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Hat es immerhin schon mal auf die Bank geschafft: Tuta.

Tuta

Tuta - ein Spieler mit Perspektive

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Eintracht-Perspektivspieler Tuta robbt sich langsam an die Mannschaft heran.

Lucas Silva Melo hat vor einiger Zeit auf Instagram ein Bild gepostet, das ihn sehr glücklich zeigt. Da trägt er das weiße Trikot des FC Sao Pautlo, er hat eine Medaille um den Hals, das prägende Element des Fotos ist aber ein riesiger, überdimensional großer Pokal, den der Junge kaum zu halten in der Lage scheint. Es ist der Pokal, den Lucas Silva Melo gerade gewonnen hat mit der Jugendmannschaft von Sao Paulo. Im Finale gegen Vasco da Gama aus Rio de Janeiro hat Lucas Silva Melo, den alle Welt seit Kindergartenzeiten nur Tuta nennt, im erforderlich gewordenen Elfmeterschießen einen Elfmeter verwandelt, es sollte der Sieg in der „Copinha“ sein, dem populärsten Jugendturnier Brasiliens. Doch das wirklich große Abenteuer begann ein paar Tage später. Da saß der 19-Jährige im Flieger, um einen Vierjahresvertrag als Profi bei Eintracht Frankfurt zu unterschreiben. 

Das ist jetzt alles drei Monate her. Tuta hat sich ganz ordentlich eingefügt in den Frankfurter Trainingsbetrieb, zweimal stand der Innenverteidiger auch schon im Kader des hochfliegenden Bundesligisten, gegen den VfB Stuttgart und am vergangenen Samstag auf Schalke; für die Europa League ist er nicht gemeldet worden. Zudem hat er in der vorvergangenen Woche im Freundschaftsspiel gegen TuS Mensfelden auf dem Feld gestanden, erstmals im Trikot der Eintracht. Dass er in der Liga in den Kader gerutscht war, hat ihn selbst überrascht. Trainer Adi Hütter hat hinterher von „glänzenden Augen“ berichtet, als Tuta erfahren hatte, dass er im Aufgebot steht. „Er hat im ersten Moment gar nicht mitbekommen, dass er dabei ist“, sagte Hütter. 

Tuta muss noch einiges lernen

Die Verpflichtung von Tuta, der aus der Mega-Metropole Sao Paulo stammt und seit seinem neunten Lebensjahr für den brasilianischen Spitzenklub spielt, ist im Winter ein bisschen untergegangen. Sebastian Rode, Martin Hinteregger und Almamy Touré, die ebenfalls in der Winterperiode verpflichtet wurden, standen stärker im Mittelpunkt des Interesses und haben die Mannschaft ja auch qualitativ deutlich verstärkt. Tuta, für den die Eintracht 1,8 Millionen Ablöse (für 70 Prozent der Transferrechte) nach Südamerika überwiesen hat, soll nach und nach aufgebaut werden. „Wir hoffen bei Tuta, dass er uns perspektivisch weiterhelfen kann“, ließ sich Sportvorstand Fredi Bobic Ende Januar zitieren. „Wir geben ihm Zeit und Möglichkeit, sich bei uns zu entwickeln.“ Finanziell ist die brasilianische Personalie für den Bundesligisten kein Risiko.

Der junge Mann muss allerdings noch einiges lernen, vor allem muss er physisch noch zulegen und sich an das deutlich höhere Tempo gewöhnen. Allerdings gilt er schon jetzt als kopfballstark, er hat eine gute Technik und ein gutes Passspiel. „In Frankfurt“, hat er bei seine Ankunft gesagt, „will ich den nächsten Schritt in meiner Karriere machen.“ So schlecht sehen die ersten Schritte im fremden Land bisher nicht aus. In Zweikämpfen stellt sich Tuta geschickt an, er will lernen, will sich im fremden Land durchsetzen. Er ist offen und aufgeschlossen. 

Allerdings ist die Konkurrenz in der Abwehr bei Eintracht Frankfurt derzeit erstaunlicherweise recht groß. In David Abraham, Evan Ndicka, Hinteregger, Makoto Hasebe, Touré, Marco Russ und Simon Falette mühen sich jetzt schon sieben Defensivkräfte um die drei Plätze in der Dreierkette - und das sind alles gestandene Profis. Lucas Silva Melo, der Junge mit dem goldenen Pokal, wird sich in Geduld üben und dann, wenn es sich ergibt, seine Chance nutzen müssen. 

Auf Instagram hat er unlängst auch dieses Foto gepostet: Es zeigt ihn im Eintracht-Dress auf der Ersatzbank im Stadion. Auch da sieht er glücklich aus. Und ein bisschen stolz.

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