Im Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und Arminia Bielefeld Mitte September durften erstmals seit März wieder Fans live im Stadion sein.
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Im Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und Arminia Bielefeld Mitte September durften erstmals seit März wieder Fans live im Stadion sein.

SGE-Finanzen

Eintracht Frankfurt fürchtet Umsatzrückgang: Bis zu 70 Millionen Euro - wenn Geisterspiele bleiben

  • Melanie Gottschalk
    vonMelanie Gottschalk
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Eintracht Frankfurt befürchtet gravierende Mindereinnahmen, wenn es auch in der Rückrunde Geisterspiele geben sollte.

  • Eintracht Frankfurt fürchtet hohen finanziellen Verlust.
  • 70 Mio. Euro Mindereinnahmen, wenn Geisterspiele die ganze Saison stattfinden.
  • In den ersten beiden Heimspielen durften Zuschauer an den Spielen teilnehmen.

Update vom Montag, 02.11.2020, 14.18 Uhr: Eintracht Frankfurt fürchtet gravierende Mindereinnahmen, wenn in der Fußball-Bundesliga Geisterspiele wieder zum Dauerzustand werden. Dies sagte Vorstandsmitglied Axel Hellmann dem „Kicker“ (Montag). «In der laufenden Saison kommen wir ganz schnell auf 50 bis 70 Millionen Euro, wenn auch die Rückrunde weitgehend ohne Zuschauer verläuft», sagte Hellmann. In der vergangenen Saison habe man dadurch bereits einen Umsatzeinbruch von 15 bis 20 Millionen Euro erlitten, berichtete der Funktionär.

Der hessische Traditionsclub hatte seinen Umsatz in den vergangenen Jahren so stark gesteigert wie kaum ein anderer Bundesliga-Club. Derzeit arbeitet die Eintracht an mehreren kostspieligen Projekten, die vor allem die langfristige Konkurrenzfähigkeit des Vereins garantieren sollen. Darunter fällt auch der Stadionausbau auf eine Kapazität von 60 000 Plätzen. „Das kostet uns weitere 30 Millionen Euro, plus zehn Millionen Euro für weitere Einzelmaßnahmen“, sagte Hellmann.

Update vom Mittwoch, 28.10.2020, 12.36 Uhr: Die Stadt Frankfurt bleibt bei ihrem Zuschauerverbot bei dem Bundesliga-Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und Werder Bremen. Die Stadt und das Gesundheitsamt hatten am Dienstagnachmittag in einer Sondersitzung darüber verhandelt, ob am Wochenende doch 8000 Fans für das Spiel zugelassen werden. Eintracht Frankfurt hatte versucht, dies per Ausnahmegenehmigung zu erreichen.

Nach knapp drei Stunden war klar: Über den Antrag wurde nicht entschieden, damit bleibt es bei den in Frankfurt bei öffentlichen Veranstaltungen erlaubten 100 Zuschauern.

Eintracht Frankfurt hofft auf ein Umdenken der Stadt Frankfurt

Erstmeldung vom Dienstag, 27.10.2020, 12.20 Uhr: Frankfurt - In Frankfurt sind die Corona-Fallzahlen in den letzten Wochen wieder rapide angestiegen. Die logische Konsequenz waren erneute Beschränkungen, die die Stadt vor rund zwei Wochen festgelegt hat. .azu gehört auch das Zuschauer-Verbot bei Heimspielen von Eintracht Frankfurt. „Nach allen Signalen, die wir von der Politik empfangen, müssen wir aber damit rechnen, dass das Spiel vor leeren Rängen wird stattfinden müssen“, erläutert Vorstandsmitglied Axel Hellmann den aktuellen Sachstand.

Eintracht Frankfurt kann aufgrund unklarer Linie nicht planen

Bei dem ersten Heimspiel von Eintracht Frankfurt Mitte September hatte das Frankfurter Gesundheitsamt 6.500 Zuschauer zugelassen, bei ihrem zweiten Heimspiel waren es dann sogar 8000. Doch gegen Werder Bremen sollen keine Fans das Stadion betreten dürfen. Ein Umstand, mit dem die SGE nicht einverstanden ist. Denn das größte Problem: Die Eintracht kann wegen der unklaren Linie der Politik nicht planen. Sowohl beim Ticketverkauf, als auch beim Catering oder dem Umgang mit den Sponsoren sind der Eintracht die Hände gebunden.

„Wir sind uns alle darin einig, dass der Kampf gegen die Pandemie entschlossen und konsequent geführt werden muss, aber auch zielgerichtet und sachgerecht. Deswegen halten wir die Praxis des Zuschauerausschlusses, nicht nur im Profifußball, dauerhaft für den falschen und nicht mehr verhältnismäßigen Weg“, kritisiert Hellmann den Entschluss der Stadt.

Eintracht Frankfurt kann erfolgreich erprobtes Hygienekonzept vorweisen

Eintracht Frankfurt habe wie viele andere Vereine und Veranstalter aus Sport und Kultur ein komplexes Zuschauer- und Hygienekonzept entwickelt und in der Praxis erfolgreich erprobt. „Politik und Verwaltung haben dies ausdrücklich bestätigt und insbesondere das Gesundheitsamt ist davon überzeugt, dass von dem Besuch eines Heimspiels von Eintracht Frankfurt keine über das gewöhnliche Alltagsrisiko hinausgehende Infektionsgefahr ausgeht“, sagt Hellmann.

Eintracht Frankfurt hofft vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen am Samstag deshalb noch auf ein Umdenken. Die Stadt Frankfurt plant offenbar, am Dienstag (27.10.2020) noch einmal über das Zuschauerverbot zu beraten. Eventuell könnten dann also doch 8000 Zuschauer am Samstag (31.10.2020) mit dabei sein. (Melanie Gottschalk)

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