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Verkaufskandidat Aymen Barkok (r.). (Archivbild)
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Verkaufskandidat Aymen Barkok (r.). (Archivbild)

Personalplanungen

Eintracht Frankfurt: Das plant die SGE in der Winterpause auf dem Transfermarkt

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Die Eintracht Frankfurt übt sich auf dem winterlichen Transfermarkt in Zurückhaltung, hat aber eine Zusage von Alidou erhalten.

Frankfurt - Vor wenigen Wochen galt es als ausgemachte Sache, dass die Frankfurter Eintracht ihr begrenztes Budget aufs Äußerste ausreizen und auf dem winterlichen Transfermarkt nach Verstärkungen fahnden würde. Der Kader kam vor einiger Zeit doch arg schmalbrüstig daher, zu unfertig und anfällig.

Eine Blutauffrischung, eine Zufuhr an Klasse und Erfahrung sollte das Aufgebot schlagkräftiger und stabiler werden lassen. Nun, nach einem ebenso gewaltigen wie bemerkenswerten Zwischenspurt und dem Sprung auf Platz sechs des Klassements, sagt Sportvorstand Markus Krösche: „Wir sind mit unserem Kader sehr zufrieden. Ob sich Veränderungen ergeben, werden wir sehen.“ In die eine oder andere Richtung, wohlgemerkt.

Die Dringlichkeit ist nicht mehr gegeben, Eintracht Frankfurt geht den anstehenden Transferwinter mit Zurückhaltung und eher nach dem Motto an: „Kann man machen, muss man nicht. Wenn was passt, okay. Wenn nicht, auch gut.“ Der Druck ist entwichen.

Eintracht Frankfurt wird sich nicht verbiegen

Natürlich hält die Sportliche Leitung die Augen offen, alles andere wäre ja fahrlässig und nicht professionell, auch die Positionen, auf denen Handlungsbedarf bestehen könnte, sind bekannt und benannt: Sturm, defensives Mittelfeld, rechte Seite. Doch die Eintracht wird sich nicht verbiegen, auf Teufel komm raus mitbieten oder irgendwelche Mondpreise zahlen, um einen interessanten Spieler auszulösen. Dazu ist die wirtschaftliche Situation generell zu angespannt, Corona hat tiefe Schneisen in die Bilanz gepflügt, die Verluste sind, wie bei vielen anderen auch, frappierend. Besser wird es nicht, Omikron sorgt wieder für Geisterspiele, Einnahmen gehen flöten. Die Eintracht wird durch die Pandemie rund 80 Millionen Euro verlieren – und wer weiß, wie lange das noch alles geht.

Da verbietet es sich von selbst, Geld auszugeben, das nicht da ist oder nicht mehr kommen wird. Zumal der Spielermarkt im Winter ja ohnehin als schwierig gilt und die Akteure entweder überteuert angeboten werden oder eben einfach nicht gut genug sind, um wirkliche Verstärkungen zu sein.

Eintracht Frankfurt lockt Flügelspieler Faride Alidou mit einem langfristigen Vertrag

Meistens handelt es sich um ziemliche Panikkäufe von Vereinen, die hinter ihren Erwartungen liegen oder denen das Wasser gar schon bis zum Hals steht. Transfers mit strategischer Ausrichtung sind im Januar eher selten. Aber nicht gänzlich ausgeschlossen. Siehe Flügelspieler Faride Alidou, 20, vom Hamburger SV, den die Eintracht wohl holen wird. Für jetzt. Oder den Sommer. Je nachdem. Eine Soforthilfe wäre der Linksaußen nicht. Die Eintracht lockt den Spieler mit einem langfristigen Vertrag und einem ordentlichen Jahresgehalt, das zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Euro liegt.  

Ursprünglich hatten die Frankfurter Verantwortlichen auch überlegt, im defensiven Mittelfeld nachzulegen, weil sie dort mit Djibril Sow, Kristijan Jakic und natürlich Kapitän Sebastian Rode zwar überdurchschnittliche Spieler am Start haben, aber sie sich nicht sicher waren, ob das Knie des 31 Jahre alten Rode halten würde. Bisher sieht es aber ganz gut aus, der Südhessen spielte zuletzt regelmäßig, im letzten Spiel gegen Mainz gar zum ersten Mal von Beginn an – Garantien gibt es bei derart vorgeschädigten Gelenken freilich nicht. Intern sind sie bei der Eintracht über die Entwicklung des Duos Sow/Jakic hocherfreut. Beide sorgen für Stabilität, Laufstärke und Aggressivität. Das Herzstück des Teams funktioniert. Nicht hoch genug zu bewerten.

