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Martin Hinteregger (2. v.l.) will am kommenden Donnerstag wieder fit sein.

Schalke 04 - Eintracht Frankfurt

Martin Hinteregger erleidet Mittelhandbruch

Es scheint, als könne Eintracht Frankfurt derzeit nichts vom Erfolgsweg abbringen - nicht mal ein Mittelhandbruch bei  Martin Hinteregger

Nach dem Happy End im Fußball-Thriller auf Schalke durch das späteste Elfmetertor der Bundesliga-Geschichte musste Adi Hütter erst einmal durchschnaufen. „So einen Sieg habe ich auch noch nicht miterlebt“, sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt über das 2:1 (1:1) in Gelsenkirchen.

Wenig später lenkte der Österreicher den Blick bereits auf das anstehende Europa-Highlight bei Benfica Lissabon. „Das Spiel heute hat wenig mit dem zu tun, was uns am Donnerstag in Lissabon erwartet. Benfica spielt einfach einen anderen Fußball als Schalke 04. Für uns gilt es jetzt, gut zu regenerieren und sich dann auf diese wichtige Partie vorzubereiten, auf die wir uns sehr freuen“, sagte Hütter.

Martin Hinteregger: Mittelhandbruch sowie Kehlkopf- und Brustbeinprellung

Bis dahin will auch Abwehrspieler Martin Hinteregger wieder fit sein. Der 26-Jährige erlitt am Samstag einen Mittelhandbruch sowie eine Kehlkopf- und Brustbeinprellung und musste nach 38 Minuten vom Platz. Am Sonntag gab der österreichische Nationalspieler aber schon leichte Entwarnung: „Ich bekomme eine Schiene für die Hand und denke, dass bis Donnerstag alles wieder in Ordnung ist. Aktuell fühle ich mich gut.“

Dazu dürfte auch der Ausgang des verrückten Spiels beigetragen haben. Mit dem sechsten Liga-Sieg in Serie stellten die in diesem Jahr in 15 Pflichtspielen noch ungeschlagenen Hessen einen Vereinsrekord in der Beletage des deutschen Fußballs auf. Zugleich behaupteten sie sechs Spieltage vor Saisonende ihren vierten Tabellenplatz und gehen nun mit breiter Brust in das Viertelfinal-Hinspiel der Europa League beim portugiesischen Rekordmeister. „Das Zustandekommen des Sieges war am Ende sicherlich glücklich“, befand Hütter, „aber für mich ist entscheidend, dass unser Traum von der Champions League weiter lebt.“

Dafür sorgte Torjäger Luka Jovic, der einen Handelfmeter in der 99. Minute zu seinem 17. Saisontreffer unter die Latte drosch. Noch nie seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen der Fußball-Bundesliga in der Saison 2004/05 wurde ein Strafstoß später verwandelt. „Ich war vor dem Elfmeter voll konzentriert und mir sicher, dass ich ihn verwandeln werde“, sagte der 21 Jahre alte Serbe.

Kevin Trapp wollte nicht hinschauen

Vorausgegangen waren hitzige Diskussionen, nachdem Schalkes Daniel Caliguri in der 94. Minute einen Schuss von Filip Kostic im Strafraum mit der Hand abgewehrt und Schiedsrichter Sascha Stegemann nach Ansicht der Videobilder auf den Punkt gezeigt hatte. „Es war nicht einfach mit der langen Wartezeit bis zum Elfmeter“, sagte Hütter, „aber wenn du ein Goalgetter bist, lässt du dir diese Chance vom Elfmeterpunkt nicht nehmen.“

Auch Torwart Kevin Trapp, der bei der Ausführung nicht hinschauen mochte, war voll des Lobes über das von etlichen europäischen Topvereinen umworbene Sturm-Juwel. „In so einem Moment, wo wir alle wissen, wenn er ihn rein schießt, gewinnen wir und wenn nicht, gehen wir mit hängenden Köpfen runter – das zeigt die Mentalität von Luka“, sagte Trapp und fügte hinzu: „Ein Spiel so zu gewinnen ist fast noch schöner als ein 3:0 oder 4:0.“

Danach sah es lange nicht aus. Denn die Eintracht, die stark begann und durch Ante Rebic (13. Minute) verdient in Führung ging, verlor nach dem Ausgleich von Suat Serdar (21.) die Spielkontrolle. „Wir hatten zu wenige Lösungen vorne, weil Schalke gut gestanden hat“, resümierte Hütter. Ähnlich sah es Trapp: „Die ersten 20 Minuten waren richtig gut von uns, da haben wir auch die Räume so bespielt, wie wir uns das vorgenommen hatten. Danach haben wir es oft unnötig kompliziert gemacht und teilweise zu hektisch agiert“, stellte der Nationaltorwart fest.

Am Ende durfte die Eintracht dennoch jubeln, weil „wir hungrig geblieben sind und bis zum Schluss den Sieg wollten“, so Jovic. Für ihn stand daher fest: „Ich denke, wir haben unter dem Strich verdient gewonnen.“ (dpa)

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