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Tor gemacht, gut gemacht: Aymen Barkok zeigte aber nicht nur Momente des Lichts.

Klassenbuch

Barkok sticht, Ilse räumt ab, Kamada enttäuscht - Die Spieler in der Einzelkritik

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Eintracht trennt sich von Leipzig mit 1:1: Die FR-Bewertung der einzelnen Spieler.

Gut dabei

Kevin Trapp: Extrem sicher, hielt alles, was es zu halten gab, und vielleicht noch ein bisschen mehr. Wichtige Rettungstat zwei Minuten vor Schluss gegen Poulsen. Auch mit dem Fuß sicher. Runde Sache.

Stefan Ilsanker: Bärenstark vor der Abwehr, räumte alles ab, was es abzuräumen gab. Immer da, wo der Ball war, stocherte rein, grätschte, störte, zerstörte. Trieb das Team lautstark an. Fußballerisch ging nicht alles leicht vom Fuß, aber das ist halt so.

Evan Ndicka: Spielte, als sei er nie weg gewesen. Mit einer Bierruhe, abgeklärt, souverän. Einfach gut.

Ganz okay

Aymen Barkok: Torschütze zum 1:0, da hat er sich gut durchgesetzt und cool abgeschlossen. War bemüht, wollte Akzente setzen, aber es gelang bei weitem nicht alles. Wirkt dennoch erwachsener, die generelle Richtung stimmt.

Filip Kostic: Ist noch nicht ganz der Alte, klar, nahm sich ein paar Auszeiten. Und doch ist es die Power, die Dynamik und Zielstrebigkeit, die dem Team gefehlt hat. Um Klassen besser als alle erdenklichen Ersatzmänner auf seiner Position. Mit drei, vier vielversprechenden Durchbrüchen auf links, einmal scheiterte er aus spitzem Winkel an Gulacsi (47.). Kann passieren.

David Abraham: Anfang mit großer Mühe, wenn der Ball ins Spiel kam, da streute er doch einige leichtfertige Fehlpässe ein. Steigerte sich, defensiv eine Bank. Schnell wie ein Windhund, auch mit 34, mit der durchschnittlichen höchsten Sprintgeschwindigkeit aller Akteure (32,73 km/h).

Martin Hinteregger: Im ersten Abschnitt mit rustikalen Duellen gegen Sorloth, die er zumeist gewann. Ansonsten nicht immer voll auf der Höhe, beim Ausgleich einen Schritt zu spät gegen Poulsen, wobei das schwer zu verteidigen war. Viele Rückpässe auf Keeper Trapp.

Erik Durm: Mit Licht und Schatten, aber nach so langer Pause sehr viel besser als gedacht. War aktiv, wirkte auch nicht verunsichert ob der fehlenden Matchpraxis. Ab und an merkte man einfach, dass die Automatismen fehlen, aber das machte er durch viel Einsatz, auch mit Hilfe einiger Grätschen, wett. Gewann die meisten Zweikämpfe aller Spieler (13). Im entscheidenden Moment aber zu zögerlich, bei der Flanke vor dem Ausgleichstreffer zu weit weg von Angelino.

So lala

Djibril Sow: Bienenfleißig, wie immer, wenn er spielen darf. Lief am meisten, 12,5 Kilometer. Zudem mit dem Topspeed von 34,11 km/h. Ganz schön flott. Einmal, kurz vor Schluss, mit einem wichtigen gewonnenen Laufduell gegen Forsberg. Fußballerisch fand er aber kaum statt, als Verbindungsspieler ist das zu wenig. Müsste sich mehr trauen, wenn er den Ball hat. Die Position ist zu wichtig, um so selten am Ball zu sein oder so viele Sicherheitspässe zu spielen.

Schwächelnd

André Silva: Hatte es verdammt schwer da vorne im Sandwich der Leipziger Abwehrhünen, da kann man schon mal zerrieben werden. Arbeitete aber tadellos, versuchte vieles, auch wenn sehr wenig gelang. Selten am Ball, einmal aber, nach 78 Minuten, hätte er doch fast den Lucky Punch gelandet, doch seinen Schuss aus Nahdistanz mit der Spitze konnte Gulacsi entschärfen. Pech gehabt.

Daichi Kamada: Von der Länderspielreise noch etwas geschlaucht, mit strapaziöser Abreise, kam übernächtigt in Frankfurt an. Vielleicht deshalb kaum zu sehen, selten spielprägend. Kann sehr viel mehr. Zu Recht ausgetauscht.

Dominik Kohr: Ausgerechnet der für Kamada eingetauschte Mittelfeldmann brachte noch weniger zustande als der Japaner. Fast jeder Pass landete beim Gegner, denkbar unglückliche Vorstellung. So empfiehlt man sich eher nicht für die Startelf.

Zu spät gekommen

Bas Dost (dur/kil)

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