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Koproduktion der oft gescholtenen Neuen: Torschütze Jens-Petter Hauge (Mitte) bedankt sich bei Vorlagengeber Jesper Lindström.
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Koproduktion der oft gescholtenen Neuen: Torschütze Jens-Petter Hauge (Mitte) bedankt sich bei Vorlagengeber Jesper Lindström.

Europa League

Eintracht Frankfurt international auf Kurs: Hauge sorgt in Nachspielzeit für SGE-Ekstase

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt sichert sich bei Olympiakos Piräus durch einen Treffer in der Nachspielzeit den Einzug in die K.o.-Runde der Europa League.

Piräus - Am Ende waren es dann ausgerechnet die viel Gescholtenen, die Eintracht Frankfurt an diesem stimmungsvollen Abend in Piräus ins Glück schossen und dafür sorgten, dass die magischen Europapokalnächte definitiv auch im neuen Jahr fortgesetzt werden. Und das kam so: Evan Ndicka gewann in der eigenen Hälfte einen wichtigen Zweikampf, trieb den Ball elegant nach vorne, die Nachspielzeit lief schon, 1:1 stand es im Hexenkessel von Piräus, er schickte dann den eingewechselten Jesper Lindström auf die Reise, der schon vorher agil war und nun seine Schnelligkeit ausspielte, nach innen passte, wo der Ball etwas glücklich vor die Füße von Jens Petter Hauge hoppelte: Schuss aus Kurzdistanz, 2:1, Siegtreffer in der 91. Minute. Und ab zum Jubeln. Spiel gedreht, einen Sieg für die Seele geholt.

Es war nicht unbedingt ein Treffer, der in der Luft lag, dieser 2:1-Erfolg der Eintracht in Athen war sicherlich schmeichelhaft, aber danach kräht im Eintracht-Kosmos morgen wohl kein Hahn mehr. Das Überwintern in der Europa League steht fest, der zweite Platz ist schon sicher, der Gruppensieg ist mit zehn Punkten aus vier Spielen und noch zwei weiteren zum Greifen nahe. „Das ist eine große Erleichterung für uns“, sagte Sportvorstand Markus Krösche. „Wir haben das hinten heraus sehr gut gemacht.“ Dem 41-Jährigen stand die Befreiung ins Gesicht geschrieben. „Es war ja schon ganz schön Druck auf dem Kessel“, befand er. „Wir genießen das jetzt mal nach den schwierigen Tagen.“ Am Sonntag geht es in der Bundesliga zum Schlusslicht Greuther Fürth, sicher mit einem besseren Gefühl.

Eintracht Frankfurt: Fünf Änderungen in Startelf

Der sehr wohl ein wenig unter Druck geratene Trainer Oliver Glasner hatte fünf Änderungen im Vergleich zum Leipzig-Spiel in der Startelf vorgenommen. Überraschenderweise blieb Abwehrchef Martin Hinteregger erstmals draußen. „Er hat bisher die meisten Minuten gespielt und wirkte etwas müde“, begründete der Fußballlehrer. „Ich habe mit ihm gesprochen und dann haben wir das entschieden.“

Coach Glasner freute sich trotz der angespannten Situation auf ein „Highlight-Spiel“ und erwartete einen „aggressiven“ Gegner. In erster Linie waren es aber die Olympiakos-Fans, die ordentlich Rabatz machten und ihre Mannschaft bedingungslos und sehr lautstark unterstützten, die Anfeuerungen der knapp 1500 Eintracht-Fans, die ihr Team nach Griechenland begleiteten, gingen da fast unter.

