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Torschützen unter sich: André Silva (links) trifft wie immer), Evan Ndicka (ausnahmsweise).
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Torschützen unter sich: André Silva (links) trifft wie immer), Evan Ndicka (ausnahmsweise).

Eintracht siegt auch in Hoffeneim

Eintracht Frankfurt setzt Serie fort - Der Express rollt weiter

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Eintracht siegt dank Filip Kostic auch in Hoffenheim und träumt mittlerweile ganz ungeniert von der Champions League.

  • Eintracht Frankfurt ist weiter auf der Überholspur.
  • Die Mannschaft von Adi Hütter überzeugt beim Sieg in Hoffenheim.
  • Der Trainer gibt inzwischen ambitionierte Ziele aus.

Frankfurt/Sinsheim - Sebastian Rode, der ausgebremste Dauerläufer, ging trotzdem tapfer zum Mann ans Mikrofon, seine Einschätzung des eben Gebotenen war gefragt. Und wenn man böse wollte, könnte man sagen, Rode hatte das auch bestens beurteilen können, denn er hatte ausreichend Zeit, von außen zuzusehen. Der 30-Jährige kam erst nach der 70. Minute in dieses Spiel zwischen der TSG Hoffenheim und Eintracht Frankfurt, es war zu diesem Zeitpunkt schon entschieden, am Endergebnis von 3:1 (1:0) für die Frankfurter sollte sich nichts mehr ändern. Das allein sagt eine ganze Menge aus über die momentane Qualität der Eintracht, wenn ein Sebastian Rode aktuell nur Ersatz ist. Und sich die Hessen den Luxus erlauben können, zudem Luka Jovic als Joker zu nutzen, der nicht einmal stechen muss.

Eintracht Frankfurt: Sebastian Rode steckt zurück

„Es läuft sehr, sehr gut bei uns, da ist es schwer für mich, ins Team zu kommen“, sagte Rode dann. Wenn die Mannschaft aber so auftritt wie jetzt bei der TSG Hoffenheim und in den letzten Spielen, dann „stecke ich gerne zurück.“ Es wird ihm auch nichts anderes übrigbleiben, der Frankfurter Erfolg frisst seine Kinder, und Rode muss sich momentan hinten anstellen.

Eintracht Frankfurt ist auch im neunten Spiel in Folge in der Bundesliga ungeschlagen geblieben, sieben Siege hat sie dabei errungen, sich den vierten Platz zurückgeholt, ein Platz, der für die Champions League berechtigen würde. „Das wäre ein Riesentraum“, findet Verteidiger Martin Hinteregger, denn „wir wollen wieder international spielen.“ Am liebsten in der Königsklasse, unmöglich erscheint das keinesfalls. Aktuell beträgt der Vorsprung auf Platz sieben vier Punkte.

Eintracht-Trainer Adi Hütter redet von der Champions League

Hinterher ist Trainer Adi Hütter gefragt worden, ob die Champions League ein realistisches Ziel sei. Er hat klipp und klar darauf geantwortet: „Wenn wir so weiterspielen, auf alle Fälle.“ Freilich sind noch 14 weitere Spieltage zu absolvieren, ein paar Brocken kommen noch, aber eines will der Frankfurter Fußballlehrer indes auf keinen Fall: „diese Euphorie bremsen“. Tatsächlich bleibt der Eintracht, die am Sonntag kurzfristig auf den am Rücken lädierten Aymen Barkok verzichten musste, die Mannschaft der Stunde, sie strotzt vor Selbstvertrauen, entledigte sich der Aufgabe im Kraichgau mit erstaunlicher Souveränität. „Wir sind“, fasste Trainer Hütter zusammen, „eine sehr, sehr gute Mannschaft.“

