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Silva, Kostic, Kamada, Eintracht Frankfurt
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André Silva, Filip Kostic und Daichi Kamada wirbelten in der aktuellen Bundesliga-Saison bereits zahlreiche Abwehrreihen durcheinander. Der Angriff ist das Prunkstück der Eintracht. (Archivfoto)

SGE

Angriff ist Prunkstück der Eintracht – mehr als nur André Silva

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Das Prunkstück der Frankfurter Eintracht ist ihre glanzvolle Offensive – und das ist nicht nur Knipser André Silva allein.

  • Eintracht Frankfurt überzeugt in der Bundesliga.
  • Die SGE ist derzeit die Mannschaft der Stunde.
  • Torjäger Andre Silva befindet sich in Top-Form.

Frankfurt – Selbstverständlich hat sich der zweitbeste Schütze Europas nicht auch noch selbst loben müssen, das tun in sehr ausführlicher Form schon die anderen, Trainer und Vorstände etwa oder Journalisten. André Silva, der stetig ins Tor treffende Angreifer von Eintracht Frankfurt, hat sein Licht nur ein wenig unter den Scheffel gestellt, als er sagte, er bringe nur „die Arbeit des ganzen Teams zu Ende“. Das stimmt, und es stimmt auch wieder nicht.

Ein bisschen mehr leistet der 25-Jährige aus dem Norden Portugals schon, sonst würde er nicht so verlässlich Tor um Tor erzielen, man muss da stehen, wo es gefährlich wird, dort, wohin der Ball fliegen könnte. Und 18 Tore in 20 Spielen - und damit 42 Prozent aller 43 Frankfurter Tore - schießen sich halt auch nicht von allein.

Eintracht Frankfurt: Silva aktuell in Topform

André Miquel Valente Silva, seit Sommer 2019 in Frankfurt und später sehr günstig im Verrechnungsgeschäft mit Ante Rebic vom AC Mailand erworben, ist aktuell in der Form seines Lebens. Er ist die entscheidende Trumpfkarte der Mannschaft der Stunde, er ist Joker und Kreuzbube in einer Person. Er ist es, der die Frankfurter Kombinationen veredelt, er ist es, der das schöne Spiel der Eintracht nicht als brotlose Kunst erscheinen lässt. Er besitzt die erforderliche Effizienz, die ein Team zum Ziel führt.

Mehr als die neun Tore in diesem Jahr hat in Europa kein anderer Profi erzielt, einzig Ilkay Gündogan von Manchester City kommt ebenfalls auf neun. In der Torschützenliste rangiert Silva mit 18 Buden hinter dem Bayer Robert Lewandowski (25). Europaweit stellen sich Mo Salah (FC Liverpool, 17), Romelu Lukaku (Inter, 16), Luis Suarez (Atletico Madrid, 16), Kyllian Mbappé (PSG, 16) oder selbst Cristiano Ronaldo (Juventus Turin, 16) hinter ihm an. Und hätte André Silva nicht just ein Spiel wegen muskulärer Probleme verpasst, das bei der 1:2-Niederlage beim VfL Wolfsburg, er hätte seine Quote erhöht: Denn in dieser Partie gab es einen Elfmeter, (den in Abwesenheit dann Bas Dost verwandelte). Silva ist nämlich ein sehr sicherer, eiskalter Schütze vom Punkt, sechs seiner sechs Strafstöße schlugen in dieser Saison im Netz ein.

Eintracht Frankfurt: Bobic lobt Silva

Was darüber hinaus für den portugiesischen Nationalspieler spricht, ist die Tatsache, dass er nicht nur wegen seiner Tore und seiner feinen Technik wichtig ist. „Er arbeitet enorm für die Mannschaft“, lobte erst kürzlich Sportvorstand Fredi Bobic, er habe das mittlerweile angenommen, urteilte der 49 Jahre alte frühere Stürmer. „Das war anfangs nicht so.“ Silva hat verstanden, dass er Wege zu gehen hat für die Kameraden, dass er ackern und manchen Sprint umsonst anziehen muss. Und nicht nur häufig aufs Tor schießen, das tut er freilich auch. 74-Mal gab er schon einen Torschuss ab, nur Lewandoski (86) hat mehr. Andrej Kramaric (Hoffenheim, 57) folgt dann.

Die Offensive ist also das Prunkstück, ist das Pfund, mit dem Eintracht Frankfurt derzeit wuchert. 43 Tore haben die Hessen erzielt, öfter hat nur der FC Bayern (61) getroffen. Und die Frankfurter gehen in dieser Saison selten torlos aus, lediglich ein einziges Spiel hat es in dieser Runde gegeben, in denen kein Eintrachtler getroffen hatte, bei der 0:5-Niederlage bei den Bayern in der Hinrunde. Und am Samstag kommen die - gerade Schwächen in der Abwehrarbeit offenbarenden - Münchner in den Frankfurter Stadtwald (siehe unten stehenden Bericht). Tore dürften gewiss sein.

Eintracht Frankfurt: Alle denken offensiv

Zumal sich die gesamte Frankfurter Offensivabteilung am Toreschießen beteiligt, 33 Treffer gehen auf das Konto jener Spieler, die sich eher nach vorne orientieren, Bas Dost (4), Luka Jovic (3), Daichi Kamada (2), Filip Kostic (2), Aymen Barkok (2) und Amin Younes (2) trafen bereits. Dazu kommen vier erzwungene Eigentore. Lediglich sechs Treffer markierten Verteidiger, Evan Ndicka traf zweimal. Das war in der vergangen Runde auch anders, da entwickelte Stopper Martin Hinteregger ungeahnte Torgefahr (8 Treffer), in diesem Jahr hat er lediglich einmal getroffen.

Mittlerweile, und das ist im Kern das Geheimnis des Frankfurter Höhenflugs, denkt das Gros der Mannschaft offensiv, wird nach vorne gespielt, wird eben nicht quer oder zurück gepasst, sondern das (überschaubare) Risiko gesucht. Immer auch im Wissen, dass mit Technikern, Knipsern und Dampfmachern wie Kamada, Younes, Silva und Kostic beinahe jede Hintermannschaft zu knacken ist.

Und Eintracht Frankfurt hat immer noch einen Luka Jovic in der Hinterhand, einen Stürmer dieses Formats sitzt normalerweise nicht auf die Ersatzbank. Gegen einen André Silva freilich hat auch der Real-Angreifer momentan keine echte Chance.

Vielleicht liegt Cristiano Ronaldo ja nicht so falsch, als er vor ein paar Jahren der „Gazzetta dello Sport“ dies gesagt hatte: „Wenn ich zurücktrete, wird Portugal in guten Händen sein, denn das Team hat bereits einen tollen Stürmer gefunden: André Silva.“ (Thomas Kilchenstein)

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