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Überragend, damals im März 2014: Constant Djakpa.

Es war einmal im Waldstadion

Abstiegsangst verbannt

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März 2014: Eintracht Frankfurt besiegt Gladbach und ärgert sich ein bisschen.

Nach dem hart erkämpften Sieg über die Elf vom Niederrhein, es war Ende März 2014, haderten und lamentierten sie in Frankfurt so ein bisschen über die Gesamtsituation. Die Eintracht-Verantwortlichen freuten sich zwar einerseits, dass das Abstiegsgespenst recht humorlos aus dem Stadtwald vertrieben wurde, aber sie ärgerten sich andererseits, dass die Mannschaft die Vorrunde so ziemlich in den Sand gesetzt hatte. Andernfalls hätten die Hessen zumindest noch eine Chance gehabt, an einen Europapokalplatz zu schnuppern. So aber sagte Sportdirektor Bruno Hübner betont nüchtern: „Wir wollen die Saison ordentlich zu Ende spielen.“ Das klappte, dies vorneweg, auch nur bedingt. 

Nach dem 1:0-Erfolg über Borussia Mönchengladbach, den Stürmer Joselu nach Vorarbeit von Stefan Aigner sicherstellte, war aber zumindest das Schreckensszenario weit in den Hintergrund getreten. Die Abstiegsangst war zwar nicht gänzlich verbannt, aber sie hat sich doch in die hinterste Ecke verzogen. „Es müssten sich viele Fußballgötter urplötzlich gegen die Eintracht verschwören, damit sie diesen komfortablen Acht-Punkte-Vorsprung noch verspielt“, analysierte die FR. „Zumal das Team zu einer enormen Stabilität und Robustheit gefunden hat.“ Ähnlich urteilte auch Trainer Armin Veh. „In der Mannschaft steckt eine sehr, sehr gute Mentalität. Ich sage das nicht so leicht daher, aber ich bin heute richtig stolz auf meine Truppe“, sagte der Eintracht-Trainer. „Wir haben ein erstklassiges Spiel gezeigt gegen einen Gegner, der immer einen Plan hat. Doch den haben wir gut unterbunden.“ 

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Das Team hatte sich, auch dies ist eine Leistung, vom angekündigten Abgang des damals geschätzten Cheftrainers nicht verrückt machen lassen. Und auch die Ausfälle der Korsettstangen Sebastian Rode, Alex Meier und Pirmin Schwegler steckte die Mannschaft weg, da sind halt andere Spieler in die Bresche gesprungen, so, als sei es das Normalste von der Welt. Wie etwa ein Martin Lanig quasi von Null auf 100 durchstartete, nötigte Respekt ab. Oder die Leistung von Constant Djakpa, heute vor den Toren Frankfurts in der vierten Liga bei Hessen Dreieich am Ball, der gegen Gladbach eine herausragende Darbietung zeigte und bei seiner Auswechslung mit im Stehen dargebrachten Ovationen verabschiedet wurde. 

Keiner der Spieler aus der zweiten Reihe habe „gejammert, dass sie nicht spielen“, sagte Veh. „Doch als sie ran mussten, waren sie sofort da.“ Die Eintracht hatte sich gefangen und nach zehn Rückrundenspielen schon mehr Punkte (17) eingefahren als in der kompletten Vorrunde (15), das Klassement nach der Winterpause wies die Frankfurter auf Rang sechs aus, punktgleich mit dem Vierten. Doch in der Gewissheit, zumindest den Abstieg vermieden zu haben, ließen es die Hessen ruhiger angehen. In den folgenden sieben Partien holten sie nur noch vier Punkte und schlossen die Runde als Tabellen-13. ab. Trainer Veh zog weiter nach Stuttgart und Thomas Schaaf heuerte am Main an. Doch das ist eine ganz andere Geschichte.

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