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Endlich wieder den Ball am Fuß: Erik Durm. 

SGE

Eintracht-Spieler trainieren wieder - in Zweiergruppen

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Eintracht-Spieler winken sich zu, und Erik Durm kauft in der Krise mit Maske ein.

  • Eintracht Frankfurt trainiert in Zweiergruppen
  • Erik Durm geht mit Handschuhen einkaufen
  • Mitgliederzahlen steigen bei der SGE

Frankfurt - Man kann nicht behaupten, dass der Frankfurter Berufsfußballer Erik Durm die Corona-Auswüchse und deren Folgen nicht ernst nehmen würde. Seine Einkäufe erledigt der Verteidiger der Frankfurter Eintracht mit Maske und Handschuhen, „das ist sicherer für meine Familie, aber auch für andere Familien“. Er sei zwar überzeugt davon, „gesund zu sein“, aber „blöderweise“ könne man sich dennoch unbemerkt irgendwie infiziert haben. „Man kann nicht wissen, ob man etwas hat.“ Und da findet es der 27-Jährige nur fair und zwingend geboten, auf seine Mitmenschen zu achten und sie zu schützen.

Eintracht Frankfurt: Training in Zweiergruppen

Auch im Berufsleben wird penibel darauf geachtet, die behördlichen Vorgaben strikt einzuhalten. Die seit vergangener Woche aus der häuslichen Quarantäne entlassenen Profis gehen nur in Zweiergruppen und einen der Trainer auf den Platz, in einer Kabine ist Platz für drei Spieler, die aber zu unterschiedlichen Zeiten ihre Einheiten zu absolvieren haben, so dass „wir immer alleine in der Kabine sind“, wie Durm berichtet. Anschließend wird alles gründlich desinfiziert. Auch auf dem Gelände gehen sich die Spieler aus dem Weg, „wir sehen uns aus der Ferne und winken uns zu“, erzählt er lächelnd. Das sei natürlich ungewohnt und eine „Herausforderung, aber wir haben eine Riesenverantwortung“. Gerade den Mitspielern, den Mitarbeitern, den Familien, aber auch der Gesellschaft gegenüber. Als Profisportler müsse man auch seine Vorbildfunktion erfüllen.

Eintracht Frankfurt: Mitgliederzahl hoch wie nie

Auf dem Platz, den sich Durm in seiner Minigruppe mit Sebastian Rode teilt, sei ebenfalls alles nur mit „Sicherheitsabstand“ möglich. Flanken, Abschlüsse, Torschüsse, Dribbling im Parcour oder Läufe stehen auf dem Programm, das Ganze dauert 75 oder auch mal 90 Minuten. „Die Muskulatur soll sich wieder an kürzere, schnellere Bewegungen gewöhnen.“

Eine zweite Einheiten steht noch mal in den heimischen vier Wänden an. Die Anforderungen auf dem Feld sind andere als im „Homeoffice“, selbst wenn es das Pensum, das die Akteure zu Hause absolvieren mussten, in sich hatte. „Das war richtig hart, wir haben extrem viel gemacht“, sagt Durm. „Ich bin manchmal fast vom Fahrrad gekippt.“

Ob und wann es wieder richtig losgeht und die Saison womöglich doch beendet werden kann, vermag Erik Durm logischerweise nicht zu sagen. „Körperlich und mental wären wir aber bereit, dann wieder zu spielen.“ Er ist sehr wohl der Meinung, dass der Fußball den Menschen viel geben und „ein Anker“ sein könne, er wisse aber ebenso gut, dass es momentan „andere Dinge gibt, die wichtiger sind.“

Eintracht Frankfurt: Solidarität der Fans mit dem Klub

Dessen ungeachtet wächst die Eintracht immer weiter, am Sonntag gab der Verein bekannt, dass sich nun 90 117 Mitglieder unter seinem Dach versammeln. Das ist ein Allzeithoch, nie in der Geschichte des Klubs waren es mehr. Erstaunlich, dass es bis zum Stichtag 31. März mehr als zehn Prozent weniger Kündigungen als im Vorjahr gab. „Die damit verbundene Solidarität macht mich sprachlos und glücklich“, sagte Präsident Peter Fischer. „Ich bin unheimlich stolz auf die Entwicklung. Gerade in diesen schwierigen Zeiten wissen wir um den starken Rückhalt.“

Wann es wieder weitergeht steht noch nicht fest. Die DFL hat einen Masterplan für die 1. und 2. Bundesliga erarbeitet. Ein Saisonende steht auch bereits fest. 

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