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Neuzugang bei der Eintracht: Adjin Hrustic.

Transfers

Frankfurter Wechselspiele: Geht jetzt auch Danny da Costa?

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Frankfurts Torwart Frederik Rönnow sucht sein Glück auf Schalke, Flügelspieler Danny da Costa könnte ihm bald folgen - und Neuzugang Ajdin Hrustic heizt den Konkurrenzkampf an.

Ob die Herren Fredi Bobic und Jochen Schneider so etwas wie Kumpels sind, ist nicht bekannt, sehr wohl aber, dass sie zumindest ein kollegiales Arbeitsverhältnis verbindet. Schon 1999, als Fredi Bobic noch kein Fußballmanager, sondern Torjäger war, kreuzten sich seine Wege mit dem zwei Jahre älteren Schneider beim VfB Stuttgart. Später arbeiteten die beiden jahrelang in verschiedenen Posten der schwäbischen Chefetage zusammen, ehe es den einen als Sportchef an den Main und den anderen nach Gelsenkirchen zog.

Zurzeit lassen die Weggefährten von einst ihren Kontakt intensiv aufleben. Wenngleich gerade Schneider bei seinem FC Schalke eine Menge Baustellen beackern muss, inklusive der Einstellung des Trainers Manuel Baum, stehen für ihn parallel auch wichtige Entscheidungen bezüglich des Spielerkaders an – was zu Eintracht Frankfurt und Fredi Bobic führt. Das Transferkarussell dreht sich.

Bekanntlich ist erst vor kurzem Angreifer Goncalo Paciencia per Leihe von Frankfurt nach Gelsenkirchen gewechselt (inklusive einer Kaufpflicht für Schalke im Falle des Nichtabstiegs), ihm folgt Ersatztorhüter Frederik Rönnow für ein Jahr – ebenfalls per Leihe. Der dänische Nationalkeeper wird bei den Königsblauen die Nummer eins zwischen den Pfosten, im Tausch erhält die Eintracht den jungen Schalker Ersatzmann Markus Schubert für die laufende Saison. Er wird sich hinter Kevin Trapp einreihen. „Wir möchten Freddy die Gelegenheit nicht verwehren, regelmäßig in der Bundesliga sein Können unter Beweis zu stellen, wofür er auf Schalke aktuell die größeren Chancen sieht“, sagte Sportvorstand Bobic, der Schubert, 22 Jahre, für einen entwicklungsfähigen Mann hält, der bereits Bundesliganiveau nachgewiesen habe und nun in Frankfurt reifen könne.

Eintracht Frankfurt: Schalke zeigt Interesse an Danny da Costa

Doch damit nicht genug: S04 zeigt zudem Interesse am Frankfurter Flügelspieler Danny da Costa. Der 27-Jährige, der bei der Eintracht einen Vertrag bis 2022 besitzt, könnte auf Leihbasis wechseln und auf Schalke den Posten des rechten Verteidigers übernehmen, wo sich derzeit eine veritable Lücke auftut. Zuletzt musste Mittelfeldmann Sebastian Rudy hinten aushelfen. Ein Angebot für da Costa ist bei der Eintracht noch nicht eingegangen, was sich beim regen Austausch zwischen Schneider und Bobic sicher rasch ändern ließe.

Nach seiner herausragenden Saison im Premierenjahr von Trainer Adi Hütter, als da Costa satte 50 Pflichtspiele absolvierte und der Fußballlehrer ob der nicht vorhandenen Alternativen froh darüber war, wenn seinen Flankenläufer „keine Biene gestochen hat“, ist da Costa in der vergangenen Runde ins Hintertreffen geraten. Hütter ließ ihn nicht selten auch auf der Bank schmoren. 

