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Martin Hinteregger.

Niederlage gegen Augsburg

Es zwickt in der Frankfurter Defensive

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  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt
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Die Verteidiger Touré und Ndicka patzen, Kollege Hinteregger muss aufgeben - und ist fraglich für das Europa-League-Rückspiel.

Wie es sich für einen guten Kapitän gehört, war David Abraham sofort zur Stelle. Von hinten tätschelte der Argentinier seinem Teamkollegen auf dem Kopf, legte den Arm fürsorglich um ihn und flüsterte noch ein paar Wörtchen ins Ohr. Abraham der einfühlsame Tröster, der 90 Minuten auf Bank hatte Platz nehmen müssen, der aus eigener leidvoller Erfahrung genau weiß, wie ätzend sich das anfühlt, so eine muskuläre Verletzung. Der Mann, dem der erfahrene Spielführer von Eintracht Frankfurt da also gut zuredete, war sein Abwehrkollege Martin Hinteregger.

Nach 20 Minuten zwickte es beim Österreicher das erste Mal hinten im rechten Oberschenkel, er dehnte sich kurz, wollte weitermachen, haute sich im nächsten Zweikampf noch einmal mit all seiner Wucht hinein, um fünf Minuten später doch geknickt aufgeben zu müssen. Es half ja nichts, die Schmerzen waren da, Hinteregger konnte einfach nicht mehr – und trottet von lauten Sprechchören der Frankfurter Fans begleitet traurig vom Rasen.

Hinteregger wird gebraucht

Zweifelsohne, die Begegnung gegen den FC Augsburg war für Martin Hinteregger eine besondere. Noch im Hinspiel hatte der Linksfuß den 3:1-Auswärtserfolg der Frankfurter im Augsburger Trikot hautnah miterlebt, diesmal wollte er seinem ehemaligen Arbeitgeber selbst in die Knie zwingen. Der Frankfurter Winterneuzugang, der nur bis Saisonende von Augsburg zur Eintracht ausgeliehen ist, tat bis zu seiner Auswechslung alles dafür, dass das auch gelingen konnte. Er spielte in den Anfangsminuten gewohnt stark auf, ließ einmal FCA-Flügelstürmer André Hahn mit einer gekonnten Finte ins Leere marschieren, holte sich Szenenapplaus der Anhänger für eine resolute Zweikampfführung ab. Bis, ja bis, er sich an den Oberschenkel griff und mit den Händen Richtung Trainerbank wedelte, um seine Auswechslung zu forcieren. Bitter.

Eine genaue Diagnose über die Schwere der Verletzung gibt es bisher freilich noch nicht, auch ob der Österreicher am Donnerstagabend im Europa-League-Rückspiel gegen Benfica Lissabon zum Einsatz kommen kann, ist mehr als ungewiss. „Das müssen wir abwarten“, sagte Trainer Adi Hütter: „Fakt ist, dass Martin um einen Austausch gebeten hat, weil er nicht mehr sprinten konnte. Ich hoffe, dass es nur eine Verhärtung im Oberschenkel ist.“

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Fakt ist auch, dass eine schnelle Rückkehr Hintereggers auf den Platz für die Endphase der Saison ziemlich hilfreich für die Eintracht wäre, denn gerade der gestrige Vertreter Evan Ndicka wirkt zurzeit doch äußerst verunsichert. Der 19-jährige Abwehrmann, der am vergangenen Donnerstag beim 2:4 gegen Benfica Lissabon schon nach 20 Minuten die Rote Karte gezeigt bekommen hatte, lieferte auch drei Tage später einen unglücklichen Auftritt ab. Kalt wurde er aufgrund der Verletzung Hintereggers ins Spiel geschickt, eiskalt wurde er nur fünf Minuten später auf dem Rasen erwischt.

Beim 1:1, dem Anfang vom Ende dieser 1:3-Heimniederlage, gewährte Ndicka dem Augsburger Marco Richter viel zu viel Raum, konnte somit die Drehung und den Torschuss des Angreifers nicht verhindern. Ein unglücklicher Einstieg ins Spiel, das für Ndicka kaum besser weiterlief. Der so grazile Abwehrmann mit dem starken linken Fuß, der in der bisherigen Runde stark aufgetrumpft war, durchlebt zurzeit seine erste kleinen Formdelle im Dress der Eintracht. Mit gerade mal 19 Jahren gehören Schwankungen bei den Leistungen zur Entwicklung aber natürlich dazu, müssen solch einem Talent auch mal gewährt werden, um am Ende gestärkt daraus hervorzugehen.

Abraham nur Tröster

Auch gerade erst 22 Jahre alt ist Almamy Touré, der zweite Franzose in der Dreierabwehrreihe der Eintracht, der gestern einen schwarzen, vielleicht sogar rabenschwarzen Tag erwischte. Gerade in der ersten Hälfte wirkte der im Winter aus Monaco verpflichtete Rechtsfuß teils völlig überfordert. Er hechelte seinem Augsburger Gegenpart Richter quasi nur hinterher, kam nie richtig in die direkten Duelle und trug auch bei den Gegentoren zum 1:1 und 1:2 eine große Verantwortung, als er viel zu zögerlich oder auch gar nicht in die Zweikämpfe ging. Auch beim späten 1:3 im zweiten Abschnitt sah der Franzose irgendwie unglücklich aus. Anschließend sprach er von einem „enttäuschenden Ergebnis“.

Eintracht verliert gegen Augsburg

Mit zehn Mann nichts zu holen: Eintracht Frankfurt verliert das Heimspiel gegen Augsburg.
Mit zehn Mann nichts zu holen: Eintracht Frankfurt verliert das Heimspiel gegen Augsburg.  © E. Krieger
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Mit zehn Mann nichts zu holen: Eintracht Frankfurt verliert das Heimspiel gegen Augsburg.
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Mit zehn Mann nichts zu holen: Eintracht Frankfurt verliert das Heimspiel gegen Augsburg.
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Mit zehn Mann nichts zu holen: Eintracht Frankfurt verliert das Heimspiel gegen Augsburg.
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Mit zehn Mann nichts zu holen: Eintracht Frankfurt verliert das Heimspiel gegen Augsburg.
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Mit zehn Mann nichts zu holen: Eintracht Frankfurt verliert das Heimspiel gegen Augsburg.
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Mit zehn Mann nichts zu holen: Eintracht Frankfurt verliert das Heimspiel gegen Augsburg.
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Mit zehn Mann nichts zu holen: Eintracht Frankfurt verliert das Heimspiel gegen Augsburg.
Mit zehn Mann nichts zu holen: Eintracht Frankfurt verliert das Heimspiel gegen Augsburg.  © E. Krieger

In diese Einschätzung stimmte natürlich auch Coach Adi Hütter ein, der sich nach den 90 Minuten sicher fragen wird, ob er bei seiner Aufstellung der abwehrende Abteilung diesmal nicht ausnahmsweise falsch gelegen hatte. Ob es nicht doch besser gewesen wäre, Kapitän David Abraham keine Verschnaufpause für die Donnerstagpartie gegen Benfica zu gönnen und ihn eine gewichtigerer Rolle als die des einfühlsamen Trösters zukommen zu lassen.

Zugegeben, im Nachhinein ist diese Aussage deutlich einfacher zu treffen als noch vor dem Spiel.

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