Hatte einen schweren Stand gegen die Bayern-Stars: Frankfurts Nachwuchsverteigier Tuta (links).
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Hatte einen schweren Stand gegen die Bayern-Stars: Eintracht Frankfurts Nachwuchsverteidiger Tuta (links).

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Eintracht-Verteidiger Tuta mit schmerzhaftem Startelfdebüt

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurts Verteidiger Tuta gerät gegen den Weltklassesturm der Bayern rund um Robert Lewandowski an seine Grenzen – erfahrenere Spieler aber auch.

Einmal blieb Tuta einfach liegen, bäuchlings lang ausgestreckt, und für einen Moment sah es so aus, als wolle er nie mehr aufstehen. Gerade war er wieder in einen kniffligen Zweikampf verwickelt gewesen, dieses Mal mit Kingsley Coman, er endete schmerzhaft, beide knallten mit den Knien aneinander. Bald darauf wurde der Bayern-Linksaußen ausgewechselt, Lucas Silva Melo musste weitermachen, 20 lange Minuten waren es noch.

Eintracht Frankfurt: Tuta musste Lehrgeld zahlen

Er hat einiges an Lehrgeld zahlen müssen, der 21 Jahre alte Innenverteidiger aus Sao Paulo, bei seinem Debüt, ausgerechnet gegen den FC Bayern, momentan sicher die beste Mannschaft des Planeten, ausgerechnet gegen Robert Lewandowski. Aber auch die Qualität der anderen, etwa Coman, Thomas Müller, Douglas Costa ist ja nicht ohne. „Der Trainer soll wissen: Wenn David Abraham ausfällt, ist Tuta da“, hat Tuta unlängst im FR-Interview gesagt. Kapitän Abraham musste, wie erwartet, wegen Problemen in der Kniekehle pausieren, Tuta musste ran, 27 Minuten Bundesligaerfahrung hatte er bis dahin auf dem Buckel.

Und der auf einer einjährigen Ausleihe in Belgien gereifte Verteidiger hat sich bemüht, er hat alles reingelegt, was er drauf hat, das ist einiges, aber halt gegen den bayerischen Weltklassesturm nicht genug. Aber warum sollte es dem jungen Mann anders ergehen - wenn sogar Haudegen wie Stefan Ilsanker, Steven Zuber, ja auch Martin Hinteregger oder Makoto Hasebe gewaltig ins Schwimmen gerieten? Und ist das nicht viel besorgniserregender als ein paar Wackler des Frischlings? Auch die gestandenen Recken sahen viel zu häufig nur die Absätze ihrer Gegenspieler, sahen sich außerstande, dem Angriffswirbel der Überbayern halbwegs Paroli zu bieten.

Eintracht-Trainer Adi Hütter jedenfalls nahm den talentierten Brasilianer demonstrativ verbal in den Arm. Er bescheinigte ihm, leicht übertrieben, „ein ordentliches Spiel“, immerhin habe er gegen „den weltbesten Stürmer“ gespielt. „Ich werde ihn absolut verteidigen, er hat auch gute Dinge gemacht“, betonte der Coach. Und: Womöglich ziehe Tuta die richtigen Schlüssel aus der 90-minütigen Lehrstunde, in der er zehn seiner 18 Duelle verloren hatte: „Manchmal lernt man viel aus solchen Spielen.“

Eintracht Frankfurt: Sehnsucht nach Kostic

Komplett wirkungslos blieb zudem Steven Zuber, ein Schweizer Nationalspieler mit der Erfahrung aus 114 Bundesligaspielen, der lediglich drei seiner zwölf Zweikämpfe gewinnen konnte. Auf seinem linken Flügel vermochte er keine Impulse zu setzen, dabei schien die rechte Seite der Bayern mit Bouna Sarr noch die, über die am ehesten Gefahr für Manuel Neuer hätte entstehen können - wenn der Neuzugang mehr unter Druck gesetzt worden wäre. Man stelle sich nur vor, Filip Kostic hätte gespielt.

Doch da kam nicht genug, nicht von Zuber, später auch von Amin Younes nicht, selbst wenn der erneut einige gute Ansätze zeigte. Er bringe „mit seinen kleinen Bewegungen“ ein anderes Element ins Spiel. Er sei auf einem „guten Weg“, lobte Hütter. „Er wird immer besser.“

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