Er hat von allen die meisten Blessuren davon getragen“, sagte Trainer Adi Hütter, rund 14 Stunden nach dem Kraftakt gegen den FC Chelsea, und zählte ein paar auf, rechter Zeh verstaucht, blaues Auge, dazu noch Dopingkontrolle bis weit nach Mitternacht. „Seppl sieht aus, als hätte er zwölf Runden im Boxring gestanden.“ Ein Sinnbild der Tugenden von Eintracht Frankfurt, nicht klein zu kriegen, bis zum letzten Atemzug geackert, alles aus sich herausgeholt. „Wir sind an und über unsere Grenzen gegangen“, lobte Hütter Mentalität und Willen seines Teams.

Und wie soll nun dieses gebeutelte, ausgelaugte Ensemble am Sonntag, 18 Uhr, kaum 70 Stunden nach dem Spektakel in der Europa League gegen Bayer Leverkusen in der Bundesliga bestehen können? Gegen eine ausgeruhte, formstarke Bayer-Elf, deren Angriffswucht schon ein wenig mit der der Londoner vergleichbar ist, wenn auch Chelsea laut Hütter „noch eine Spur besser“ sei? „Wir müssen“, sagt Hütter lapidar, „noch einmal alle Kräfte bündeln und auf dem aufbauen, was wir zuletzt geleistet haben.“ Vielleicht, hofft der 49 Jahre alte Fußballlehrer, habe diese magische Nacht vom Donnerstag „dem Kopf auch Kraft gegeben“. Vielleicht sind die Euro-Helden aber auch einfach nur hundemüde.

Eintracht Frankfurt: Der Geist vom Main

Wie auch immer: Die Bundesliga nimmt da keine Rücksicht, gerade Bayer sieht die günstige Gelegenheit, eine bislang durchwachsene Runde im Endspurt noch zu retten. Natürlich spiele Leverkusen die arg kurze Regenerationszeit der Frankfurter „ein bisschen in die Karten“, glaubt Bayer-Mittelfeldass Kai Havertz, und er weiß auch, wie den Hessen beizukommen ist: „Wenn wir schnell spielen, wenige Kontakte am Ball haben, ihn laufen lassen, dann wird es bei den Frankfurtern irgendwann einen Bruch geben, vielleicht auch erst in der zweiten Hälfte, ab dem man merkt, dass sie nicht mehr hinterherkommen.“

Saison soll vergoldet werden

Der Substanzverlust nach 46 Pflichtspielen will Adi Hütter freilich „nicht als Ausrede“ gelten lassen, man habe große Ziele. „Die Partie gegen Leverkusen ist eine der wichtigsten dieser Saison“. Sie sei ein „Sechs-Punkte-Spiel“. Der Coach sprach von einem „Big Game“ für Leverkusen und Frankfurt, „bei einem Sieg können wir uns in eine super Richtung bewegen“, nämlich weiter Richtung Champions League. Der Sieger dieser Partie habe sich einen enormen Vorteil für die letzten beiden Spiele verschafft. Das Ziel der Eintracht ist klar, und Hütter lässt keinen Zweifel: „Wir wollen eine sehr gute Saison vergolden und Geschichte schreiben.“ Und: „Wer gegen Chelsea so mithalten kann, kann auch gegen Bayer eine gute Figur machen.“

Wieder Gerüchte: Wechselt Luka Jovic zu Real Madrid?

Die Frage ist nur, mit welchem Personal. Ob Rode, der angeschlagene Boxer, wieder spielfähig wird, ist offen. Lucas Torro könnte für ihn in die Breche springen, Ante Rebic wird in die Mannschaft zurückkehren. Alternativen, sagt Hütter lachend, habe man ausreichend. Keine Option für Sonntag ist weiterhin Stürmer Sebastien Haller, der übers Wochenende noch einmal nach Österreich zu seinem Spezialisten gefahren ist. „Die Therapie hat gut angeschlagen“, berichtet Hütter, womöglich ist der Franzose, der Mitte der Woche schon einmal leicht trainiert hatte, eine Alternative für das Europapokal-Rückspiel und für die beiden letzten Bundesligapartien gegen Mainz und den FC Bayern.

Unterdessen hat Eintracht Frankfurt mitgeteilt, dass der zu Fortuna Düsseldorf ausgeliehene offensive Mittelfeldspieler Aymen Barkok ein weiteres Jahr, bis 2020, im Team von Trainer Friedhelm Funkel spielen wird.

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