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In Paris wieder nur die Nummer zwei, deshalb will er zurück nach Frankfurt: Kevin Trapp.

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Eintracht Frankfurt: Rückkehr von Kevin Trapp wohl bald fix

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Nach Sebastian Rode und Martin Hinteregger wird wohl auch Torhüter Kevin Trapp bald zur Eintracht zurückkehren.

Frankfurt - Und er hat schon wieder einen Titel gewonnen, den 15. seiner Profikarriere, einen großen Silberpokal diesmal, aus dem sich eine Menge Flüssiges schlürfen ließe, wenn man es denn darauf angelegen würde. Machte er natürlich nicht, da ist er ein asketischer Sportler durch und durch. Stattdessen grinste er lieber vergnügt in die diversen blitzenden Kameras, die Haare dabei perfekt nach oben frisiert, das Zahnpastalächeln stets aufgesetzt, so wie das ein echter Profi nun mal macht.

Am Samstag hat Kevin Trapp mit Paris Saint-Germain gegen Stade Rennes den französischen Supercup gewonnen – mit 2:1 setzte sich der Meister gegen den Pokalsieger des Landes beim ziemlich unbedeutenden Marketingkick auf chinesischem Boden in Shenzhen durch. Nach einem Pausenrückstand erzielte der größte Superstar Kylian Mbappé den Ausgleich für PSG, der etwas kleinere Superstar Angel Di Maria anschließend per direktem Freistoß den Siegtreffer. Und Trapp durfte dem Ensemble von Trainer Thomas Tuchel von der Bank aus zuschauen. Der deutsche Nationaltorhüter, der sich in der bisherigen Vorbereitung noch regelmäßig mit dem französischen Nationalkeeper Alphonse Areola zwischen den Pfosten abgewechselt hatte, blieb beim ersten Pflichtspiel der Saison wenig überraschend außen vor – wie bei so vielen anderen seiner restlichen Titel in der französischer Meisterschaft, dem Pokal, dem Ligapokal, dem Supercup oder auch beim Confed-Cup-Erfolg 2017 mit der deutschen Nationalmannschaft.

Eintracht Frankfurt: Zusage vom Torhüter

Nun sei klargestellt, dass die beachtliche Trophäensammlung des 29-Jährigen keinesfalls herabgewürdigt werden soll, viele, viele Profikicker und wohl noch mehr Amateure würden liebend gerne mit Trapp tauschen. So richtig zufriedenstellen kann die Rolle als Ersatzmann dem Ehrgeizling aber auch nicht. Schließlich hatte Trapp in der vergangenen Saison eindrucksvoll erlebt, dass der Fußball vor allem dann einen Heidenspaß macht, wenn man ihn auf dem Rasen selbst beeinflusst. Wenn man nicht nur in einem Testspiel gegen Dynamo Dresden, wie vor zwei Wochen im PSG-Dress geschehen, sondern plötzlich in einem Europa-League-Halbfinale gegen den FC Chelsea die Bälle pariert.

Bei Eintracht Frankfurt war der gebürtige Saarländer in der Vorsaison absolute Stammkraft, dazu eine echte Führungsfigur auf und abseits des Platzes. Obwohl er die Kapitänsbinde bei den Hessen offiziell nicht trug, war er dennoch der inoffizielle Chef der aufstrebenden Mannschaft aus dem Hessenland. Alsbald nach der Saison, für die die Frankfurter Trapp von PSG ja nur ausgeliehen hatten, bekundeten beide Seiten ihre grundsätzliche Bereitschaft, künftig wieder gerne zusammenzuarbeiten.

„Beide Vereine wissen, was ich will und was meine Ziele sind und das sollten wir intern lassen“, sagte Trapp Mitte Juli, wohlwissend, dass er noch bis kommenden Sommer einen Vertrag in Paris besitzt. Also kehrte er nach einem erholsamen Urlaub in Griechenland pflichtgemäß und voll motiviert nach Paris zurück, brachte sich in Form, bekam aber wieder nur einen Bankplatz zugewiesen. Vorerst zumindest.

Eintracht-Verantwortliche arbeiten seit Wochen an Verpflichtung Kevin Trapps

Denn wahrscheinlich ist, dass Trapp bald zur Eintracht zurückkehren wird, wie schon die anderen Leihspieler Sebastian Rode und Martin Hinteregger. Seit Wochen arbeiten die Frankfurter Verantwortlichen, allen voran natürlich Sportvorstand Fredi Bobic, an einer Verpflichtung des Torhüters. Als zwischenzeitlich Gerüchte um ein Interesse vom FC Porto an Trapp aufkamen, nahmen sie das am Main relativ gelassen hin. Sie hatten zu diesem Zeitpunkt die einigermaßen feste Zusage des Schlussmannes – so fest eine Zusage im turbulenten Profigeschäft eben sein kann – vorliegen, dass er sich, wenn er in Paris keine Chance mehr auf einen Stammplatz sehe und der Klub von der Seine auf ihn verzichten könne, gerne wieder der Eintracht anschließen würde. Da soll selbst ein Champions-League-Teilnehmer wie Porto für Trapp keine echte Alternative gewesen sein.

Nun ist der Deal zwischen PSG und der Eintracht noch immer nicht perfekt, da PSG erst einmal selbst gerne einen Nachfolger für Trapp dingfest machen würde, er nähert sich aber in großen Schritten an. „Ich hoffe, dass es bald vorbei und er dann zurück ist“, sagte Bobic vor einigen Tagen. Gestern Vormittag ist der französischer Serienmeister aus China zurückgekehrt, bald soll es zu abschließenden Verhandlung zwischen den Frankfurter und den Pariser Bossen kommen. Der Keeper würde bei einem erfolgreichen Verlauf einen langfristigen Vertrag in Frankfurt unterzeichnen, die Ablöse soll bei rund zehn Millionen Euro liegen.

Wenngleich Kevin Trapp bei einer Rückkehr nach Frankfurt wohl auf den einen oder anderen Titel für seine Sammlung verzichten müsste, er könnte wenigstens selbst darum kämpfen – auf dem Rasen, zwischen den Pfosten.

Europa-League-Quali: Auslosung in Nyon

In der Europa-League-Quali hat die Frankfurter Eintracht noch nicht mal das Duell gegen die Liechtensteiner vom FC Vaduz eröffnet, da wird am Montagmittag ab 13.30 Uhr im Uefa-Sitz in Nyon schon der mögliche nächste Gegner für die abschließenden Playoffs zur Teilnahme an der Gruppenphase ausgelost. Die Eintracht könnte demnach bei eigenem Weiterkommen auf einen der Gewinner aus den Duellen zwischen dem FC Thun/Schweiz und Spartak Moskau/Russland, Molde FK/Norwegen und Aris Thessaloniki/Griechenland, Lokomotive Plowdiw/Bulgarien und Racing Straßburg/Frankreich, FK Mariupol/Ukraine und AZ Alkmaar/Niederlande sowie Neftci Baku/Aserbaidschan und Jehuda Tel Aviv/Israel treffen.  

Von Daniel Schmitt

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