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Vielleicht bleibt er ja doch: Sebastien Haller.

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West Ham lockt - doch die Eintracht hofft weiter, Sebastien Haller zum Bleiben bewegen zu können

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Sollte Eintracht-Stürmer Sebastien Haller tatsächlich gehen, würde das die Frankfurter zwar hart, aber nicht unvorbereitet treffen.

Vor wenigen Wochen erst ist der Frankfurter Marketingvorstand Axel Hellmann gefragt worden, was die Eintracht denn zu tun gedenke, falls das magische Dreigestirn im Sturm weggekauft würde. „Dann“, antwortete der 47-Jährige, „haben wir die Kasse voll, machen den Laden zu und setzen uns ab in die Karibik.“ Das war natürlich nur ein Gag, aber die Schatulle könnte der Frankfurter Bundesligist tatsächlich bald randvoll haben, was gleichwohl mit einer erheblichen sportlichen Schwächung einherginge. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass alle drei hochklassigen Eintracht-Stürmer in naher Zukunft woanders die Tore jagen werden, ist nicht eben gering.

Luka Jovic hat sich bekanntlich verabschiedet* und sich für 70 Millionen Euro dem Renommierklub Real Madrid angeschlossen, und die Anzeichen verdichten sich, dass auch Sebastien Haller das Weite suchen* wird; der englische Premier-League-Klub West Ham United würde den Franzosen gerne verpflichten und wäre bereit, 40 Millionen Euro auf das Konto der Eintracht zu überweisen. 

Dass die Sache extrem heiß ist, bestätigte Trainer Adi Hütter. „Es ist so, dass die Gerüchteküche, die vielleicht keine mehr ist, brodelt“, sagte der 49-Jährige. „Als Trainer muss man da die Ruhe haben. Es ist die Entscheidung des Spielers, wenn er sagt: ,Okay, ich möchte den Verein verlassen.‘“

Sebastien Haller - ein Abgang wäre „ein großer Verlust“

Sollte Haller tatsächlich gehen, „wäre das ein großer Verlust für uns“, befindet Hütter. Dem Klub seien da in gewisser Hinsicht die Hände gebunden, es gilt als wenig realistisch, einen Spieler halten zu wollen, der unbedingt den Verein verlassen möchte – gültiger Arbeitsvertrag hin oder her. „Wenn es Angebote gibt, muss der Spieler selbst entscheiden, ob er bei Eintracht Frankfurt bleiben oder eventuell die Chance nutzen möchte, in eine andere Liga zu gehen“, betont der Coach. Und weiter: „Ich versuche, dem Spieler das eine oder andere schmackhaft zu machen, aber Sebastien hat auch ein klares Ziel. Es wird noch ein bisschen Wasser den Main runter fließen, bis es schlussendlich durch ist.“ In welcher Richtung auch immer.

Ob man dem Spieler keine Frist setzen könne, ist der Fußballlehrer gefragt worden, schließlich brauche der Verein ja auch Planungssicherheit und hat schon in zehn Tagen das erste Pflichtspiel in der zweiten Qualifikationsrunde zur Europa League* vor der Brust. „Das ist frisch reingekommen“, antwortete der Coach. „Deswegen habe ich mir da keine Gedanken gemacht. Es geht ausschließlich darum, gibt es eine Einigung oder gibt es keine Einigung. Die Vereine werden sich zusammensetzen, es ist alles in der Schwebe.“

Trotz des Hickhacks arbeitet Haller weiter seriös

Sebastien Haller, der ungeachtet des Wechsel-Hickhacks sehr seriös arbeitet, mit Freude und Feuereifer bei der Sache ist und am Freitag beim 3:1-Sieg gegen den FC Luzern* ein Tor erzielte, war anfangs von der Offerte der Londoner nicht sonderlich begeistert. Sportlich wäre ein Engagement auf der Insel nun wirklich nicht die Offenbarung oder gar ein Quantensprung. West Ham schloss die Saison als Tabellenzehnter der Premier League ab, ist ein klassischer Mittelfeldklub, der in den vergangenen zehn Jahren einmal abstieg und nur ein einziges Mal einstellig, auf Platz sieben, einlief. Die Chance, dass die Hammers in der kommenden Saison weiter nach oben klettern, ist nicht besonders groß, die Konkurrenz in England ist mächtig und die „großen Sechs“, Manchester City, FC Liverpool, FC Chelsea, Tottenham Hotspurs, FC Arsenal und Manchester United, spielen sowieso in einer anderen Liga.

Die Aussicht auf internationale Spiele ist bei West Ham also nicht hoch, die Verdienstmöglichkeit ist dafür umso besser, rund sechs Millionen Euro kann Haller einstreichen – exklusive Prämien. In der Premier League stünde er zudem noch mehr im Fokus, gerade bei den englischen Topvereinen, die er seit jeher als Wunschziel ausgemacht hat.

Eintracht Frankfurt hofft auf einen Verbleib Hallers

Die Eintracht hofft weiterhin, den wichtigen Spieler zum Bleiben bewegen zu können und wäre auch bereit, das Salär des Mittelstürmers entsprechend anzuheben und ihn vom Gehaltsniveau in die Nähe des Topverdieners Ante Rebic (knapp fünf Millionen Euro) zu platzieren. Ob er sich darauf einlässt?

Sollte Haller (und womöglich auch noch Ante Rebic*) gehen, würde das die Frankfurter zwar hart, aber nicht unvorbereitet treffen. Sie haben einen Abgang des Trios stets im Kopf gehabt und einen Plan B in der Tasche. Sie würden das eingenommene Geld reinvestieren, hätten dann insgesamt noch mal rund 60 Millionen Euro zur Verfügung und würden die Lücken auf jeden Fall schließen, und zwar mit einem oder zwei Stürmern, die dann auch jeweils um die 20 Millionen Euro kosten könnten. Das bedeutet zwar nicht, dass diese Topstürmer eins zu eins ersetzt werden könnten, weil sie auf einem sehr hohen Niveau spielten. Aber es garantiert zumindest eine gewisse Qualität.

Bei Filip Kostic, den die Frankfurter für 44 Millionen Euro verkaufen könnten, ist die Eintracht übrigens nicht gesprächsbereit. Dem Linksfuß haben die Verantwortlichen im Zuge der festen Verpflichtung vom HSV unmissverständlich klar gemacht, dass er in der neun Saison definitiv für die Hessen aufzulaufen hat.

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