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Es ist einsam geworden um Fredi Bobic.
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Es ist einsam geworden um Fredi Bobic bei Eintracht Frankfurt.

Kommentar

Eintracht Frankfurt: Showdown im Aufsichtsrat wird für Denkzettel für Fredi Bobic

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
    schließen

Der Ausgang der Sitzung ist für Eintracht Frankfurt mit ihrem frischen Aufsichtsratschef Philip Holzer ein Sieg, für Fredi Bobic dagegen eine krachende Niederlage. Ein Kommentar.

  • Eintracht Frankfurt löst den Vertrag von Fredi Bobic nicht einfach auf.
  • Ergebnis der Aufsichtsratssitzung ist eine krachende Niederlage für Fredi Bobic.
  • Ein Abgang von Bobic im Sommer bei der SGE ist weiter wahrscheinlich.

Frankfurt – Vor nicht mal zehn Tagen hat sich der knurrige Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic mit maximalem Selbstbewusstsein ins Fernsehstudio der ARD gesetzt und seinen aktuellen Arbeitgeber schwer düpiert, ja man kann getrost behaupten: am Nasenring durch die Manege gezogen. Lässig, breitbeinig, in bester Django-Manier.

Dass er Eintracht Frankfurt nach fünf erfolgreichen Jahren jetzt im Sommer den Rücken kehren werde, sei allen klar gewesen, behauptete er. „Jeder wusste Bescheid. Man war vorbereitet darauf, dass die Situation kommt, dass ich im Sommer 2021 den Verein verlassen werde.“ Vertrag bis 2023 hin oder her – was soll’s? Ganz schön dreist.

Eintracht Frankfurt: Fredi Bobic will Vertrag bei der SGE einhalten

Nun, nach der brisanten Aufsichtsratssitzung am Mittwoch, hörte sich das ein klitzekleines bisschen anders an. Im Anschluss an das Treffen bestätigte der Sportchef in einer offiziellen Vereinsmitteilung seinen Kontrakt ohne Ausstiegsklausel und erklärte ganz schön kleinlaut, dass er seinen Vertrag einhalten werde. Ja, was denn nun?

Von einer belastbaren Zusage des damaligen Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing, wonach er, Fredi Bobic, den Klub verlassen könne, war am Mittwoch keine Rede mehr, sie hat es offenkundig nicht oder nicht in der Form gegeben, wie sie Fredi Bobic in Erinnerung gehabt hat. Das ist klar bestätigt worden, das hat Wolfgang Steubing sehr deutlich gemacht. Der Ausgang der Sitzung ist daher für die Eintracht mit ihrem noch frischen Aufsichtsratschef Philip Holzer ein Sieg auf ganzer Linie, für den Angestellten Bobic ist es eine krachende Niederlage. Er ist erst einmal auf Normalmaß zurechtgestutzt.

Auch wenn der 49-Jährige nicht nur eine, sondern gleich eine doppelte Rolle rückwärts hingelegt hat, ist nicht davon auszugehen, dass er sich über Nacht wieder bis über beide Ohren in die Eintracht verliebt hat und er wirklich bei ihr bleibt, zumal das ja nie eine innige, heiße Beziehung war, sondern eine Vernunftsehe, die freilich lange Zeit sehr gut und auch harmonisch funktioniert hat. Bobic ist ein Projektleiter, ein Zeitarbeiter auf höchstem Niveau. Das ist nicht schlimm oder verwerflich, sondern völlig legitim. Die Eintracht wusste, auf was sie sich einlässt und wen sie bekommt.

Eintracht Frankfurt – Eine Stilfrage bei Fredi Bobic

Und: Nicht jeder muss schon als Kind im G-Block gestanden haben, um den Verein nach vorne bringen zu können; nicht jeder Funktionär, ob mit oder ohne Eintracht-DNA, muss, soll, kann oder darf für immer bleiben. Es geht in diesem Fall eher um die Stilfrage, es geht um Vertrauen, Loyalität und Glaubwürdigkeit nach fast einem halben Jahrzehnt der Zusammenarbeit, es geht um klare Spielregeln, an die man sich zu halten hat und nicht um Alphatier-Gehabe und Sonnenkönig-Attitüde. Und es geht, ganz profan, um ein gültiges Arbeitspapier. Das hat Bobic, und er hat es zu respektieren. Auf diesen Trichter scheint er erst jetzt, mit einiger Verspätung, gekommen zu sein. Vielleicht auch, um sein angekratztes Image zu polieren.

Es ist nicht davon auszugehen, dass sich jetzt alle glücklich in die Arme fallen werden und beide Parteien über den Sommer hinaus gemeinsame Sache machen werden, dazu ist in den vergangenen Wochen zu viel Porzellan zerschlagen worden. Sehr viel wahrscheinlicher ist immer noch eine Trennung im Sommer – dann aber zu den Bedingungen der Eintracht. Das heißt, ein aufnehmender Verein (Hertha) müsste viel Geld (fünf Millionen Euro) bezahlen, um den 49-Jährigen auszulösen. So läuft das Geschäft.

Die Eintracht geht aus diesem Machtkampf jedenfalls als klarer Gewinner hervor, sie hat nicht klein beigegeben, sondern ihren wechselwilligen und die Muskeln spielen lassenden Sportvorstand gestellt und wieder eingefangen. In aller Ruhe und Seriosität und im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung. So weit hätte es eigentlich gar nicht kommen müssen. (Ingo Durstewitz)

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