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Die Eintracht entpuppt sich immer mehr als Pokalmannschaft. 

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Die Pokalspiele versüßen die bislang eher durchwachsene Saison von Eintracht Eintracht

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Wenn ein DFB-Halbfinale und/oder ein Achtelfinale im Europacup herausspringt, ist die Saison für Eintracht Frankfurt allemal gerettet. Der Kommentar.

Das Brot- und Buttergeschäft für Eintracht Frankfurt, für alle Klubs in der höchsten deutschen Klasse - vielleicht außer den Bayern -, ist und bleibt die Bundesliga. Ihr gilt das Hauptaugenmerk, die Auftritte auf internationaler Ebene, so schön und lukrativ sie sein mögen, sind die Kirsche auf dem Kuchen, selbst wenn die Bundesligisten in dieser Woche mit fünf Siegen in Europa so erfolgreich vertreten waren wie seit 1993 nicht mehr, und damals hießen die Gegner auch nicht Paris St. Germain, FC Salzburg oder Tottenham, sondern waren Leichtgewichte wie Zbrojovka Brünn, FC Twente oder Dynamo Minsk.

Insofern ist die Frankfurter Führungsetage gottfroh darüber, nach einem beeindruckenden Zwischenspurt in diesem Jahr schnell mal zehn Punkte aufs Konto gepackt zu haben und die Delle ausgebeult zu haben, die sich nach dem Einbruch ausgangs der Hinrunde mit sieben sieglosen Spielen aufgetan hatte. Die Vorstellung, womöglich noch eine Weile in ungemütlicher Tabellenregion zubringen zu müssen, war keine angenehme. 

Dieser ganz große Druck ist fürs Erste gebannt, Eintracht Frankfurt ist - trotz einer miesen Vorstellung in Dortmund - in die Spur zurückkehrt. Und sollte an diesem Montag, trotz Fastnacht und Fanboykott, im Stadtwald der aufmüpfige Aufsteiger Union Berlin in die Schranken verwiesen werden, die Hessen dürften in der Liga ruhigen, vielleicht gar langweiligen Zeiten entgegenblicken.

Und könnten sich voll und ganz auf die Pokale konzentrieren.

Rosige Aussichten für Eintracht Frankfurt in Pokal-Wettbewerben

Denn dort sind die Aussichten plötzlich rosig. Ohnehin entpuppt sich die Eintracht immer mehr als Pokalmannschaft, sie mag diese Spiele Hop oder Top, mag die Duelle, wenn in einer Partie oder zwei Begegnung alles auf dem Spiel steht, sie mag, wenn es darauf ankommt, noch den einen oder anderen Prozentpunkt mehr an Willen und Leidenschaft herauszukitzeln. 

Im DFB-Pokal standen die Hessen in den letzten drei Jahren zweimal im Finale, gewannen gar einmal, auch jetzt haben sie im Viertelfinale gegen Werder Bremen zu Hause alle Möglichkeiten, erneut unter die letzten Vier zu gelangen. Und in der Europa League setzen die Frankfurter eh ein Ausrufezeichen ans andere, jetzt wurde der mit vielen Lorbeeren umkränzte FC Salzburg mit 4:1 abgewatscht. Wie kaum eine andere Mannschaft „lebt“ die Eintracht diesen Wettbewerb, hat Trainer Hütter jetzt gesagt, sie lebt ihn mit all ihren Fasern und Facetten.

Eintracht Frankfurt sorgt im Pokal für Spektakel

Auf dieser Bühne fühlt sich Eintracht Frankfurt zu Hause, da setzt sie Glanzlichter, sorgt für Spektakel. Wenn donnerstags das Licht angeht, sind alle elektrisiert, Spieler, Fans, Funktionäre. Man wolle in allen Wettbewerben „das Maximum“ erreichen, hat der ehrgeizige Torwart Trapp klar gemacht. Darunter wollen sie es nicht tun.

Die Pokalspiele versüßen die bislang eher durchwachsene Saison. Wenn am Ende ein DFB-Halbfinale und/oder ein Achtelfinale im Europacup herausspringt, ist die Saison für Eintracht Frankfurt allemal gerettet, ist sie eine gute geworden - und das ist mehr als man nach den Abgängen der berühmten Büffelherde hatte erwarten können.

Von Thomas Kilchenstein

Es lebe der Bolzplatz: Wie Andreas Möller die Eintracht-Jugend wieder nach oben führen will. Für den von den Eintracht-Fans angefeindeten Ex-Profi ist klar, dass die besten Spieler aus dem Rhein-Main-Gebiet das Eintracht-Trikot tragen müssen.

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