Nach dem Re-Start aber kämpfte sich da Costa zurück, steigerte sich wieder, wurde aufgeboten und durfte auch in zwei der bisherigen drei Pflichtspiele dieser Saison von Beginn an ran. Beim dritten zuletzt in Berlin wurde er eingewechselt. Allerdings: Der Eindruck, dass da etwas im Verhältnis zwischen Trainer und Spieler nicht mehr passt, drängt sich auf. Nachdem da Costa beim Bundesligaauftakt gegen Bielefeld zur Pause ausgewechselte wurde, kommentierte sein Trainer die Entscheidung ungewohnt deutlich: „Wenn ich einen Spieler zur Halbzeit runter nehme, dann muss er grottenschlecht gespielt haben.“ Etwas zurückhaltender, aber doch vielsagend äußerte sich da Costa unlängst in einem Interview mit der „FAZ“: „Ehrlicherweise weiß ich gar nicht, ob unser Trainer Humor hat. Ich bin noch nie in die Situation gekommen, in der ich das hätte feststellen können.“ Friede, Freude, Eierkuchen sieht anders aus. Ein Abgang nach Gelsenkirchen ist längst nicht mehr unwahrscheinlich, gar nahe am Gegenteil.

Eintracht Frankfurt: Danny da Costa noch im Training

Sinn würde eine Leihe von da Costa, der am Mittwoch gut gelaunt am Vormittagstraining teilnahm, für die Eintracht aber nur dann ergeben, wenn sie den Außenbahnspieler personell ersetzt – nicht ausgeschlossen. Zwar absolvierte Almamy Touré zuletzt in Berlin ein gutes Spiel, der Franzose ist aber doch zu wechselhaft in seinen Leistungen, um ihn Woche für Woche als Stammkraft aufbieten zu können. Ähnliches gilt für Timothy Chandler, die zweite Alternative. Hütter wünscht sich ja schon länger einen flotten, quirligen, dribbelstarken Außenstürmer, den er mit Ajdin Hrustic nun offenbar doch nicht bekommen hat.

Der am Montag vom FC Groningen für eine Million Euro bis 2023 fest verpflichtete 24-Jährige wurde bei den Niederländern in der Vergangenheit zwar häufig (eigentlich fast immer) auf dem rechten Flügel aufgeboten, sucht zudem das Risiko, fühlt sich aber zu anderen Aufgaben berufen, denen als Spielmacher im offensiven Mittelfeldzentrum. „Ich bin ein Zehner“, stellte sich die neue Nummer sieben auf einer Pressekonferenz vor. Der australische Nationalspieler (zwei Einsätze) wird sich daher vordringlich mit dem zuletzt im Formtief kickenden Daichi Kamada um den Job auf dem Rasen balgen müssen. „Wir sehen ihn auf der Zehnerposition am stärksten“, erklärte auch Sportvorstand Bobic: „Ajdin muss sich dem Konkurrenzkampf stellen, das wird kein Selbstläufer.“ Darauf angesprochen bleibt Hrustic gelassen, schließlich gebe es ja überall Konkurrenzkampf: „Ich scheue diesen nicht, es spornt mich an.“

Bereits mit 15 Jahren zog es Hrustic – samt Familie – von Australien nach England. Dort wurde er bei einem Jugendturnier von Nottingham Forest entdeckt, über Austria Wien und den FC Schalke 04, wo er 2013 B-Jugendmeister wurde und seinen Freunde Leroy Sané und Thilo Kehrer kennenlernte, landete er schließlich in Groningen. Nun will er sich in Frankfurt festbeißen, wenngleich er natürlich erst einmal beweisen muss, sich in der Bundesliga behaupten zu können. Die Statistik aus Groningen, für die er in der Eredivisie liest sich, nun ja, durchwachsen. Zehn Torbeteiligungen in 67 Pflichtspielen sind alles andere als eine Wucht für den Mann, der auch vom 1. FC Köln umworben worden war. „Wie groß der Schritt wirklich ist, muss man sehen. Aber ich habe gesagt, dass ich in die Bundesliga will, um in Karriere voran zu kommen.“ Das ist ihm jedenfalls gelungen.

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