Dies zeigte sich vor allem in einer Phase, da die Partie hätte kippen können. Die Gäste hatten zunächst alles unter Kontrolle, nach 45 Minuten lagen sie verdient mit 1:0 in Front, Filip Kostic, ohnehin der beste Frankfurter, hatte nach 15 Minuten und einem feinen Zuspiel von Amin Younes die Führung besorgt. Die Frankfurter ließen wenig zu, dominierten die Partie dank ihrer spielerischen Überlegenheit. Doch nach der Pause und dem sofortigen Ausgleich durch den eingewechselten Ihlas Bebou (47.) gerieten die Frankfurter für einen kurzem Moment in die Bredouille. Bammel verspürte Hütter da nicht, er war vielmehr „neugierig, wie die Mannschaft auf diesen Rückschlag reagieren würde“. Erstaunlich gelassen reagierte sie.

Eintracht Frankfurt: Filip Kostic groß in Form

Sie zog sofort die Zügel wieder an und schaffte binnen zwei Minuten per Doppelschlag die Wende. Evan Ndicka (62.) und André Silva (64.), die Tormaschine, köpften jeweils perfekte Zuspiele von Kostic in die Hoffenheimer Maschen. Brillant war nachgerade das 3:1, ein Konter wie aus dem Lehrbuch, an dem vor allem Daichi Kamada großen Anteil hatte. Der Japaner schickte mit einem weiten, gut 50 Meter langen Diagonalpass Kostic wunderschön auf die Reise, der narrte Gegenspieler Pawel Kaderabek und flankte butterweich auf Silva. Der blank stehende Portugiese hatte keine Mühe, sein bereits 17. Saisontor zu erzielen. Das Spiel war entschieden. „Mit seiner Genialität macht er den Unterschied“, lobte Hütter den japanischen Techniker, vielleicht eine Spur zu überschwänglich.

Hütter empfand es später als bemerkenswert, mit welcher Leichtigkeit. Kaltschnäuzigkeit und Selbstverständlichkeit die Mannschaft „Ruhe bewahrt“ und weiter gespielt habe. „Wir haben das Gegentor gut weggesteckt“, lobte Hütter. Und die Tore zum richtigen Zeitpunkt erzielt. Da war nichts zu spüren von einer möglichen Verunsicherung wegen des schnellen Ausgleichs, keinen Zweifel hatten sie daran gelassen, das Heft des Handels wieder in die Hand zu nehmen. Diese „Stabilität und dieses Selbstbewusstsein“ hatte zuvor schon Sebastian Rode als prägende Tugenden ausgemacht, das Team ist gefestigt, es weiß genau, um die eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten. Und weicht nicht von ihrem Weg ab.

Eintracht Frankfurt im Stil einer Spitzenmannschaft

Dieses Vertrauen in die eigenen Stärken ist gewachsen, es ist fest verankert, gespeist aus den Erfolgen der letzten Wochen und Monate. Eintracht Frankfurt agiert jetzt wie eine Spitzenmannschaft, die Passquote betrog gute 84 Prozent, 53 Prozent Ballbesitz hatte die Eintracht im Auswärtsspiel, sie gewann die Mehrzahl der Zweikämpfe. Mittlerweile habe die Mannschaft die vor Monaten noch fehlenden „fünf bis zehn Prozent“ zugelegt, analysierte Hütter. Man habe auch schon in der Phase der Saison ordentlich gespielt, als die Mannschaft die vielen Unentschieden eingefahren hatte, war dadurch allerdings tabellarisch nicht vom Fleck weggekommen. Richtig ist aber auch, dass der Höhenflug erst dann begann, als die Eintracht vermehrt spielerische Lösungen gesucht und gefunden hatte. Und Hütter seine Fußballer losgelassen hatte.

Die Aussichten jedenfalls sind rosig, am Sonntag empfangen die Frankfurter den 1. FC Köln, danach kommt der FC Bayern ins Waldstadion. Es könnte eine Partei auf Augenhöhe werden. Fast zumindest. (Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein)

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