Die rechte Seite bleibt die Problemzone bei Eintracht Frankfurt

Und natürlich ist auch die rechte Seite nach wie vor eine Problemzone, weil sich dort zwar insgesamt fünf Spieler tummeln, die auch alle schon getestet wurden und ihre Chancen erhielten, aber eben nicht mit konstant guten Leistungen für sich werben konnten. Zurzeit hat Timothy Chandler die Nase vorn, in sieben der letzten neun Pflichtspielen stand das Urgestein in der Startformation. Das sagt einiges und liegt auch an den durchwachsenen Leistungen der Konkurrenten. Im Sommer wird auf dieser Position nachgelegt – das steht unumstößlich fest.

Ohnehin werden manche Spieler, die aktuell eher sporadisch zum Einsatz kommen, überlegen, den Verein zu verlassen – vielleicht schon jetzt im Winter. Danny da Costa könnte eine Luftveränderung, wie vor einem Jahr seine Stippvisite nach Mainz bewies, guttun, sein Vertrag läuft am 30. Juni aus – dass er noch mal verlängert wird, ist eher unwahrscheinlich. Da Costa ist ein kluger, sensibler, grübelnder Familienvater, der sich manchmal einfach selbst im Wege steht. Vom Potenzial her wäre er – neben Almamy Touré – sicher ein Kandidat, der das Problem auf rechts lösen könnte – doch die Schwankungen sind zu groß. Bei ihm spielt das angeknackste Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gewiss eine Rolle.

Auch Erik Durm wird sich seine Gedanken machen, der 29-Jährige durfte in den letzten acht Partien nicht mehr mitspielen, schaffte es oft gar nicht mehr in den Spieltagskader. Seine letzte Partie bestritt er Anfang November beim Trauerspiel in Fürth, nach 45 Minuten war die Partie für ihn beendet – die wahrscheinlich schlechteste Eintracht-Halbzeit in dieser Saison wurde ihm persönlich offenbar zum Verhängnis. Durm ist ein guter Typ, verlässlich, aber mit dieser Rolle kann er sich eigentlich nicht zufrieden geben – obwohl er noch ein Arbeitspapier besitzt, dass erst in eineinhalb Jahren endet.

Auch Aymen Barkok gehört zu den Streichkandidaten, er ist so eine Art Trainingsweltmeister, kommt im Spiel aber zu selten auf Touren. Auch er wird den Verein im Sommer verlassen (müssen), das ist dem Edeltechniker bereits mitgeteilt worden. Warum also nicht schon im Winter gehen, wenn eine Tür aufgehen sollte? Angeblich sollen Fürth und auch Bochum ein Auge auf ihn geworfen haben. Allemal eine Überlegung wert.

Eintracht Frankfurt: Knifflige Situation rund um Amin Younes scheint sich aufzulösen

Auch Ajdin Hrustic könnte in Grübeln kommen. Der Australier mit bosnischen Wurzeln wurde im letzten Spiel gegen Mainz zwar eingewechselt und machte auch mit einem Kracher an die Latte auf sich aufmerksam, allerdings stand er zuvor oft nicht mal im Kader und wird zudem, wenn überhaupt, im defensivem Mittelfeld eingesetzt, was sicher nicht seine Lieblingsposition ist. Da wirkt der Linksfuß, gebunden bis 2023, irgendwie verloren. Der FC Augsburg soll Interesse an einer Leihe haben.

Und auch im Sturm ist die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, Ragnar Ache zu Spielpraxis zu verhelfen. Der 23-Jährige konnte bei seinen Kurzeinsätzen selten überzeugen, wirkt da zögerlich und zaudernd. Er braucht Selbstvertrauen und Glauben in sich selbst – das hat er derzeit nicht. Vielleicht doch noch mal einen Umweg gehen? Schlechte Erfahrungen hat die Eintracht damit nicht gemacht.

Immerhin scheint sich die knifflige Situation rund um Amin Younes aufzulösen. Der seit Monaten freigestellte Kreativspieler wird mit dem italienischen Erstligisten FC Genua in Verbindung gebracht. Die Abwicklung des Deals und die Aushandlung der Vertragsmodalitäten liegen dann eher bei Younes Stammverein SSC Neapel, bei dem er ein Arbeitspapier bis 2023 hat. Die Eintracht wäre einfach nur froh, den in Ungnade gefallenen Spieler endgültig abgeben zu können. (Ingo Durstewitz)

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