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Sam Lammers, Stürmer von Eintracht Frankfurt (Archivbild).
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Sam Lammers, Stürmer von Eintracht Frankfurt (Archivbild).

Nach 2:3-Niederlage

Eintracht Frankfurt: Sam Lammers angegriffen - Fans beleidigen eigenen Spieler

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt-Stürmer Sam Lammers enttäuscht und sieht sich bösartigen Kommentaren ausgesetzt. SGE-Trainer Oliver Glasner offenbart kein gutes Händchen.

Frankfurt – Die Frage war, wie der Reporter selbst einräumte, „geradeaus und provokant“ gestellt: „Hat er den Sieg gekostet?“ Er, das ist Sam Adrianus Martinus Lammers, 24 Jahre alt, auf Leihbasis bei Eintracht Frankfurt beschäftigt – und allerspätestens seit Samstagabend zur Reizfigur, ja zum Zankapfel geworden. Coach Oliver Glasner moderierte die berechtigte Einlassung des Kollegen erst einmal locker weg: „Ganz provokant geantwortet: nein“, bedeutete der 47-Jährige.

Die wild tobende Diskussion um den von Atalanta Bergamo gekommenen Niederländer konnte der Fußballlehrer damit freilich nicht bremsen. Über den Schlaks aus Tilburg ist nach der 2:3-Niederlage gegen Borussia Dortmund und seinen knapp halbstündigen Einsatz in den Sozialen Medien, gerade bei Instagram, ein wahrer Shitstorm hinweggefegt, mit Kommentaren und Hashtags weiter unter der Gürtellinie; Tiraden, die der Spieler nicht verdient hat, die kein Mensch verdient hat. Es gibt Grenzen, die nicht überschritten werden sollten. Und da geht es nicht um Grenzen des guten Geschmacks.

Eintracht Frankfurt: Sam Lammers fehlt die Bindung zum Spiel

Sachliche Kritik am Auftritt des Angreifers ist gewiss gerechtfertigt, er hat seinen vielen unglücklichen Auftritten im Eintracht Frankfurt-Dress am Samstag einen weiteren hinzugefügt. Nachdem Lammers nach 66 Minuten ins Spiel kam – gemeinsam mit Kristijan Jakic, der nun auch nicht seinen besten Tag erwischt hatte –, kippte die Partie endgültig zugunsten von Borussia Dortmund. Das lag natürlich nicht nur an Lammers (und Jakic), das wäre zu einfach und zu billig, doch gerade die Personalie hat sehr wohl etwas mit der Balance der Kräfteverhältnisse zu tun. Denn Sam Lammers hat es in einer knapp halbstündigen Spielzeit geschafft, keinen einzigen Ball wirklich sicher am Fuß zu haben, zu behaupten oder zu verarbeiten. Acht Ballkontakte sind notiert, doch da geht es eher um eine Fußspitze oder eine Haarsträhne, die er an die Kugel bekam. Er stocherte mal hier und mal dort hinein, aber ohne jede Bindung zum Spiel, als bewege er sich in einer Parallelwelt. Er konnte einem fast schon leidtun, wie er da zwischen Mats Hummels und Emre Can förmlich zerrieben wurde und von einem zum anderen wetzte.

Der Niederländer bringt, obzwar hoch gewachsen, offenbar nicht das körperliche Rüstzeug mit, um in der Bundesliga dagegenzuhalten. Vor dem 2:2 etwa ließ er sich erst im Kopfballduell abkochen und setzte dann nicht entschlossen genug nach – Sekunden später schlug es im Eintracht-Kasten ein. Schon fünf Minuten nach seiner Einwechslung zog er sich den Unmut des Kollegen Filip Kostic zu, als Lammers einem Zuspiel nicht entgegenging und der Pass ins Leere lief. Kostic schimpfte wie ein Rohrspatz.

Blanco sagt Adios

Das Kapital Fabio Blanco ist bei Eintracht Frankfurt beendet. Der 17 Jahre alte Offensivspieler wechselt zum FC Barcelona und wird dort in der zweiten Mannschaft Spielpraxis sammeln. Die Eintracht erhält eine Ablöse in Höhe von 500 000 Euro und entsprechende Bonuszahlungen, sollte Blanco den Durchbruch schaffen oder weiterverkauft werden. „Bei jungen Spieler ist Geduld das wichtigste“, sagte Sportchef Markus Krösche. „Die war auf der anderen Seite nicht mehr gegeben.“ Familie und Berater des Talents drängten auf einen Wechsel. dur

Eintracht Frankfurt: Glasner lenkt Spiel durch Lammers-Wechsel in falsche Richtung

Lammers hat keine leichte Zeit hinter sich, wirkte in fast allen Spielen wie ein Fremdkörper, obwohl er vom Trainerteam stets gestützt wurde und genügend Chancen erhalten hatte. In den letzten sieben Bundesligapartien im alten Jahr, pikanterweise der erfolgreichsten Phase in dieser Saison, senkte aber auch Oliver Glasner den Daumen: Der Mittelstürmer kam sechsmal gar nicht zum Einsatz, durfte nur drei Minuten gegen Bayer Leverkusen mittun – da stand es bereits 5:2.

Umso überraschender, dass Glasner den unsicheren Kantonisten jetzt wieder brachte – in einer kniffligen Phase und bei einer 2:0-Führung gegen den Tabellenzweiten. Zumal er in Goncalo Paciencia einen bundesligaerprobten Stürmer auf der Bank hatte. Der Portugiese, so der Coach, sei aufgrund seiner Corona-Erkrankung nicht die erste Option gewesen. Lammers indes habe sich im Training gut präsentiert, sei „sehr agil“ gewesen und habe „viele Tore erzielt“. Merke: Training ist Training und Spiel ist Spiel.

So oder so: Mit seiner Einwechslungen hatte Glasner kein glückliches Händchen, sondern das Spiel in die falsche Richtung gelenkt. Zumal durch Jesper Lindströms Austausch eine wichtige Komponente im Spiel wegbrach: das Tempo, mit dem die Dortmunder Abwehr Probleme hat. „Jesper war platt“, begründete der Trainer, habe aufgrund seines diffusen Corona-Tests kaum mit der Mannschaft trainiert. Das mag sein, aber vielleicht hätte er – genauso wie der starke Kapitän Sebastian Rode – noch eine Viertelstunde durchgehalten. Womöglich hätte das den Sieg gebracht. (Ingo Durstewitz, Thomas Kilchenstein)

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