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Belohnt für seine harte Arbeit als Alleinunterhalter in der Sturmspitze: André Silva (rechts), Frankfurter Doppeltorschütze.
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Belohnt für seine harte Arbeit als Alleinunterhalter in der Sturmspitze: André Silva (rechts), Frankfurter Doppeltorschütze.

Eintracht besiegt den Angstgegner

Eintracht Frankfurt nach Sieg gegen Mainz: Goldene Träume

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt
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Eintracht Frankfurt gewinnt zum dritten Mal nacheinander, zum ersten Mal in Mainz und geht nun das Ziel Europa League forsch an.

Christian Peintinger, der Einflüsterer des Chefs, der gute Kumpel von Adi Hütter, bolzte seine Freude geradezu heraus. Der Abpfiff von Schiedsrichter Bastian Dankert war noch nicht ganz verklungen am Samstagnachmittag im Mainzer Stadionquadrat, das 2:0 (1:0) der Frankfurter Fußballer damit gerade erst final fest gemacht, da holte der „Peinti“ aus und drosch den Ersatzball hoch in die Luft, begleitet von einem lauten Schrei. Übertroffen wurde des Co-Trainers glückliche Brüllerei in diesem Moment nur noch von einem seiner Jungs, vom österreichischen Landsmann auf dem Rasen, von Martin Hinteregger. Die Abwehrkante eilte, die Fäuste geballt, die kalte Luft aus den Lungen gepresst, um richtig kreischen zu können, auf seinen Torwart Kevin Trapp zu: „Jaaaaa.“

Die Beteiligten von Eintracht Frankfurt waren froh über diesen ersten Erfolg bei den Rheinhessen seit dem Weiterkommen im Pokal 1986, den ersten Bundesligasieg in der Geschichte auf Mainzer Grund überhaupt. Dabei sei er, so sagte Martin Hinteregger, zwischendurch sogar mal kurz ins Zweifeln gekommen, ob ein Dreier gelingen würde. Trotz eines 2:0-Vorsprungs, trotz einer ordentlichen Leistung – aber da waren diese 15 guten Mainzer Minuten nach dem Seitenwechsel, als die Eintracht ins Wanken geriet, als Jonathan Burkardt gleich dreimal aus guten Positionen scheiterte. Just in dieser Phase also, so Hinteregger, habe er an eine Unterredung mit Vereinsikone Alex Meier denken müssen, in dieser Woche im Vorfeld der Partie geführt. Da habe ihm der Alex noch mal von dieser unangenehmen Sieglosserie in Mainz berichtet, und den ärgerlichen Spielverläufen und den blöden Platzverweisen, sogar für Meier selbst. „Da habe ich dann kurz dran denken müssen“, sagte Hinteregger und schob breit grinsend hinterher: „Zum Glück haben wir das jetzt auch endlich mal hinter uns.“

Und jetzt große Ziele vor sich! Nach dem dritten Sieg hintereinander träumen sie wieder bei den Frankfurtern von Europa und sagen es nach einigen Wochen des öffentlichen Stillschweigens erneut frei heraus. „Unser Blick ist vom ersten Spieltag an Richtung Europa gegangen“, erklärte Vorredner Hinteregger, denn: „Wir sind Eintracht Frankfurt. Wir haben große Ziele. Wir waren in Europa und wollen wieder dorthin.“ Goldene Träume der Fußballer im goldenen Dress.

Trainer Adi Hütter, der das 2:0 in Mainz als „verdient“ bezeichnete, weil die spielerisch bessere Mannschaft gewonnen habe, widersprach dem forschen Herrn Hinti (Hütter: „Einer der besten Verteidiger der Liga“) hinterher nicht. Der Martin sage ja immer ehrliche Worte, stets frei heraus, was er denke, so Adi Hütter, das sei auch vollkommen in Ordnung. „Wir haben zwei Jahre lang international für Furore gesorgt, das gibt uns den Anlass, dass wir dort wieder hinwollen.“ In der Tabelle sehe man zwar, wie viele Mannschaften um die internationalen Plätze kämpfen, sagte Hütter, um dann selbstbewusst zu ergänzen: „Wir werden auch mitkämpfen.“

Die Eintracht hat mittlerweile 23 Punkte nach 15 Ligaspielen auf ihr Konto geschaufelt, und dennoch paradoxerweise trotz des Auswärtssieges einen Platz in der Tabelle verloren. Freiburg zog dank des eigenen 5:0-Erfolgs gegen Köln und der besseren Tordifferenz an den jetzt auf Rang neun platzierten Frankfurtern vorbei. Aber sei’s drum. Die Eintracht macht wieder Spaß in diesen Tagen, gerade der wieselflinke und an fast jeder Offensivaktion beteiligte Amin Younes (siehe Artikel Seite 19) hebt das Spiel auf eine höhere Stufe – und das obwohl die Teamleistung in Mainz ja doch noch ein ganzes Stück weit entfernt war von perfekt.

Gerade in der ersten Hälfte waren die Gäste fußballerisch deutlich überlegen, das war zeitweise ein Klassenunterschied auf dem holprigen Rasen – bis auf das Elfmetertor von André Silva (24. Spielminute), der zuvor selbst vom Mainzer Moussa Niakhaté zu Boden gezupft wurde, erspielten sich die Hessen aber keine echten Torchancen. Zwei harmlose Schüsse von Filip Kostic noch, viel mehr war da nicht. Einerseits. Andererseits prallten jegliche Mainzer Angriffsbemühungen am Frankfurter Abwehrblock einfach ab.

Erst in der Anfangsviertelstunde der zweiten Hälfte setzten die Hausherren dann ihre stets das Spiel begleitenden Anfeuerungs- und Protestrufe auch in spielerisch gelungene Aktionen um. Burkardts verpasstes Chancen-Dreierlei (54., 56., 60.) hätte dem Spiel ebenso eine andere Wendung geben können wie ein Verzicht auf den Videoschiedsrichter. Nach einer Stunde hatte Referee Bastian Dankert schon für die Nullfünfer auf den Elfmeterpunkt gezeigt, nahm nach Ansicht der TV-Bilder seine Entscheidung aber korrekterweise zurück. Djibril Sow hatte lediglich den Ball getroffen, nicht aber wie ursprünglich vermutet seinen Gegenspieler, und dann die Kugel gegen den Kopf von Leandro Barreiro befördert. War nichts, zumindest kein Foul.

Die Eintracht beendete die Mainzer Drangphase nach 72 Minuten, als erst Kostic scheiterte, im Nachgang aber Hinteregger erneut von Niakhaté strafstoßwürdig gefoult wurde und Silva mit seinem zweiten Tor als elf Metern den Deckel drauf machte. Zwei Zähler Rückstand sind es nun für die Hessen noch auf Platz fünf, der für eine sichere Qualifikation zur Europa League berechtigen würde. Am Dienstag geht es im Pokal nach Leverkusen, anschließend warten weitere machbare Aufgaben in der Liga gegen Schalke, Freiburg, Bielefeld, Hertha BSC, Hoffenheim und Köln.

Gute Aussichten, die es mit konstant guten Leistungen in viele Punkte umzumünzen gilt. Adi Hütter jedenfalls zeigt sich zuversichtlich. Schließlich sei man ja auch in der schwierigen Phase mit den vielen Unentschieden „immer ruhig geblieben, wir haben immer Vertrauen in unsere Stärke gehabt.“ Dies sei nun noch einmal gewachsen.

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