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Fans von Eintracht Frankfurt: Sehnsucht nach Europa.

Europa League

Eintracht Frankfurt: Die zwei Gesichter der SGE

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Eintracht Frankfurt könnte in der Europa League gegen Salzburg ins Achtelfinale vordringen. In der Liga läuft es dagegen alles andere als rund.

  • Eintracht Frankfurt schwächelt in der Liga
  • In den Pokalwettbewerben läuft es für die SGE
  • Vor dem Spiel in Salzburg warnt Fredi Bobic

Frankfurt - Es ist ein mittlerweile ein gewohntes Bild bei Eintracht Frankfurt. Wenn es in K.o.-Spielen darauf ankommt, weiß Adi Hütters Team meist zu überzeugen. Ähnlich war das auch schon unter seinem Vorgänger Nico Kovac der Fall. Der Pokalsieg 2018 und das Erreichen des Europa-League-Halbfinales im letzten Jahr zeugen von der Stärke der Hessen in Pokalwettbewerben. Nur in der Liga ruft die Diva vom Main ihre Stärke zu unregelmäßig ab - und macht damit ihrem Spitznamen alle Ehre.

Eintracht Frankfurt: Auf Galas folgen Grottenkicks

Unmittelbar vor dem wichtigen Europa-League-Rückrundenspiel beim FC Salzburg am Donnerstag (21.00 Uhr) gibt das Team von Trainer Adi Hütter wieder einmal ein inzwischen fast gewohntes Bild ab. Auf Galas wie beim 4:1 im Hinspiel, bei zwei Siegen gegen Leipzig und beim rauschenden 5:1 über den FC Bayern folgen in merkwürdiger Regelmäßigkeit Ausrutscher gegen Union, Paderborn, Köln oder Mainz. „Wir sind nicht so weit, wie ich mir das vorstelle“, mahnte Hütter. So richtig kann sich der Österreicher die verschiedenen Gesichter seines Teams nicht erklären.

Auch Sportvorstand Fredi Bobic wundert sich. Als sein Team jüngst Titelkandidat Leipzig überraschend mit 2:0 in der Liga schlug, meinte der Schwabe im Scherz: „Vielleicht sollten wir in einer eigenen Liga spielen und sagen: Wir spielen nur noch gegen diese Mannschaften. So eine Art Super League in der Bundesliga.“

Eintracht Frankfurt lässt unnötig Punkte liegen

So dumm ist diese Idee nicht. Pleiten gegen vermeintliche Außenseiter wie am vergangenen Montag gegen den tapferen, aber alles in allem eher biederen Aufsteiger Union Berlin, der mit 2:1 bei Eintracht Frankfurt gewann, blieben der SGE dann immerhin erspart. Die wirken nicht erst seit dieser Saison manchmal ein wenig wie Kicker für Feiertage, die sich für große Auftritte meist motivieren können, aber im Alltagsgeschäft viele Punkte liegen lassen. Punkte, die eigentlich vom Potenzial her durchaus machbar gewesen wären.

Eintracht Frankfurt und der Montagsboykott

Trainer Adi Hütter sah den Hinspiel-Auftritt in der Europa-League-Zwischenrunde gegen Salzburg als „beste Saisonleistung“ und hätte sich gewünscht, einen solchen Auftritt gegen Union Berlin erneut zu sehen. Stattdessen passte sich sein Team leistungsmäßig dem Montagsboykott von Teilen der Fans von Eintracht Frankfurt an. Für den Österreicher war das 1:2 „eine bittere Niederlage, die mich sehr, sehr stört“. Routinier Makoto Hasebe, der schon viel gesehen hat, er bringt es treffend auf den Punkt: „Ein Spiel überragend, dann wieder wie heute - das ist unser Problem.“

Adi Hütter mahnt und äußert sich immer wieder für die Bundesliga als zentralen Wettbewerb für Eintracht Frankfurt. Die Schere zwischen Pokalwettbewerben und dem Alltagsgeschäft ist nicht ungefährlich für den Club. In der Liga ist das Erreichen der Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb schon fast unmöglich geworden. Der Abstand zu den internationalen Plätzen beträgt mittlerweile bereits acht Punkte.

Fredi Bobic mit Appell an die Eintracht

Bei Eintracht Frankfurt will man die Sehnsucht nach Europa, die sich in den vergangenen eineinhalb Jahren bei Fans und Verein immer stärker ausgebreitet hat, auch in der kommenden Saison zu stillen. Dazu müsste aber in der Liga eine Aufholjagd her. Nicht gerade einfach, wenn man sich die nächsten Gegner der Eintracht anschaut. Nach dem Spiel in Bremen muss man bei Bayer Leverkusen antreten, dann kommt Borussia Mönchengladbach ins Waldstadion, bevor man am 27. Spieltag zu den Bayern nach München muss.

Oder man müsste erneut einen Titel holen, um wieder in Europa vertreten zu sein - sei es in der Europa League oder im DFB-Pokal. Auch das ist nicht gerade ein Selbstläufer, weil die „kleine Eintracht“ in beiden Wettbewerben mit arrivierten Top-Vereinen konkurriert.

Vor der Reise nach Salzburg richtete Fredi Bobic deshalb noch einmal einen Appell an die Mannschaft. Sollte es dennoch schiefgehen, will der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt die hohe Belastung jedenfalls nicht als Erklärung anführen. „Es sind knackige Wochen. Aber wenn die Jungs große Träume und Ziele haben, dann macht ihnen das nichts aus. Es gibt keine Ausreden. Wir wollten das immer so“, sagte Bobic: „Es ist klar, dass wir eine gute Ausgangsposition haben. Wenn wir die Leistung aus dem Hinspiel bestätigen, kommen wir weiter“. Und der Traum von Europa wäre noch nicht zu Ende.  (skr mit Agenturen)

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