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Das große Kommen und Gehen

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Von: Daniel Schmitt

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Die Eintracht ist wieder einmal sehr aktiv auf dem Transfermarkt, sie muss es auch sein. Jetzt steht vor allem die Abwehr im Fokus – und es bleibt die Frage, ob Evan Ndicka noch geht.

Frankfurt – Dieser eine Spaziergang des Evan Ndicka über die saftig-grüne Wiese des Berliner Olympiastadions, raus zur Eckfahne, die Hände hinter dem Rücken verschränkt, zu dem es noch so wunderbar ins Bild gepasst hätte, wäre der Franzose fröhlich-trällernd geschlendert, verdeutlichte unter anderem eines: Da war sich einer der Bedeutung des Bundesligaspiels, zumindest in diesem frühen Moment der Partie, nach drei Minuten, nicht ganz bewusst.

Nun folgte danach von Ndicka, dem linken Innenverteidiger von Eintracht Frankfurt, eines der schwächsten Spiele im Trikot der Hessen, was nicht nur an anfänglicher Szene samt Gegentor festgemacht werden konnte, sondern auch den anschließenden Mühen des am Samstag 23 Jahre alt werdenden Abwehrmannes im Duell mit dem Berliner Dribbler Dodi Lukebakio. Da waren einige Unkonzentriertheiten dabei.

Eintracht Frankfurt: AC Mailand hat Interesse an Evan Ndicka angekündigt

Die naheliegende, wenngleich etwas oberflächliche Frage: Ist der ansonsten so stabile Franzose mit dem Kopf nicht ganz bei der Sache, womöglich schon beim AC Mailand? Dass der italienische Meister mit dem ehemaligen Weltklasseverteidiger Paolo Maldini als Sportchef Interesse an einer Verpflichtung von Ndicka hat, ist bekannt. Dass es Gespräche zwischen Ndicka und Maldini gegeben haben soll, stellt darüber hinaus keine Überraschung mehr dar.

Derzeit nicht der Abwehrsouverän, der er sein kann: Evan Ndicka (li.) gegen Berlins Lukebakio.
Derzeit nicht der Abwehrsouverän, der er sein kann: Evan Ndicka (li.) gegen Berlins Lukebakio. © Imago

Dass die Eintracht im kommenden Sommer keinen Leistungsträger wie Ndicka ablösefrei verlieren, sondern lieber entweder den 2023 auslaufenden Vertrag verlängern oder den Spieler für eine angemessene Summe verkaufen will, wurde von Sportvorstand Markus Krösche mehrfach benannt. Allerdings: Weiterhin liegt der Eintracht kein offizielles Angebot für Evan Ndicka vor. Kann aber ja noch kommen.

Grundsätzlich will der Abwehrmann den nächsten Schritt zu einem Topklub machen, aber auch schon jetzt? Jetzt, wo er mit der Eintracht ebenfalls in der Champions League spielen kann und kommenden Sommer als ablösefreier Profi ein nettes Handgeld einstreichen würde? Der Spieler wie dessen Berater können dieser Vorstellung viel Positives abgewinnen.

Eintracht Frankfurt: Rückt Hasebe in Startelf?

Sollte Ndicka doch noch gehen, fühlt sich Manager Krösche vorbereitet und würde auf dem Transfermarkt natürlich reagieren. Denn, ganz klar, ein Abgang des Verteidigers würde ins Kontor schlagen, zumal bereits mit Martin Hinteregger ein zweiter Linksfuß auf hinterster Linie weggebrochen ist.

Wird nicht einfach, solch Qualitäten ohne Leistungsabfall aufzufangen, muss aber versucht werden. Zumal die bereits verpflichteten Neuen noch nicht helfen konnten. Jerome Onguene erlebte eine schleppende Vorbereitung und war zuletzt verletzt, Hrvoje Smolcic musste erst zweimal gesperrt zuschauen und sich dann in Berlin auf die Bank begeben.

Die Abwehr sendet Warnsignale. Gegen Bayern München war sie überfordert, gegen Real Madrid nicht fehlerfrei, was auch mit den Offensivqualitäten der beiden Gegner zu erklären ist. Doch selbst Zweitligist Magdeburg im Pokal und die biederen Berliner in der Liga brachten die Frankfurter Hinterleute ein ums andere Mal ins Rotieren.

Personellen Wechselspiele bei der Eintracht zeigen einen Umbruch im Klub

„Wir haben eine neue Dreierkette, mit Ansgar Knauff dazu einen jungen Spieler auf den Außen, da haben wir noch nicht die Stabilität“, sagt Trainer Oliver Glasner. Zudem fällt Almamy Touré „bis auf Weiteres“ wegen einer Oberschenkelverletzung aus. Kurzfristig könnte Makoto Hasebe als Libero einspringen und damit den jungen Tuta wieder auf die rechte Seite der Dreierkette verdrängen – die wahrscheinlichste wie logischste Variante für das Heimspiel am Sonntag gegen den 1. FC Köln.

Erst kürzlich hat Markus Krösche erklärt, keinen dringenden Bedarf für weitere Abwehrzugänge zu sehen. Dass die Touré-Verletzung zu einem Umdenken beim Sportchef führt, ist nicht auszuschließen. Erste Gerüchte über mögliche Kandidaten geistern längst herum: die vereinslosen John Anthony Brooks (zuletzt VfL Wolfsburg) und Florian Grillitsch (TSG Hoffenheim) zum Beispiel, auch der Dortmunder Manuel Akanji. Belastbar sind die Spekulationen bisher nicht.

Überhaupt: Die personellen Wechselspiele bei der Eintracht sind dann doch wieder ziemlich tiefgreifend in diesem Sommer, erlebt der Klub doch erneut einen Umbruch. Gleich neun Spieler sind bisher dazugekommen: Mario Götze, Lucas Alario, Randal Kolo Muani, Faride Alidou, Hrvoje Smolcic, Aurelio Buta, Jerome Onguene, Marcel Wenig, Luca Pellegrini.

Zu- und Abgänge bei der Eintracht: Frankfurter Fußballer im (Ver-)kaufsrausch

Zu ihnen wird sich bald noch Junior Dina Ebimbe gesellen, er wäre die Nummer zehn. Zudem wurden die zuvor ausgeliehenen Kristijan Jakic und Jens Petter Hauge fest verpflichtet, um Letzteren gleich für ein Jahr weiter nach Gent zu reichen.

Eine Menge Spieler, denen auf der Abgangsseite etliche gegenüberstehen: Filip Kostic, na logo, dazu Stefan Ilsanker, Erik Durm, Danny da Costa, Aymen Barkok, Sam Lammers, Ragnar Ache, Antonio Foti, Goncalo Paciencia, Jens Petter Hauge sowie Frührentner Martin Hinteregger. Von zuvor bereits verliehenen Profis wie Dominik Kohr, Steven Zuber, Rodrigo Zalazar und Ali Akman ganz zu schweigen. Weitere wie Ajdin Hrustic, Evan Ndicka oder Daichi Kamada könnten noch folgen.

Überspitzt formuliert: Eintracht Frankfurt im (Ver-)kaufsrausch. (Daniel Schmitt)

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