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Eintracht Frankfurt schwimmt auf einer Welle des Erfolgs.
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Eintracht Frankfurt schwimmt auf einer Welle des Erfolgs – auch finanziell.

Finanzstudie des Profi-Fußballs

Eintracht Frankfurt: Finanzstudie verdeutlicht den erstaunlichen Aufschwung

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt zählt trotz Corona-Krise zu den 20 wirtschaftsstärksten Fußballklubs der Welt und wähnt sich auch für die Zukunft gut aufgestellt.

Frankfurt - Die Liste der Abgänge bei Eintracht Frankfurt ist in diesem Winter bemerkenswert lang. Gleich fünf Profis haben Reißaus genommen und den Klub verlassen. Manch einer von ihnen hatte gar bis zuletzt noch eine Hauptrolle inne wie (Ex-)Kapitän David Abraham, der nach Argentinien zurückgekehrt ist und erste Bilder im Kreise seiner neuen Kollegen bei seinem kleinen Jugendverein Huracan de Chabas gepostet hat.

Stürmer Bas Dost gehörte zum erweiterten Kreis der Stammspieler, Dominik Kohr und Danny da Costa eher nicht, sind dafür aber schon lange im Geschäft und haben ihre Befähigung nachgewiesen. Nur der nach Fürth umgesiedelte Marijan Cavar taugte nicht mal zur Randfigur. Vielleicht geht gar noch einer, Nachwuchskraft Yannick Brugger etwa zum Grazer AK. Aber das fiele, rein sportlich gesehen, nicht ins Gewicht.

Die umsatzstärksten Clubs im Weltfußball.

Gekommen ist dafür bisher ein absoluter Hochkaräter, keine Frage, der aber zum Schnäppchenpreis, rund 1,5 Millionen Euro zahlen die Frankfurter für die Dienste des serbischen Klassestürmers Luka Jovic. Sehr wahrscheinlich wird es auch bei diesem einen Zugang bleiben, außer die Eintracht wittert noch ein außergewöhnlich gutes Geschäft auf den letzten Metern.

Trainer Adi Hütter drängt auch nicht auf Zugänge, ihm war es sogar nicht mal unrecht, dass der Kader ausgedünnt wurde, um Reibungen zu vermeiden und um mit einer vergleichsweise kleinen Einheit fokussiert arbeiten zu können. Hinzu kommt: Die Eintracht ist aus dem Pokal ausgeschieden, weshalb nur noch eine Englische Woche (im April) vor ihr liegt. Ein aufgeblähtes Aufgebot braucht man da nicht, knifflig könnte es freilich bei einer Verletzungsmisere werde.

Eintracht Frankfurt wird auf Zugänge verzichten

Die Eintracht wird auch deshalb auf Zugänge verzichten, um ihr Geld eng beisammen zu halten. In diesem Zusammenhang sind auch die Abgänge zu betrachten, fast fünf Millionen Euro Salär spart der Verein bis Sommer. In dieser schwierigen Zeit nicht zu verachten.

Die coronabedingten Einschläge haben den Klub, wie alle anderen auch, schwer getroffen. Das große Ziel ist, aufrecht und halbwegs unbeschadet durch die Krise zu steuern. Daher hat der Verein eine Bürgschaft des Landes Hessen in Höhe von 16 Millionen Euro beantragt und erhalten, um infrastrukturelle Großprojekte abzusichern.

Eintracht Frankfurt hat Kostenstruktur angepasst

Die Eintracht hat zudem ihre Kostenstruktur den komplizierten Gegebenheiten angepasst, die Spieler verzichten bis Saisonende auf knapp 20 Prozent ihres Gehalts, mit Sponsoren ist nachverhandelt und eine sehr konservative Planung bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) hinterlegt worden. Der Verband hat die Kennzahlen, im Gegensatz zu denen manch anderen Bundesligists, mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen. Auf Kante genäht ist da nichts, das Ganze einer Risikominimierung unterworfen.

Eintracht-Vorstandsmitglied Hellmann hält den coronabedingten Zuschauerausschluss für „juristisch angreifbar“.

Es könnte also gut sein, dass sich der Frankfurter Bundesligist aus dem coronabedingten Klammergriff befreien kann. Die Parameter sprechen für die Hessen. So hat die jüngst veröffentlichte Rangliste der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte für Aufsehen gesorgt, weil die Eintracht dort erstmals in den Top 20 der weltweit umsatzstärksten Vereine rangiert. Zwar setzte die Eintracht – coronabedingt – weniger um als in der Rekordsaison 2018/2019 (182 Millionen), doch mit 174 Millionen Euro rückt sie dennoch von Platz 27 auf 20 vor. 91 Millionen Euro entfallen aufs TV-Geld, 38,6 Millionen auf die Einnahmen an den Spieltagen und 44,4 Millionen auf kommerzielle Erlöse. Das Zahlenwerk kommt ohne Transfererlöse aus, die weist der seriöse und anerkannte Report bei der Eintracht übrigens mit üppigen 101,7 Millionen Euro aus.

Eintracht Frankfurt konnte im kommerziellen Sektor zulegen

Erstaunlich ist, wie viel die Eintracht auf dem kommerziellen Sektor zulegen konnte, also im Sponsoring und durch Partnerschaften. Im Vergleich zur Vorsaison sind das sieben Prozent, in den vergangenen fünf Jahren hat sie sich in diesem Bereich um 60 Prozent gesteigert. Kam sie 2015/2016, als sie nur über die Relegation in Nürnberg die Klassenzugehörigkeit sichern konnte, auf 27,9 Millionen, so sind es jetzt eben 44,4 Millionen.

Dieser enorme Zuwachs ist weichen Faktoren geschuldet, da geht es letztendlich auch um gewachsene Reichweiten und den gestiegenen Bekanntheitsgrad; das Renommee ist durch den Pokalsieg und die folgende Europa-League-Performance poliert worden, die Wahrnehmung ist positiv. Das wiederum lässt sich in besseren, werthaltigeren Sponsorendeals ablesen – von Partnern, die sich, ganz wichtig, auch während Corona als verlässlich entpuppten.

Eintracht Frankfurt macht rasante Entwicklung

Die Zahlen sprechen für eine rasante Entwicklung (im Fast-Abstiegsjahr 2016 betrug der Umsatz 95 Millionen), aber auch eine kontinuierliche, nachhaltige. Die Eintracht ist kein One-Hit-Wonder, sondern hat sich sukzessive nach oben gearbeitet. „Das ist Ausdruck einer inneren Stabilität“, sagt Vorstand Axel Hellmann, der klare Strukturen und Strategien hervorhebt. „Das ist die Formel des Erfolges.“ Der sportliche Aufschwung beflügelt obendrein und gibt starken Rückenwind.

Dass die Eintracht erstmals in die Top 20 vorgestoßen ist, hat aber auch damit zu tun, dass in anderen Ligen die Saison wegen der Pandemie abgebrochen wurde und dort manche TV-Tranche nicht mehr an die Klubs ausgeschüttet wurde. Umso außergewöhnlich ist, dass in punkto Eigenerlöse national nur drei Klubs (Bayern, Dortmund, Schalke) vor den Frankfurtern liegen. In die Top 30 hat es an Position 24 nur noch Borussia Mönchengladbach geschafft (Umsatz: 167, 9) – in Sachen kontinuierlicher Entwicklung ein Vorbild für die Eintracht.

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