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Chandler und Freigang über Vielfalt: „Müssen Kultur schaffen, in der Outing möglich ist“

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Von: Melanie Gottschalk

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Timothy Chandler ist bei Eintracht Frankfurt ein absoluter Fan-Liebling.
Timothy Chandler ist bei Eintracht Frankfurt ein absoluter Fan-Liebling. © Florian Ulrich/imago

Aktive Profisportler:innen entscheiden sich oft gegen ein Coming-out. Timothy Chandler und Laura Freigang von Eintracht Frankfurt wollen sich für eine Änderung einsetzen.

Frankfurt - Sich zu seiner Homosexualität zu bekennen, ist vor allem bei den Männern im Profifußball immer noch ein Tabuthema. Thomas Hitzlsperger ist eines der bekannten Beispiele, er outete sich als erster prominenter Ex-Fußballer 2014 – und wurde dadurch zu einem Vorbild.

2014 habe es für Hitzlsperger keinen vernünftigen Grund mehr gegeben, sich nicht öffentlich zu seiner Homosexualität zu bekennen. „Aber die Frage ist doch: Wieso haben sich immer noch so wenig Ex-Fußballer nach ihrer Karriere geoutet? Es scheint also noch ein Problem zu sein“, sagte er kürzlich in einem Interview mit der tz.

Eintracht Frankfurt: Timothy Chandler spricht über Outing in der Mannschaft

Ähnlich sieht es auch Timothy Chandler von Eintracht Frankfurt. Der 32-Jährige wurde kürzlich in einem Interview mit Laura Freigang in der SportBild auf das Thema angesprochen. Sollte sich ein Mitspieler des Mittelfeldspielers outen, würde sich für Chandler überhaupt nichts ändern.

„Was soll passieren? Nichts. Vielleicht ist es im Fußball einfach die Angst davor, welche Aufmerksamkeit es nach sich zieht, welche Reaktionen folgen, weil der Sport so groß ist. Aber ganz klar: Niemand verliert dadurch seine Männlichkeit“, sagte Chandler.

Eintracht Frankfurt: Situation im Frauenfußball ganz anders

Im Frauenfußball ist die Situation anders, dort ist alles laut Laura Freigang von Eintracht Frankfurt viel offener. Sie spielt in Schuhen mit Regenbogenfahne, setzt sich für Vielfalt und Toleranz ein. „Ich finde es wichtig, meine Plattform zu nutzen. Es heißt immer, Deutschland sei offen. Aber diese Themen sind gerade im Sport noch lange nicht so weit wie in anderen Teilen der Gesellschaft.“ sagte sie im Interview.

Die Fankultur bei den Männern sei mit schwierigen Regeln und Stigmata verbunden, gerade was vermeintliche Männlichkeit angehe. „Das ist bei Frauen viel offener. Und unsere Hürden sind niedriger“, erklärte Freigang. Im Frauenfußball sei es auch deshalb einfacher, etwas anzuschieben, weil es nicht so populär und politisch sei und es um weniger Geld gehe.

Die Botschaft der Spielerin und des Spielers von Eintracht Frankfurt ist deutlich: „Man kann keinen zwingen. Aber wir alle müssen eine Kultur schafen, in der ein Outing möglich ist“, sagte Freigang. Auch der DFB setzt sich mittlerweile vermehrt dafür ein. (msb)

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