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Eintracht Frankfurt: SGE muss in Stuttgart auf Kostic und Kamada verzichten

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Von: Daniel Schmitt

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Muss Filip Kostic vertreten: Jens Petter Hauge - wenn er denn aufgestanden ist. Foto: imago images
Muss Filip Kostic vertreten: Jens Petter Hauge - wenn er denn aufgestanden ist. © imago images/Revierfoto

Ohne die beiden Topspieler Filip Kostic und Daichi Kamada will Eintracht Frankfurt beim Gastspiel in Stuttgart den schlechten Start ins neue Jahr vergessen machen.

Frankfurt am Main - Es schien in den vergangenen Wochen fast so, als habe sich der Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt – im übertragenen Sinne – unfreiwillig in einen wohligen Winterschlaf begeben. Der Januar war bekanntlich sportlich ein mieser Auftakt ins Jahr, die letzten beiden Partien gegen Augsburg und vor allem Bielefeld nicht gerade von einer ausgewiesenen Aufgeweckheit geprägt. Dazu die parallel verlaufende Transferphase, in der für mittelfristige Vorhaben vielversprechende Deals festgezurrt wurden, die für die aktuelle Runde jedoch wenig Veränderung brachte - was freilich mehr positiv denn negativ bewertet werden kann. Weitsichtig und vernünftig im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten zu handeln, hat bisher selten geschadet. Und dürfte es in Corona-Zeiten schon mal gar nicht.

Wie dem auch sei: Selbst die ursprünglich für Länderspiele gedachte Bundesligapause wandelte sich teils in eine für Kurzurlaube um, etwa im elitären Engadin in den Schweizer Bergen von St. Moritz, oder nahe des ewigen Eis‘ nördlich des Polarkreises in Bodø, oder einfach in Frankfurt. Soll ja auch nett sein. Selbst die mediale Aufarbeitung des Ganzes stockte. Eine Presserunde mit Jens Petter Hauge, ein paar Videoschnipsel vom für Fans wie Medien weiterhin nicht zugänglichen Training, ein erfolgreicher Testkick gegen Mainz (1:0). Ansonsten: ungewöhnliche Ruhe im Stadtwald. Bis Donnerstagmittag.

Eintracht Frankfurt: Daichi Kamada fällt aus

Da nahm der Betrieb wieder Fahrt auf. Die Bundesliga naht, der VfB Stuttgart wartet - am Samstag (15.30 Uhr/Sky) sind die Frankfurter zu Gast beim formschwachen und unter Druck stehenden Tabellenvorletzten. Eintracht-Trainer Oliver Glasner hofft dann, dass sein Team die Januar-Schlummerei hinter sich lässt: „Wir wollen die ersten drei Punkte im Jahr 2022 holen.“

Das Problem dabei: Zwei der besten Frankfurter Fußballer fallen aus. Bei Daichi Kamada, dem Kreativen im Zentrum, ist das keine neue Erkenntnis, der Japaner zog sich gegen Bielefeld einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu. Es sei zwar knapp gewesen, so Glasner, fast hätte Kamada auflaufen können gegen den VfB, „aber wir wollen kein Risiko eingehen“. Für ihn könnten Jens Petter Hauge oder Winterzugang Ansgar Knauff einspringen. „Wir haben immer noch einen großen Kader“, erklärt Glasner: „Wir haben mehrere Varianten im Kopf.“

Eintracht Frankfurt: Filip Kostic ist krank

Der andere, der in Stuttgart nicht kann, ist Filip Kostic. Der Spielentscheider auf Linksaußen fehlt damit zum zweiten Mal in diesem Kalenderjahr, bereits in Augsburg hatte er aufgrund einer Corona-Infektion pausieren müssen. Diesmal bremst ihn ein stinknormaler grippaler Infekt aus - soll es eben auch noch geben heutzutage. Zudem werden die Hessen auf Ragnar Ache (angeschlagen), Aymen Barkok (Erholungspause nach Afrika-Cup) sowie den am Meniskus im Knie operierten Ersatztorwart Diant Ramaj verzichten müssen.

Rafael Borré, kolumbianischer Nationalstürmer, kehrte indes erst am Donnerstagabend nach einer frustrierenden Länderspielreise (Niederlagen und Bankplatz) zurück nach Frankfurt. Er wird nur ein einziges lockeres Training vor dem Stuttgart-Spiel absolvieren können. Nicht optimal. Aber, betont Glasner, „Rafa rackert eh immer, um ihn mache ich mir keine Sorgen.“

Viel schwerer wiegt da natürlich der Ausfall von Filip Kostic. Schon in Augsburg konnte ihn Timothy Chandler nicht im Ansatz gleichwertig ersetzen. Der Frankfurter Bub mühte sich zwar mit all seinen Mitteln, die sind – gerade auf der ungewohnten linken Seite - aber nun mal sehr begrenzt. So dürfte Christopher Lenz, der verbliebene Linksfuß im Kader, den Posten von Kostic in Stuttgart übernehmen.

Eintracht Frankfurt: Rückt Christopher Lenz ins Team?

„Filip bringt immer viel Power und Schwung nach vorne. Ohne ihn wird es sicher ein anderes Spiel werden“, weiß Glasner, erkennt im Schlechten aber auch das Gute. Denn gerade über die Seite von Kostic waren die Gegner zuletzt vermehrt durchgebrochen, hatten den Freiraum im Rücken des Offensiven gezielt bespielt und genutzt. Mit Lenz könnte sich defensiv mehr Stabilität ergeben. Immerhin.

Grundsätzlich ist Oliver Glasner trotz der mäßigen Punkteausbeute in diesem Jahr (ein Zähler aus drei Spielen) gar nicht mal so unzufrieden wie manch einer glauben mag - das hatte er schon vor der „komischen Länderspielpause“ gesagt und wiederholte es nun erneut. „Ich kann mit den Leistungen bisher eigentlich ganz gut leben, wir erspielen uns deutlich mehr Torchancen, damit hatten wir am Saisonanfang mehr Probleme.“ Er, der verantwortliche Fußballlehrer, sehe die Situation daher recht gelassen, „Ich habe anfangs nicht alles schwarz gesehen, später dann nicht alles weiß.“ Und so sei das jetzt auch. Ein Mittelding eben. Manches gut, anderes schlechter. So wie es im Grunde normal ist für einen Tabellenneunten der Bundesliga.

Erster Ansatzpunkt für Verbesserungen sei in einer „intensiven Trainingswoche“ die Defensive gewesen. Sechs Gegentore in diesem Jahr sind nicht der erhoffte Fortschritt, im Gegenteil. „Wir bleiben einfach ruhig, setzen Schwerpunkte, nehmen die Jungs mit“, erklärt Glasner seinen Ansatz. Ein großes Ding will er aus der offensichtlichen Anfälligkeit jedenfalls nicht machen. „Wenn du jeden Tag über etwas sprichst, machst du dir schnell auch selbst ein Problem.“ Dazu kommt: Der VfB hat seit fünf Spielen kein eigenes Tor mehr geschossen. Klingt nicht gut. (Daniel Schmitt)

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