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Sebastian Rode wünscht sich, dass alle an Bord bleiben

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Von: Ingo Durstewitz

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Auch auf dem Rad gut unterwegs: Sebastian Rode.
Auch auf dem Rad gut unterwegs: Sebastian Rode. © IMAGO/Kessler-Sportfotografie

Kapitän Sebastian Rode tritt kürzer und glaubt felsenfest an den Verbleib des begehrten Trios.

Frankfurt – Den strapaziösen Trip nach Österreich lässt Sebastian Rode lieber sausen. Aus gutem Grund. Der Kapitän von Eintracht Frankfurt fühlt sich nicht unbedingt so, als müsse er den letzten Härtetest gegen Ajax Amsterdam am Samstag (15 Uhr/Sky) in Grödig bei Salzburg auf Teufel komm raus absolvieren. Der Rücken zwickt ein bisschen, auch die Leiste und die Knie. Also winkt Rode besser ab.

In den ersten drei Wochen der Vorbereitung sei alles perfekt gewesen, doch seit der Rückreise aus dem Trainingslager in Windischgarsten hätten die Wehwehchen zugenommen. Auch das nicht mehr jungfräuliche Kniegelenk habe „ein bisschen reagiert“. Würde heute ein Bundesligaspiel anstehen, klare Sache, Seppl Rode wäre dabei, er hat ja auch am Freitag mit den Kollegen ganz normal trainiert. Doch ein Freundschaftsspiel, und sei es auch das letzte hochkarätige, nein, das müsse nun wirklich nicht sein. „Wir haben noch genügend wichtige Spiele in dieser Saison“, sagt der Spielführer und setzte sein typisches Sebastian-Rode-Lächeln auf.

Sebastian Rode: Belastung wird dosiert und gesteuert

Sebastian Rode, in einem Vierteljahr schon 32, ist nicht mehr der Jüngste, und wer sich seine Krankenakte mit all den Schädigungen an den Gelenken ansieht, der kann es bemerkenswert finden, dass der Südhesse immer noch in der Bundesliga unterwegs ist und auf diesem Niveau performt. Natürlich braucht er mehr Pausen als andere, die Belastung wird dosiert und gesteuert. Neben wissenschaftlichen Daten baut der erfahrene Profi auf das eigene Körperbewusstsein und das Händchen von Trainer Oliver Glasner. „Er hat ein gutes Gefühl dafür.“

Führungskraft Rode wird in dieser Saison voller Herausforderungen gewiss in den wichtigen Spielen seinen Mann stehen, wenn es der Körper zulässt, aber auch ihm ist klar: „Drei Spiele in einer Wochen werde ich nicht so oft durchziehen.“

Das können ja andere machen, Djibril Sow etwa, der Immerspieler. Ginge es nach Mitstreiter Rode, würde der Schweizer Internationale in der internen Hierarchie nach oben kraxeln. „Djibi muss sich mehr in die Verantwortung nehmen.“ Genauso wie Neuzugang Mario Götze. „Mit seinem Erfahrungsschatz und seinem Standing tut er der Mannschaft gut.“

Saisonstart für Eintracht Frankfurt hat es in sich

Die schätzt der Mittelfeldantreiber als homogene Einheit, die sich im Vergleich zur Vorsaison klar verbessert habe. „Wir haben einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht.“ Das liege auch an den Neuen. Gerade Spieler wie Randal Kolo Muani, Lucas Alario oder eben Götze würden das Niveau merklich anheben. „Wir haben die Qualität in der Breite und in der Spitze erhöht. Wir haben jetzt ein paar Dinge dazu bekommen, die letzte Saison gefehlt haben.“ Zum Europa-League-Triumph hat es ja auch so gereicht.

Rode glaubt im Übrigen nicht daran, dass der Titelgewinn für eine laxe Haltung, einer Art Rundum-Sorglos-Paket führen werde. Keiner trage die Nase hoch, keiner sei sich für Kärrnerarbeit zu schaden. „Der Charakter der Mannschaft ist so, immer Gas zu geben. Außerdem haben wir jetzt eine andere Konkurrenzsituation.“ Die Einstellung der Mannschaft sei immer einwandfrei. „Hier wird kein Schlendrian reinkommen.“

Der wäre auch kontraproduktiv, würde das ganze Projekt gefährden. Denn schon das Auftaktprogramm hat es in sich: Am Montag in einer Woche wartet der 1. FC Magdeburg in der ersten Runde des DFB-Pokals – ein undankbareres Los hätte es kaum sein dürfen. Vier Tage später startet die Bundesligasaison gegen den FC Bayern und am 10. August folgt das nächste Highlight: der Uefa-Supercup gegen Real Madrid. Ein Spiel mit einiger Zugkraft. „Da wollen wir den Titel gewinnen, das wollen wir unbedingt schaffen. Das ist uns wichtiger als anderen Vereinen.“ So oft spielt die Eintracht eben auch keinen Supercup.

Sebastian Rode wünscht sich, dass alle an Bord bleiben

Die Frage ist, ob dann noch das umworbene Trio komplett an Bord ist: Daichi Kamada, Filip Kostic und Evan Ndicka. Verteidiger Ndicka steht beim AC Mailand auf der Liste, der 22-Jährige fehlte gestern im Training, das Kristijan Jakic mit Schmerzen am Knie abbrechen musste. Ndicka verhandelte aber nirgends über seine Zukunft, sondern klagt über Wadenprobleme. Ganz profan. Und Filip Kostic? „Das ist ja eine Never-Ending-Story“, sagt Rode grinsend.

Um den Serben ranken sich Jahr für Jahr Wechselgerüchte, nun soll West Ham United, von der Eintracht im Halbfinale ausgeschaltet, heiß auf ihn sein und mehr als 15 Millionen Euro Ablöse bieten. Fragt sich nur, was Kostic bei einem Mittelständler wie West Ham sollte (außer kräftig abkassieren). Rode wünscht sich, dass alle an Bord bleiben. „Das sind absolute Säulen in unserem Team.“ Er ist auch guten Mutes, der Seppl Rode, der sie tagtäglich im Training erlebt und mit ihnen spricht. „Ich habe das Gefühl, dass sie bei uns bleiben und die Champions League mit uns erleben wollen.“ (Ingo Durstewitz)

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