Die Mannschaft von Trainer Pedro Martins ließ es hingegen auf dem Feld vielleicht nicht unbedingt gemächlich angehen, aber das von vielen befürchtete Feuerwerk brannte sie nicht ab – genauso wenig wie die Zuschauenden auf den Tribünen. Auch das hatte man schon anders erlebt. Und doch waren es die Platzherren, die dann plötzlich in Führung lagen – dazu reichte ihnen ein einziger brauchbarer Angriff und ihr erster Torschuss. Am linken Flügel war Henry Onyekuru, mit grellrot gefärbten Haaren nicht zu übersehen, viel zu schnell für Tuta, und in der Mitte stand Mittelstürmer Youssef El-Arabi völlig blank und erzielte kurzerhand die Führung (12.). Onyekuru war ohnehin der auffälligste Akteur auf dem Feld, der wieselflinke Nigerianer spielte Eintracht-Verteidiger Tuta und Vordermann Barkok beinahe schwindlig, sie bekamen nur selten Zugriff auf den wuseligen 24-Jährigen.

Eintracht Frankfurt: Kamada mit dem Ausgleich

Die Eintracht aber, und das war, wie es so schön heißt, psychologisch nicht unwichtig, meldete sich umgehend zurück, auch sie benötigte dazu nur einen guten Angriff. Rafael Borré schaute kurz auf und spielte dann einen wunderbaren Pass in die Tiefe auf Daichi Kamada, der Torwart Tomas Vaclik überwinden konnte (17.). Gleichstand nach nicht mal 20 Minuten. Das konnte sich für die Eintracht ohne ihren besten Spieler, Filip Kostic, durchaus sehen lassen.

Denn es war ganz gewiss nicht so, dass sie einen überzeugenden Auftritt hinlegte, im Grunde trat sie so auf, wie man es schon gewohnt ist. Die Mannschaft versucht es, hält dagegen, kämpft und macht und tut, aber so richtig geschmeidig oder durchdacht wirkt das selten.

Das Spiel ist zu fehlerbehaftet, aus dem defensiven Mittelfeld kommen zu wenige Impulse, Kristijan Jakic ist der deutlich aktivere der beiden „Sechser“, holt viele Bälle, läuft aber zu lange mit der Kugel am Fuß, weshalb er in viele Zweikämpfe verstrickt wird. Nebenmann Djibril Sow läuft, wie immer, viel – und mittlerweile auch seiner Form hinterher. Ein hanebüchener Passfehler hätte fast zum 1:2 geführt, doch der wieder einmal hervorragend haltende Keeper Kevin Trapp rettete mit einer grandiosen Fußparade gegen Giorgos Masouras (36.). Auch drei Minuten später war Trapp zur Stelle, parierte prima gegen Mady Camara.

Und die Eintracht? Hatte die bekannten Probleme: Über die Außen kam in Abwesenheit von Filip Kostic wenig bis gar nichts: Timothy Chandler auf links und Barkok auf rechts brachten kaum etwas zustande, und auch Mittelstürmer Sam Lammers, der mal wieder eine Bewährungschance erhalten hatte, enttäuschte auf ganzer Linie und reihte seinen vielen schwachen Spielen ein weiteres an. Glücklicherweise kam dann, eigentlich viel zu spät, Lindström für Lammers.

Eintracht Frankfurt: Glasner schimpfte

Und so konnten die Hessen froh sein, dass Olympiakos nun auch nicht unbedingt einen Sahnetag erwischte und auch, dass es der umtriebige Onyekuru gut mit der Eintracht meinte: Nach 57 Minuten hätte er die Führung für Piräus machen können, vielleicht sogar müssen, doch er verzog freistehend. Und so war es dann ausgerechnet Coach Glasner, der die Fans der Griechen noch mal so richtig wild machte, als er aus Ärger einen Ball in der Nähe seiner Coaching-Zone wutentbrannt wegschoss und schimpfte wie ein Rohrspatz.

Ein gellendes Pfeifkonzert und die Gelbe Karte waren die Folge (68.), doch auch für seine Mannschaft war das wohl ein kleiner Hallo-Wach-Effekt, nur eine Minute später prüfte der eingewechselte Jesper Lindström Piräus-Schlussmann Vaclik. Und am Ende setzte er zum entscheidenden Spurt an. (Ingo Durstewitz)

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