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Packt an: Kevin Trapp liefert Lebensmittel aus.

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Kevin Trapp liefert Essen, David Abraham hilft beim Kochen - Eintracht-Profis unterstützen Hilfskampagne

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Eintracht-Profis befeuern die Hilfskampagne „Auf jetzt!“, die laut Vorstand Axel Hellmann „mit Wucht anläuft und große Kraft entfalten wird“.

  • Eintracht Frankfurt unterstützt Kampagne in der Corona-Krise
  • SGE-Spieler helfen tatkräftig mit
  • Axel Hellmann freut sich über das Engagement

Frankfurt - Am Ende des Tages war Danny da Costa massiv beeindruckt. Seine Stippvisite in der Frankfurter Uniklinik, natürlich mit Schutzmaske, wird der Eintracht-Verteidiger so schnell nicht vergessen, sie hat den klugen Kopf nachdenklich werden lassen, da sind so profane Dinge wie der Verlust des Stammplatzes oder eine Flanke hinters Tor auf einmal ganz weit weg. „Das Pflegepersonal hier sieht, wie die Menschen unter dem Virus leiden“, sagt der 26-Jährige. „Das Tag für Tag durchzumachen und immer wieder ausblenden zu können, ist nervlich sehr hart. Es ist imponierend, dass das Pflegepersonal nicht nur seine Arbeit verrichtet und dann nach Hause geht.“

Eintracht Frankfurt: Stolz auf das Team

Es steckt sehr viel mehr dahinter, wie der Eintracht-Spieler im Gespräch mit Mote Kiakwama, der Gruppenleiterin der eingerichteten Covid-19-Station, erfährt. „Man sieht live, was der Erreger mit einem machen kann, das ist eine psychische und physische Belastung“, sagt Mote Kiakwama. „Ich bin stolz auf das Team, alle kommen gerne zur Arbeit, blenden das andere aus.“ Vor dem Virus habe das kompetente und leidenschaftliche Personal keine Angst, „aber Respekt“.

So ähnlich sieht es Intensivpfleger Marco Mim, der resistent gegen Druck und Unbill aller Art ist, was ihm in dieser widrigen Zeit enorm hilft. „Auf der Intensivstation ist es immer stressig“, sagt er, die Schichten gingen acht bis zehn Stunden, und zwar ohne Stillstand. „Wir haben jede Minute etwas zu tun.“

Abschließend hat Danny da Costa auch den Virologen der Uniklinik noch auf den Zahn gefühlt, die aus allen Bereichen zusammengezogen wurden, „um Tag und Nacht Lösungen für den Umgang mit dem Virus zu finden“, wie der Fußballprofi erkannt hat. Der Tag sei „sehr, sehr aufschlussreich“ gewesen, sagt da Costa. Es sei ein „Riesenunterschied“, die Nachrichten und Statistiken über die Fallzahlen zu verfolgen, oder eben mit den Menschen zu sprechen, „die an vorderster Front gegen das Virus kämpfen und versuchen, Menschen zu helfen, die schwerwiegend davon betroffen sind“. Ihm habe der Besuch der Klinik geholfen, um bewusst zu merken, dass „es sich lohnt, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.“ Nicht nur aus der Ferne.

Eintracht Frankfurt: Danny da Costa hilft tatkräftig mit

Danny da Costa ist einer der Eintracht-Spieler, die die neu aufgelegte Hilfskampagne des Vereins „Auf jetzt“ tatkräftig unterstützen. Sie sind so etwas wie Botschafter, Türöffner, sie sollen helfen, eine Öffentlichkeit herzustellen, Sinne zu schärfen und Menschen dafür zu sensibilisieren, Institutionen oder Einrichtungen zu unterstützen, die gerade in diesen Tagen den Erreger bekämpfen oder eben Menschen helfen, die mittelbar oder unmittelbar von der Krankheit oder deren Folgen betroffen sind.

Eintracht-Fans sind daher aufgerufen, darauf zu verzichten, das Geld für die bereits bezahlten Tickets der restlichen fünf Heimspiele zurückzufordern (so sie es sich leisten können natürlich) und es über den Klub an die Arche Frankfurt, das Rote Kreuz, die Diakonie Hessen, die Frankfurter Tafel oder die Uniklinik zu spenden. Das Projekt läuft hervorragend an, „mit großer Wucht“, wie Vorstand Axel Hellmann der FR sagt. „Es ist eine Aktion, das lässt sich jetzt schon sagen, die große Kraft entfaltet. Und jetzt geht es erst richtig los.“ Gerade den Spielern kommt eine wichtige Funktion zu, sie sind Vorbilder und Leitfiguren, und fast alle Profis sind Feuer und Flamme, wollen helfen.

So besuchte Stefan Ilsanker die Arche, Sebastian Rode war auf Stippvisite bei der Diakonie Darmstadt, Torwart und Aushängeschild Kevin Trapp machte kostenlosen Verpflegungsfahrten und schleppte Kisten mit Lebensmittel in die Wohnungen der Mitglieder. Kapitän David Abraham half beim Roten Kreuz aus, stellte Carepakete zusammen und ging beim Kochen der Mahlzeiten zur Hand. Der Argentinier, auch innerhalb der Mannschaft so etwas die Mutter der Kompanie, war bass beeindruckt von dem Engagement der Helferinnen und Helfer: „Das ist großartig und nur mit großer Hingabe, Herzblut und Spenden möglich.“

Eintracht Frankfurt: Hellmann freut sich über Engagement

Axel Hellmann freut sich ungemein über das Engagement der Profis, die sich freiwillig zum Dienst für die gute Sache meldeten. „Die Mannschaft hat das verinnerlicht. Da ist sehr viel Bereitschaft vorhanden.“ Ihr Wirken hat natürlich eine Sogwirkung auf die Anhänger und auch die Mitarbeiter, die ebenfalls willig sind, sich einzubringen. „Die Aktion wird Fahrt aufnehmen“, glaubt Hellmann, der klarstellt, dass es nicht darum gehe, „jeden Tag schöne Bilder zu produzieren“, nein, bei den Organisationen soll „was auf den Block kommen“, wie er plakativ sagt, also etwas Zählbares hängenbleiben, damit mit den wirtschaftlichen Mitteln entsprechende Hilfsmaßnahmen forciert werden können.

Es sei deutlich zu früh, monetäre Größenordnungen zu nennen, doch Axel Hellmann ist überzeugt davon, dass ein „signifikanter Betrag“ in die Kassen der Einrichtungen wird fließen können. „Das zeichnet sich ab.“ Schon zum Start der Kampagne war der 48-Jährige optimistisch, dass ein Millionenbetrag, und kein kleiner, zusammen kommen könne.

In dieses Raster fällt das aufgelegte Helfer-T-Shirt „Auf jetzt“, das binnen weniger Tage reißenden Absatz fand. Die 2000-er Marke wird das 20 Euro teure Shirt bald geknackt haben, alle Einnahmen gehen komplett an die auserwählten Institutionen. In Kürze werden zudem noch Schutzmasken in den Verkauf gehen, natürlich für den guten Zweck, gebrandet mit dem „Auf-jetzt“-Schriftzug. Wer hätte vor zwei Monaten an Mundschutz mit Eintracht-Adler gedacht?

Von Ingo Durstewitz

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