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Köpfte das entscheidende 1:0 gegen Borussia Dortmund: Rechtsaußen Stefan Aigner, mittlerweile beim KFC Uerdingen am Ball.

Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund

Rausgekämpfte Herzen

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Es war einmal: Eintracht Frankfurt siegt im Mai 2016 glücklich gegen Borussia Dortmund – und legt den Grundstock zum Klassenerhalt.

Als es dann geschafft war und Borussia Dortmund am 33. Spieltag zum ersten Mal in der Rückrunde verloren hatte, waren die Felsbrocken förmlich zu hören, die allüberall von geplagten Seelen purzelten. „Wir sind alle sehr, sehr erleichtert. Wir haben mehr erreicht, als wir uns vor Wochen noch zu erträumen wagten“, fasste etwa Klubchef Heribert Bruchhagen zusammen.

Deutlich plastischere Worte fand, wie gewohnt, Präsident Peter Fischer: „Wenn man die letzten drei Spiele gesehen hat, dann kann man davon ausgehen, dass sich nächsten Samstag um 17.20 Uhr die Liga darauf freuen kann, die geilste Mannschaft ein weiteres Jahr in der ersten Klasse zu haben.“ 

Nun ja. Die 90 Minuten zuvor hatten das wahrlich nicht hergegeben. „Das was sicherlich kein Leckerbissen“, sagte Stefan Aigner, der Matchwinner an jenem Samstag im Mai 2016. Er war es, der nach 14 Minuten eine feine Flanke von Makoto Hasebe zum 1:0 ins Tor köpfte, mehr geschah nicht. 

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Dabei war Dortmund so haushoch feldüberlegen wie lange kein Team mehr im Stadtwald. Die Statistik war erdrückend: Der BVB hatte 76 Prozent Ballbesitz, er gewann 58 Prozent der Zweikämpfe, und der Eintracht-Profi mit den meisten Ballkontakten war – der Torwart. Lukas Hradecky hatte 46-mal den Ball am Fuß. Mehr als eine Stunde ging bei der Eintracht keine Ballstafette über mehr als drei, maximal vier Stationen, dann war die Kugel wieder beim Gegner. 

„Es war uns allen klar, dass wir die Dortmunder nicht an die Wand spielen und 32 Torchancen haben werden. Aber wenn man den besten Sturm der Liga in 90 Minuten zu kaum einer hochkarätigen Chance kommen lässt, dann spricht das für eine extrem wirkungsvolle Abwehrleistung“, lobte Kapitän Russ sich und die Kollegen. Der formidable Keeper Hradecky ergänzte: „Wir haben uns das Herz herausgekämpft.“

Immerhin war das Spielglück nach Frankfurt zurückgekehrt. Schon eine Woche zuvor, beim 2:1-Sieg in Darmstadt, stand Fortuna im Bunde mit den Hessen, dieses Mal auch. Ein Treffer von Mats Hummels war astrein und kein Abseits. Dazu wechselte BVB-Trainer Thomas Tuchel nach einer Stunde den besten Mann auf dem Platz, eben jenen Hummels, aus, er nahm auch Stürmer Aubameyang vom Feld. Für die Dortmunder, die mit großem Vorsprung Zweiter waren und sich auf das Pokalfinale vorbereiteten, ging es um nichts mehr.

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„Von zehn Spielen gegen Dortmund gewinnen wir vielleicht eines. Das war heute der Fall“, sagte Trainer Niko Kovac, der sein Team „auf den Spuren der 99er-Mannschaft“ wandeln sah. Damals schaffte die Eintracht mit vier Siegen hintereinander den wundersamen Klassenerhalt. 

Der sollte auch dieses Mal gelingen, aber nur über den Umweg von zwei Relegationsspielen gegen Nürnberg. Denn am letzten Spieltag unterlagen die Frankfurter in letzter Minute 0:1 bei Werder Bremen. Ein Happy End gab es dann aber doch noch.

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